Stand: 13.11.2017 16:17 Uhr

Jürgen Vogel ist "Der Mann aus dem Eis"

Der Mann aus dem Eis
, Regie: Felix Randau
Vorgestellt von Thorsten Mack

Wie hat er gelebt, wie ausgesehen - und wieso wurde er getötet? Seit 1991 eine Gletschermumie in den Ötztaler Alpen entdeckt wurde, erforschen Wissenschaftler Leben und Tod des sogenannten Ötzi. Wie seine letzten Tage ausgesehen haben könnten, erzählt jetzt der Spielfilm "Der Mann aus dem Eis" - mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle.

Ein Mann mit Felljacke und langem Bart wandert durch verschneite Berge - Jürgen Vogel als "Ötzi" im Film "Der Mann aus dem Eis" © Port au Prince Pictures, Martin Rattini

Jürgen Vogel ist "Der Mann aus dem Eis"

Kulturjournal -

Seit 1991 rätseln Forscher über Ötzi. Nun kommt ein intensiver Film ins Kino, der uns das Leben der Gletschermumie hautnah miterleben lässt - mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle.

3 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Ötzi - einer der ältesten Mordfälle

Der Mann, den wir Ötzi tauften, war Jäger und Schamane. Der Film erzählt eine fiktive, aber glaubhafte Geschichte seiner letzten, dramatischen Tage. "Das ist ja nicht nur einer, der da so durch die Berge geht und irgendwann zu Tode kommt", sagt Jürgen Vogel. "Sondern da steckt eine richtige Story dahinter. Und ich habe beim Lesen so gedacht, das ist ja echt wahnsinnig toll, das ist ein Abenteuerfilm mit einer eigentlich historischen Figur. Das ist ja ein Mordfall. Das ist ja wirklich einer der ältesten Mordfälle, die wir haben und studiert haben."

Ötzi verliert alles und sinnt auf Rache

Bild vergrößern
Ötzi ist im Film der Anführer eines Clans, der brutal überfallen wird, seine Frau und sein Kind werden ermordet, und er macht sich auf die Suche nach den Tätern, um Rache zu nehmen.

Es ist wahrhaftig eine Ur-Story: Durch einen Raubüberfall verliert ein Mann seine Familie, sein Haus, einfach alles. Damit beginnt ein Kampf auf Leben und Tod: Der Mann sinnt auf Rache, jagt den Brandschatzern hinterher, durch alle Widrigkeiten. Für Jürgen Vogel ist dies eine durchaus aktuelle Geschichte: "Nur die Umgebung hat sich geändert. Aber nicht die Menschen. Es scheint ein existenzieller Kampf zu sein, bei dem wir denken: Oh Gott, Wahnsinn, wie das war! Aber auch heute wird auf dieser Welt existenziell ums Überleben gekämpft. Also die Natur verändert sich, aber der Mensch eigentlich nicht."

Steinzeitmenschen waren geschickte Überlebenskünstler

Auf seinem Rachefeldzug reist Ötzi nicht nur durch einsame Schluchten, er begegnet immer wieder anderen Menschen. Das Leben, die ganze Kultur von damals, wurde für den Film akribisch rekonstruiert. Die vermeintlich primitiven Steinzeitmenschen erweisen sich als geschickte Überlebenskünstler. Das Ziegenfell sei wie eine moderne High-Tech-Klamotte, sagt Vogel. "Und die Waffen: Wenn du dann siehst, wie die Pfeilspitzen aussahen, die Bögen, dann wusste man: Okay, die wussten, was sie da tun und waren eigentlich, was das Jagen anging, eine Hochkultur."

Der Film kommt ohne unsere Sprache aus

Ötzi kämpft sich von Rache getrieben bis zu den Mördern vor. Es geht dann schnell zur Sache, brachial und roh. Geredet wird wenig und das in einer Art Steinzeitsprache. Aber die Dialoge spielen eh keine große Rolle. Der Film hat auch so starke Szenen voller Innigkeit und Gemeinschaftssinn. Ötzi hadert immer wieder mit seinem Rachewunsch, und selbst die Mörder zeigen Momente der Reue.

Jürgen Vogel bei der Deutschlandpremiere des Abenteuerfilms "Der Mann aus dem Eis", in dem Vogel den Ötzi spielt © dpa bildfunk / Georg Wendt

Jürgen Vogel als Ötzi beim Filmfest-Hamburg

NDR 90,3 - Abendjournal -

Das Filmfest Hamburg feierte viele umjubelte Premieren. Etwa Jürgen Vogel als der "Mann aus dem Eis" im Abenteuer-Ötzifilm und Özgür Yildirims Gangsterthriller mit Moritz Bleibtreu.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Der Mensch sei halt nicht nur gut oder böse, sagt Vogel. "Da gibt es ja das Ambivalente, und das ist einfach in der Natur der Menschen drin, egal, wann er gelebt hat. Und das ist bis heute noch so, denke ich, das ist ja auch, was uns letztendlich mit diesen Figuren verbindet."

Hautnah und intensiv

"Der Mann aus dem Eis" lässt einen hautnah die Natur und den Überlebenskampf dieser vergangenen Zeit miterleben. Ein intensiver Film, der von seinen Darstellern lebt, die ohne viel zu sagen ihre Gefühle und Gedanken vermitteln. Am Ende, das ist ja bekannt, wird Ötzi sterben. Ob wirklich so als Folge einer Rachetour, das werden wir wohl nie erfahren.

Der Mann aus dem Eis

Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
Deutschland / Italien / Österreich
Zusatzinfo:
Mit Jürgen Vogel, André M. Hennicke, Susanne Wuest, Violetta Schurawlow, Sabin Tambrea, Martin Augustin Schneider, Axel Stein, Anna F. und unter besonderer Mitwirkung von Franco Nero
Regie:
Felix Randau
Länge:
96 Min.
Kinostart:
30.11.2017

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 13.11.2017 | 23:15 Uhr

mit Video

Hollywood in der NDR Talk Show

17.11.2017 22:00 Uhr
NDR Talk Show

Diane Kruger und Fatih Akin gehen nach der Goldenen Palme in Cannes ins Rennen um den Oscar 2018! Über ihr filmisches Meisterwerk erzählen sie exklusiv in der NDR Talk Show. mehr

Kulturjournal Newsletter

Kulturjournal

Sie möchten vorab wissen, welche Themen Julia Westlake in der kommenden Sendung präsentiert? Mit dem Kulturjournal Newsletter bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand. mehr

Mehr Kultur

00:57

Stabwechsel im Studio Heide

21.11.2017 18:00 Uhr
Schleswig-Holstein 18:00
01:11

Fremdenbücher wandern ins Landesarchiv

21.11.2017 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00 Uhr