Stand: 10.06.2015 13:06 Uhr

Wo alte Möbel zur Kunst werden

von Jörg Holzapfel

Noch zwei Tage und das Werk "Public Square" des Objektkünstlers Michael Johansson ist komplett. Viele Gegenstände des alltäglichen Lebens hatte der Schwede bereits mitgebracht, um seine Idee im Bogen des Heger Tors als Einfallstor in die historische Altstadt Osnabrücks zu installieren: Möbel, elektronische Geräte, Spülen, Koffer und vieles mehr. Doch es reichte nicht. Und obwohl das Kunstwerk bei den Osnabrückern auf sehr geteilte Meinungen stößt, spendeten viele Gönner Gegenstände aus ihrem Alltag. Denn das ist der Tenor des Kunstwerks: Alltagsgegenstände im öffentlichen Raum.

"Konkret mehr Raum": Das Heger Tor wird zum Kunstwerk

Kleine Gegenstände fehlen noch

"Jetzt fehlen lediglich kleinere Gegenstände, um die Lücken zu füllen: 'Bügel, Holzbrettchen, Toaster, Mülleimer, Ordner oder Folien als Füllmaterial'", so Julia Draganovic, Leiterin der Kunsthalle Osnabrück. Gemeinsam mit dem Felix-Nussbaum-Haus und dem Kulturgeschichtlichen Museum organisiert die Kunsthalle die Gruppenausstellung "Konkret mehr Raum. Konstruktivistische Verunsicherungen - Raumkonzepte - Re-Visionen", zu der auch die Installation "Public Square" gehört. Künstler aus dem In- und Ausland zeigen nicht nur in den Museen ihre Werke, sondern auch im öffentlichen Raum. So wird aus einer schlichten grauen Betonlitfaßsäule ein buntes Exponat. Die Zwischenräume einer Kopfsteinpflasterfläche gießt eine Künstlerin mit Zinn aus. Bis Mitte September werden mehrere Plätze der Innenstadt zu attraktiven und sinnlich erfahrbaren Kunstwerken verwandelt, sagt die Ausstellungsmacherin Elisabeth Lumme.

Generalprobe am Mittwoch

Mittwochabend zwischen 22 und 23 Uhr leuchtet die Generalprobe der "Gildewart Line", eine Installation von LED-Leuchtlinien. "The Gildewart Line" will die räumliche Tiefe der gotischen Kunsthalle Dominikanerkirche unterstreichen und den Blick des Betrachters vom Stadtring in Richtung Innenstadt lenken. Eine visuelle Verbindung zwischen dem Kirchenbau und dem ehemaligen Wohnhaus des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart, dem das gesamte Projekt gewidmet ist. Offiziell eröffnet wird die Ausstellung dann am 13. Juni in der Kunsthalle Osnabrück.

Michael Johansson © NDR

Heger Tor: "Tetris" mit alten Möbeln

Der schwedische Objektkünstler Michael Johansson macht für zwei Wochen das Heger Tor in Osnabrück zum Kunstwerk "Public Square".

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Wo alte Möbel zur Kunst werden

Die Kunstaktion "Konkret mehr Raum" verwandelt Osnabrück dieser Tage in ein buntes Pflaster. Jetzt ist das erste Kunstwerk fertig - anderen fehlen sprichwörtlich nur noch Kleinigkeiten.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Kunsthalle Osnabrück - Felix-Nussbaum-Haus - Kulturgeschichtliches Museum und öffentlicher Raum

Telefon:
(0541) 323 22 02
E-Mail:
tourist-information@osnabrueck.de
Preis:
"CombiCard" (für alle drei Ausstellungsorte): pro Person 8 Euro/für Familien elf Euro; "CombiCard für zwei Tage: 11 Euro/16 Euro
Öffnungszeiten:
Kunsthalle Osnabrück
Dienstag: 13 bis 18 Uhr
Mittwoch bis Freitag: 11 bis 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat: bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Montags  geschlossen
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück und Felix-Nussbaum-Haus
Dienstag bis Freitag: 11 bis 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat: bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Montags bleiben beide Häuser geschlossen.
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