Stand: 27.02.2017 08:13 Uhr

Kein Oscar für den Norden, "Moonlight" bester Film

von Patricia Batlle
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Der Produzent von "La La Land" hält nach seiner unterbrochenen Dankesrede die richtige Karte des "Besten Films" hoch: Es ist "Moonlight".

Die 89. Oscar-Zeremonie in Hollywood hat nicht den erwarteten Preisregen für das Musical "La La Land" bedeutet. Von den 14 Nominierungen hat Damien Chazelles Liebesgeschichte aus Los Angeles insgesamt aber immerhin sechs Oscars ergattert. Chazelle wurde als bester Regisseur ausgezeichnet, seine Hauptdarstellerin Emma Stone als "Beste Schauspielerin" geehrt. Bester Hauptdarsteller wurde Casey Affleck für seine Darstellung eines traumatisierten Familienvaters in Kenneth Lonergans Drama "Manchester By The Sea". In einer peinlichen Panne der Show wurde "La La Land" zunächst auch als bester Film deklariert. Der Musical-Produzent Jordan Horowitz war mitten in seiner Dankesrede, als US-Schauspieler Warren Beatty ihn unterbrach und klarstellen musste: "Bester Film" sei das Drama "Moonlight" von Barry Jenkins. Dies sei kein Witz.

Keine Oscars für norddeutsche Oscarhoffnungen

Die norddeutschen Oscarhoffnungen gingen allesamt leer aus. Weder Maren Ades Komödie "Toni Erdmann" noch Martin Zandvliets Thriller "Unter dem Sand" konnten die Mitglieder der Oscar-Akademie in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" überzeugen. Die goldene Statue ging stattdessen an das Drama "The Salesman" des Iraners Asghar Farhadi. Der Regisseur war aus Protest gegen Donald Trumps Einreiseverbot gar nicht erst angereist. Statt dessen verlas die Ingenieurin Anousheh Ansari, die erste US-Iranerin im All, eine Botschaft des Künstlers: "Die Welt in die Kategorien 'wir' und in 'unsere Feinde' zu unterteilen erzeugt Angst und einen trügerischen Vorwand für Aggressionen und Krieg".

Sympathisches Chaos bei der Oscar-Vergabe

Auch in der Kategorie "Bester Kurz-Dokumentarfilm" ist die norddeutsche Oscar-Hoffnung "Das Schicksal der Kinder von Aleppo" ("Watani: My Homeland") von Marcel Mettelsiefen leer ausgegangen. Mettelsiefen begleitet in seinem Film über mehrere Jahre eine syrische Familie, die sich nach ihrer Flucht vor dem Bürgerkrieg im niedersächsischen Goslar ein neues Leben aufbaut. Der Regisseur brachte die syrische Familienmutter Hala Kamil mit zur Oscarzeremonie. Sie rief dazu auf, den vielen syrischen Familien in Not zu helfen. Ausgezeichnet wurde der Kurzfilm "The White Helmets" von Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara, der die Arbeit von freiwilligen Ersthelfern in Kriegsgebieten von Syrien dokumentiert. Der syrische Kameramann des Filmes Khaleb Khatib durfte nicht in die USA einreisen. Zur kompletten Liste der Oscar-Sieger geht es hier.

Hier gibt es das Video des Preisverleihungsdebakels zum Nachsehen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 27.02.2017 | 07:40 Uhr

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