Stand: 03.06.2015 17:49 Uhr

Umbau der Hamburger Kunsthalle schreitet voran

Die Hamburger Kunsthalle hat endlich ein modernes Gemälde-und Skulpturendepot. Geschäftsführer Stefan Brandt und Direktor Hubertus Gaßner stellten das Depot am Mittwoch gemeinsam mit Kultursenatorin Barbara Kisseler und dem Mäzen Alexander Otto vor. Es ist ein wichtiger Zwischenschritt im Umbau der Kunsthalle, der im April 2016 abgeschlossen sein soll.

Metall ersetzt Holz

Zehn Monate nach Beginn der Bauarbeiten zieht sich ein Regal- und Hängesystem durch die erneuerten Räume der Kunsthalle. Dort können bald bis zu 2.500 Werke aufbewahrt werden - staubfrei, trocken, klimatisiert. Die zusammen 4.100 Quadratmeter großen Schiebewände ersetzen Holzkonstruktionen aus dem vergangenen Jahrhundert, über denen Wasserleitungen wie Damoklesschwerter hingen. Ironischerweise war es auch um den Brandschutz nicht gut bestellt. "Was alles hätte passieren können, mag man sich gar nicht vorstellen", konstatierte Kultursenatorin Kisseler. Ein Leck in den Leitungen wäre laut Kisseler "der Supergau" gewesen.

"Aller guten Dinge sind zehn"

Seit 1987 hatten die Leiter der Kunsthalle versucht, das alte Depot zu erneuern, damit es internationalen Standards genügt. "Aller guten Dinge sind zehn", scherzte Geschäftsführer Brandt. Seit den späten Achtzigern klopften er und seine Vorgänger bei zehn Hamburger Senaten an. Dass es nun geklappt hat, ist im Wesentlichen der Dorit und Alexander Otto-Stiftung zu verdanken. Sie beteiligt sich am 22 Millionen Euro teuren Umbau der Kunsthalle mit 15 Millionen Euro. Allein das neue Gemälde- und Skulpturendepot kostet rund vier Millionen.

Alte Stilelemente, neu entdeckt

Mäzen Alexander Otto sieht die Bauarbeiten auf einem sehr guten Weg: "Hauptziel ist, dass die Besucher nicht nur attraktive Räumlichkeiten vorfinden, sondern sich auch wohlfühlen." So legten die Bauarbeiter bereits einige historische Stilelemente frei, zum Beispiel den alten Terrazoboden im Foyer und Olympiasaal. Dort ist durch das Einreißen einiger Wände außerdem ein neuer, 400 Menschen fassender Raum für Konzerte, Empfänge und Vorträge entstanden. Er ist - wie das komplette Haus - künftig barrierefrei gestaltet. Dazu kommt ein energieeffizienter Neubau für Büros und Werkstätten. Die Bauarbeiten liegen im gesetzten Zeitplan. Senatorin Kisseler zeigte sich optimistisch, die Kunsthalle im April 2016 wiedereröffnen zu können.

Die Hamburger Kunsthalle im Umbau