Stand: 17.09.2017 21:15 Uhr

Filmfest Oldenburg: Kiezdrama erhält Hauptpreis

von Patricia Batlle

Am Sonntag ist das Filmfest Oldenburg mit einer Preisgala zu Ende gegangen. Den Hauptpreis des Festivals erhielt das Berliner Kiezdrama "Familiye" von Kubilay Sarikaya und Sedat Kirtan. "Es ist eine Geschichte von drei Brüdern und ihrem Leid", sagte Sarikaya im Gespräch mit NDR.de. Der Hamburger Schauspieler Moritz Bleibtreu hat den Film koproduziert. Die Zusammenarbeit entstand "über einen gemeinsamen Freund, den Rapper Xatar, der hat auch den Soundtrack übernommen", so Sarikaya weiter. Bleibtreu hatte am Donnerstag bereits einen eigenen Stern auf dem Oldenburger "Walk of Fame" des Festivals erhalten.

Stars und Talks beim Filmfest Oldenburg

Schauspielpreise an US-Künstler

Als beste Schauspielerin wurde die US-Amerikanerin Lindsay Burge für ihre Darstellung einer US-Stewardess, die für ihre Liebe nach Paris zieht, mit dem Seymour Cassel Award ausgezeichnet. Ihr Film "Thirst Street" ist von Regisseur Nathan Silver. Bester Schauspieler wurde Gregory Kasyan im autobiografischen Jugenddrama "Quest" des Regisseurs Santiago Rizzo. Thierry Besseling und Loic Tanson erhielten die Auszeichnung für den besten Kurzfilm "Sur le Fil". Lobend erwähnt wurde auch der Film "Blind und Hässlich" von Tom Lass für die "starke Performance des Ensembles". Im Anschluss an die Preisverleihung wurde der Abschlussfilm "Alte Jungs" um eine Alt-Männer-WG von Andy Bausch gezeigt.

16.000 Zuschauer beim Festival

Insgesamt besuchten etwa 16.000 Zuschauer die 24. Ausgabe des Festivals, das als "deutsches Sundance" gilt und rund 45 Spiel- und 15 Kurzfilme im Programm hatte. Ein Hauptgast des Festivals war US-Produzent Edward R. Pressman, der seit mehr als 50 Jahren den US-amerikanischen Film prägt. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der Film "Wall Street" mit Michael Douglas. Bei einem Filmtalk im Festivalzentrum erzählte Pressman aus seiner langjährigen Karriere - unter anderem über seine Anfänge - und wie er überhaupt Produzent werden konnte: Seine Familie hatte während des Zweiten Weltkrieges eine Spielzeugfabrik und verdiente viel Geld mit Murmeln. Sein Vater wurde daher als "Murmel-König" bezeichnet.

Viele Stars zu Besuch

Hollywoodgröße Lou Diamond Phillips, ein weiterer Ehrengast des Festivals, stellte seinen neuen Film "Quest" von Santiago Rizzo vor. Er dankte besonders dem deutschen Publikum: "Viele der Filme, die ich gedreht habe, sind mit deutschem Geld finanziert worden", sagte er. Weitere Gäste des Festivals waren die italienische Schauspielerin Valeria Golino und Regisseur Silvio Soldini ("Brot und Tulpen"), die ihr Liebesdrama "Emma" persönlich vorstellten, sowie Schauspielerin Maria Furtwängler und Regisseurin Anne Zohra Berrached, die ihren Tatort "Der Fall Holdt" zeigten. Eine Vorführung der Tatort-Folge war in der JVA Oldenburgs zu sehen, wo jedes Jahr während des Festivals Gefängnisinsassen und Festivalbesucher gemeinsam Kino erleben.

Im vergangenen Jahr lockte das Fest rund 17.000 Zuschauer an. Zu den Stargästen gehörte damals unter anderem Hollywood-Schauspieler Nicolas Cage.

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"Der Fall Holdt", so heißt der neue NDR Tatort, für den Maria Furtwängler zurzeit vor der Kamera steht. Gedreht wird unter anderem in Appel und Rosengarten im Landkreis Harburg. Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Kulturspiegel | 17.09.2017 | 21:00 Uhr

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