Stand: 02.10.2017 11:21 Uhr

Schauspieler Manfred Zapatka ist 75

von Juliane Bergmann
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Manfred Zapatka wurde 1942 in Bremen geboren. Aufgewachsen ist er im niedersächsischen Cloppenburg.

Er kommt vom Theater, steht für Fernseh- und Kinofilme vor der Kamera, man kennt ihn als Hörbuchsprecher: Äußerst facettenreich ist der Schauspieler Manfred Zapatka. Am Montag wurde er 75 Jahre alt.

Durchbruch mit "Rivalen der Rennbahn"

Ein intriganter Schnösel. Blonde, nach hinten gegelte Haare. Durchdringend und furchtlos sein Blick. Der Pferdesport-Fanatiker Hans-Otto Gruber in der Fernseh-Serie "Rivalen der Rennbahn", für den nur eins zählt: das große Geld.

Mit dieser Rolle wurde Manfred Zapatka Ende der 80er-Jahre dem Fernsehpublikum bekannt. Nach seiner Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum begann der gebürtige Bremer seinen Weg zunächst am Theater, mit Engagements in Freiburg, Essen und Stuttgart. Seine wichtigste Bühnenerfahrung machte er bei den Münchner Kammerspielen. In mehr als 20 Jahren war er einer der Protagonisten von Dieter Dorn.

Stars am Sonntag Podcast Symbolbild © fotolia Fotograf: tiero

Stars am Sonntag: Manfred Zapatka

NDR 1 Niedersachsen -

Der Schauspieler berichtet von der Arbeit vor der Kamera und auf der Theaterbühne, aber auch von seiner großen Familie und seiner Kindheit in Bremen und Cloppenburg.

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Rollen als Himmler und Helmut Schmidt

Dann stand er immer häufiger vor der Kamera: "Derrick", "Tatort", "Ein Fall für Zwei". Krimifans kennen ihn vor allem als zwielichtigen Typen und als Bösewicht. Die findet Zapatka ohnehin am spannendsten: "Es sind eigentlich die Herzstücke jeder Geschichte. Um diese Leute geht es. Wieso schlagen die diesen Weg ein?", sagt er.

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In "Rivalen der Rennbahn" spielte Manfred Zapatka den Pferdesport-Fanatiker Hans-Otto Gruber (links).

Es folgten die großen Rollen: Zapatka verlas in Romuald Karmakars Filmexperiment "Das Himmler-Projekt" eine dreieinhalbstündige Rede Heinrich Himmlers, die dieser 1943 vor SS-Generälen hielt - hierfür erhielt er den Adolf Grimme Preis. Und 1997 spielte er mit in Heinrich Breloers RAF-Doku-Drama "Todesspiel" - und verkörperte Bundeskanzler Helmut Schmidt, der zu Drehzeiten noch lebte.

Eine schauspielerische Herausforderung, sagt Zapatka: "Das war eine meiner schlimmsten und schwersten Zeiten, die ich da mitgemacht habe, weil man immer so ein gewisses Ungenügen hat. Die reale Person lebt ja noch. Man selbst denkt sich immer: 'Wie ist er denn nun wirklich?' Schließlich haben wir halt gedacht: Er ist halt, wie ich bin. So ist er. Anders kann er nicht sein. Ich bin es jetzt und so spiele ich ihn auch."

Auch als Hörspielsprecher erfolgreich

Auch die Klassiker haben es Manfred Zapatka angetan. Gerade auf der Theaterbühne und zunehmend im Bereich Hörspiel und Hörbuch. Die "Ilias" von Homer, "Ulysses" von James Joyce, "Die Räuber" von Schiller hat er gelesen. Und gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie im Großen Sendesaal intonierte er das Drama "Egmont" von Johann Wolfgang von Goethe zu der Musik von Ludwig van Beethoven.

Manfred Zapatka beeindruckt mit seiner großen künstlerischen Bandbreite und Tiefe. Der Familienmensch, in zweiter Ehe verheiratet, mit fünf Kindern und vier Enkelkindern, lebt heute in München. Aber Orte waren für ihn nie wirklich wichtig: "Heimat ist mein Beruf", sagt er.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 02.10.2017 | 11:20 Uhr

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