Helikopter statt Hausarzt

Unterwegs mit Christoph 30

Freitag, 10. März 2017, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 11. März 2017, 08:30 bis 09:00 Uhr

Zwei Männer sitzen im Cockpit eines Helikopters.

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Die Erstversorgung am Unfallort und die Zeit, bis ein Patient in der Klinik eintrifft, entscheiden über Leben und Tod. Deshalb gibt es in Deutschland ein dichtes Netz von Rettungswachen, Rettungswagen - und für den äußersten Notfall Rettungshubschraubern.

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Dr. Tobias Jüttner ist Fliegender Notarzt auf dem Rettungshubschrauber "Christoph 30" in Wolfenbüttel.

Doch die Zeiten, in denen der Helikopter nur zu schwersten Unfällen oder Herzinfarkten abhob, sind längst vorbei. In ländlichen Regionen muss die Luftrettung immer öfter wegen Zipperlein anrücken - der Ärztemangel ist schuld.

Einsatz für Christoph 30, Rettungshubschrauber vom ADAC in Wolfenbüttel bei Braunschweig. Das Drei-Mann-Team aus Pilot, Rettungsassistent und Notarzt ist binnen zwei Minuten in der Luft. Verdacht auf Herzinfarkt, so lautet der Notruf, der bei der Leitstelle eingegangen ist. Doch die vermeintlich lebensbedrohliche Erkrankung entpuppt sich als verspannte Schulter bei einem Senior.

Kosten sind doppelt so hoch

Weil aber kein Notarztwagen am Boden schnell genug da sein konnte, musste der Hubschrauber geschickt werden. Die Kosten: Mehr als doppelt so hoch. Alltag für Dr. Tobias Jüttner, einen der fliegenden Notärzte auf "Christoph 30": "Die Bagatelle entpuppt sich immer erst hinterher als solche - der Patient empfindet es als gravierend, deshalb handeln wir immer so als ginge es um Leben und Tod."

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Landarztmangel: Dr. Ulrich Sievers schließt nach mehr als 35 Jahren seine Praxis in Schöppenstedt bei Braunschweig.

Vor allem mittwochnachmittags, wenn viele Arztpraxen geschlossen haben, und an Wochenenden steigt die Zahl der internistischen Notfälle, mit denen die Hubschrauberbesatzung zu tun hat. Landärzte sind auf vielen Dörfern in Niedersachsen inzwischen Mangelware. Vielen Patienten bleibt nur der Notruf. "65 Prozent unserer Flugeinsätze sind inzwischen internistische Notfallalarmierungen", so Dr. Jüttner.

Redaktion
Julia Saldenholz
Autor/in
Michael Nieberg
Produktionsleiter/in
Andy Kaminski
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Redaktion
Florian Müller

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