Sendedatum: 14.02.2016 19:30 Uhr

Präziser Chronist: Eine Werkauswahl

Der Schriftsteller Walter Kempowski zählt zu den großen deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Vor allem als präziser Chronist persönlicher Lebensgeschichten und historischer Ereignisse machte er sich einen Namen. Eine Auswahl seiner wichtigsten Werke:

  • "Im Block", 1969. Kempowski begründet seinen literarischen Ruf mit einem Roman, in dem er seine acht Jahre dauernde Haftzeit im DDR-Zuchthaus Bautzen autobiografisch beschreibt.

  • "Tadellöser & Wolff", 1971. Mit dem zuerst veröffentlichten Teil seiner neunbändigen "Deutschen Chronik" gelingt Kempowski der Durchbruch als bundesweit bekannter Autor. Inhalt der historischen Collage ist seine Rostocker Jugend während der NS-Zeit.

  • "Herzlich willkommen", 1984. Im letzten Band der "Deutschen Chronik" schildert Kempowski die Erlebnisse seines Alter Egos, des Bautzener Ex-Häftlings "Walter". Nach seiner Entlassung versucht der Protagonist, sich eine neue Existenz in Westdeutschland aufzubauen.

  • "Hundstage", 1988. Der Roman behandelt den Prozess und die Schwierigkeiten des Schreibens: Der reizbare Autor Alexander Sowtschick wird in seinem abgeschiedenen Sommer-Idyll gestört, kann sein Werk nicht vollenden - und wird sogar eines Mordes verdächtigt.

  • "Das Echolot", 1993 bis 2005. Für das Mammutprojekt eines "kollektiven Tagebuchs" sammelte Kempowski jahrelang die Aufzeichnungen, Briefe und Lebensgeschichten prominenter wie namenloser Menschen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

  • "Heile Welt", 1998. Für den Romanhelden, den jungen Lehrer Matthias Jänicke, entpuppt sich das Leben in einem dörflichen Idyll als Scheindasein mit einer Vielzahl von Fallstricken.

  • "Letzte Grüße", 2003. Kempowskis zweite Geschichte mit dem fiktiven Schriftsteller Alexander Sowtschick als Hauptfigur, der bei einer Lesereise durch die USA auf unangenehme Überraschungen trifft.

  • "Alles umsonst", 2006. In seinem letzten großen Buch befasst sich Kempowski mit der dramatischen Flucht der Deutschen im Kriegswinter 1945 aus dem von der Roten Armee besetzten Ostpreußen.

Quelle: dpa

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Nordmagazin | 14.02.2016 | 19:30 Uhr

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