Stand: 22.01.2016 16:06 Uhr

Lübecker Autorentreffen erstmals ohne Grass

von Nadine Dietrich
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Günter Grass hatte die Lübecker Literaturtage 2005 ins Leben gerufen - und sie bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr geleitet.

In Lübeck hat am Freitag ein Treffen einiger der bekanntesten deutschsprachigen Gegenwartsautoren begonnen. Sie sind zu Werkstattgesprächen auf dem 11. Lübecker Autorentreffen zusammengetroffen. Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hatte die Veranstaltung 2005 ins Leben gerufen. Mit dabei sind Eva Menasse, Dagmar Leupold und Feridun Zaimoglu, aber auch junge Autorinnen wie Lena Gorelik und Nora Bossong - insgesamt zehn Schriftsteller lesen einander aktuelle Texte vor und diskutieren darüber.

Als Günter Grass diese Treffen vor elf Jahren initiierte, meinte er, Schriftsteller seien einsame Arbeiter. Es würde ihnen guttun, sich regelmäßig über ihr Handwerk auszutauschen, zum Beispiel über Fragen des Schreibstils oder Figurenkonstellationen.

Tilmann Spengler moderiert Literaturtage

In diesem Jahr finden das Lübecker Autorentreffen erstmals ohne Grass statt. Grass sei es ein großes Anliegen gewesen, dass diese Treffen fortgesetzt würden, sagt Jörg-Philipp Thomsa, der Leiter des Günter Grass Hauses. "Schon vor Jahren hatte Günter Grass den Wunsch geäußert, dass Tilman Spengler die Literaturtage übernimmt und nach Grass' Ableben weiterführt. Die Veranstaltung ist für Lübeck wirklich ein kulturelles Aushängeschild, das es deutschlandweit nicht noch einmal gibt. Wir sind froh, dass wir das weiterführen können!", so Thomsa.

Grass‘ Wunsch entsprechend moderiert der Schriftsteller Tilman Spengler nun das Lübecker Autorentreffen. Zum Abschluss des Treffens am Samstagabend lesen die Autoren dann im Theater Lübeck aus ihren aktuellen Büchern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 22.01.2016 | 08:03 Uhr