Lohnsklaven im Norden

Eine Frau kämpft gegen Ausbeutung

Samstag, 12. August 2017, 08:30 bis 09:00 Uhr

Gemeinsam informieren Frauen verschiedener niedersächsischer Beratungsstellen die Arbeiter über ihre Rechte: in Rumänisch, Bulgarisch, Polnisch und Spanisch.

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Eine Frau fährt in einem schwarzen Kleinbus mit abgedunkelten Scheiben durch Niedersachsen. Sie eilt zu rumänischen Arbeitern, die in Schlacht- und Geflügelbetrieben oder der Bau- und Metallbranche schuften. Oftmals sind die Arbeiter in verkommenen Wohnunterkünften untergebracht und müssen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten.

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In der Küche einer Wohnunterkunft spricht Daniela Reim auf Rumänisch mit den Arbeitern.

Daniela Reim möchte das verhindern und fährt mit ihrem Bus von Wohnung zu Wohnung. Auch sie ist Rumänin, spricht fließend Deutsch. Die Arbeiter nennen sie „Engel“. Die 43- Jährige ist seit drei Jahren in der Beratungsstelle Oldenburg für mobile Beschäftigte tätig und hilft den Arbeitern. Sie kämpft mit voller Leidenschaft gegen moderne Sklaverei mit Osteuropäern, die sich für Dumpinglöhne in den Schlachtbetrieben verdingen müssen.

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NDR Filmemacher Esra Özer und Nikolas Migut begleiten sie über mehrere Monate bei ihrer Arbeit. In einer Wohngemeinschaft begegnen sie rumänischen Arbeitern, die sich über Abzüge auf ihrer Lohnabrechnung beklagen. Der Chef der Geflügelfirma ist vor Ort und wird laut: "Macht sofort die Kamera aus, hier wird nicht gedreht." Kurze Zeit später stellt er sich doch der Kritik und gibt persönlich eine Wohnungsführung. Ein seltener Einblick.

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Die Sprinterkolonnen aus Osteuropa

07.04.2017 21:15 Uhr

Osteuropäer fahren rund um die Uhr für einen Hungerlohn Waren durch Deutschland. Angestellt werden sie in ihrem Heimatland - für umgerechnet 300 Euro im Monat. mehr

Daniela Reim erstreitet dabei das Recht der Arbeiter; fordert, dass sie von ihrem Chef ausbezahlt werden. Denn viele der Arbeiter halten es hierzulande nicht mehr aus. Immer mehr von ihnen geben auf und wollen zurück in ihre Heimat Rumänien.

Auch dem Team der Reportage begegnen viele Arbeiter und junge Familien, die oft mit leeren Händen nach Rumänien zurückkehren. Denn die Arbeiter bekommen ihren eigentlich verdienten Lohn nicht voll ausbezahlt - für einen Schlafplatz in einem Mehrbettzimmer werden ihnen in der Regel 300 Euro berechnet und abgezogen. Eine gängige Methode, den Mindestlohn zu drücken. Überstunden und Nachtzuschlag gibt es nicht. Lange Arbeitswege sind die Regel. Ein Sammeltransport - organisiert vom Arbeitgeber - ist üblich in der Szene und wird mit bis zu 100 Euro monatlich pro Kopf abgerechnet. So seien Abzüge von insgesamt 500 Euro und mehr im Monat keine Seltenheit, beklagt Daniela Reim.

Autor/in (Drehbuch)
Regie
Esra Özer
Autor/in (Drehbuch)
Regie
Nikolas Migut
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Redaktionsleiter/in
Kuno Haberbusch
Redaktion
Florian Müller