Stand: 02.09.2014 11:00 Uhr

Doku: Was geschah mit Elisabeth K.?

Argentinien, 1977. Das Land wird von einer Militärdiktatur unterdrückt. Regimekritiker werden zu Tausenden verschleppt, gefoltert, getötet. Auch die in der Hauptstadt Buenos Aires lebende deutsche Studentin Elisabeth Käsemann verschwindet im März unter mysteriösen Umständen.

Die alarmierten Eltern wenden sich vergeblich an das Auswärtige Amt. Die westdeutsche Regierung unter Helmut Schmidt sieht, ein Jahr vor der Fußball-WM in Argentinien, beim Ausrichter und wichtigen Wirtschaftspartner von jeglicher Intervention ab. Auch der Deutsche Fußballbund verschenkt die Chance, die junge Frau zu retten. Obwohl der Fall seit April in deutschen Medien bekannt ist, reist die Elf im Mai 1977 nach Argentinien. Da erreicht eine dramatische Nachricht die deutsche Botschaft.

Überlebende und Zeitzeugen erinnern sich

Erstmals äußern sich mit dem Fall Elisabeth Käsemann befasste Politiker wie die damaligen Staatsminister Hildegard Hamm-Brücher und Klaus von Dohnanyi, Sportler wie Karl-Heinz Rummenigge, Paul Breitner oder Sepp Maier sowie Überlebende und Zeitzeugen des Terrorregimes zu den Geschehnissen.

Warum weist die deutsche Regierung bis heute jede Verantwortung zurück? Und: Wie unpolitisch darf Sport sein? Vor dem Hintergrund der Fußball-WM in Brasilien und den Olympischen Winterspielen in Sotchi stellt der neue Dokumentarfilm des mehrfachen Grimmepreisträgers Eric Friedler Fragen von beklemmender Brisanz.

Dieses Thema im Programm:

01.09.2014 | 23:15 Uhr

Hintergründe

"Der Fall Elisabeth K. ist bis heute aktuell!"

Argentinien, 1977. Tausende werden gefoltert, getötet oder verschleppt. So auch die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann. Der Film von Eric Friedler hinterfragt die Geschehnisse. mehr

24 Bilder

Die Zeitzeugen zum Fall Elisabeth K. im Porträt

Für seine Doku hat Eric Friedler eine erstaunliche Bandbreite von Zeitzeugen aufgetan: Neben verantwortlichen Politikern, äußern sich ein Gefängniswärter und bekannte Fußballspieler. Bildergalerie

Argentinisches Foltergefängnis "El Vesubio"

Ein Jahr nach dem Putsch, im März 1977, entführen die Militärs Elisabeth Käsemann in das KZ "El Vesubio". Das soziale Engagement der deutschen Studentin ist der Junta suspekt gewesen. mehr