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Horst Seehofer - Mann des Widerspruchs

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Horst Seehofer

Kaum ein deutscher Politiker polarisiert derzeit so sehr wie er: Horst Seehofer. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Politiker gilt als schärfster unionsinterner Kritiker der Flüchtlingspolitik Angela Merkels. Er bemängelte unter anderem die von der Kanzlerin geöffneten Grenzen und sprach von einer "Herrschaft des Unrechts".

Doch der Mann, der derzeit vor allem durch seine Unmutsbekundungen von sich Reden macht und dafür nicht nur von politischen Gegnern stark kritisiert wird, hat viele Gesichter.

"Das Wichtigste, was Sie als Parteiführer beherrschen müssen, dass Sie Dinge ertragen. Das ist die wichtigste Führungseigenschaft: schweigen zu können, schlucken zu können, Dinge hinzunehmen, auch wenn sie Sie ärgern, diese Disziplin müssen Sie im Laufe der Zeit lernen."

Horst Seehofer

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Das Rätsel Seehofer

 

"Der Vorwurf des Populismus begleitet mich, seitdem ich Politik mache. Immer, wenn Sie in Deutschland eine Meinung abseits des Mainstreams vertreten, dann gelten Sie als Populist."

Horst Seehofer

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Der bayerische Chef

"Zuhören - verstehen - handeln!" beschreibt Seehofer sein politisches Credo auf seiner Webseite. Nur wer als Politiker von den Menschen lernen wolle, der habe auch seinen Auftrag verstanden.

Er selbst, geboren am 4. Juli 1949 in Ingolstadt, hat sich aus ärmlichen Verhältnissen in sein Amt hochgearbeitet. 2008 wurde er bayerischer Ministerpräsident und seit der Landtagswahl 2013 regiert die CSU - deren Vorsitzender er ist - wieder alleine im Freistaat Bayern.

Seine Karriere

Erste gehobene Position in einer steilen Politlaufbahn: Nachdem Seehofer 1971 der CSU beigetreten und 1980 in den Bundestag eingezogen war, folgt er 1989 Stefan Höpfinger (Mitte) als Parlamentarischer Staatssekretär beim damaligen CDU-Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Norbert Blüm (links im Bild).

Seinen nächsten Karrieresprung macht Seehofer nur drei Jahre später: Unter Bundeskanzler Helmut Kohl wird er Bundesgesundheitsminister.

Anfang 2002 muss Seehofer mit einer lebensbedrohlichen Herzmuskelentzündung ins Krankenhaus. Im Juni des Jahres ist er gesundheitlich wieder genesen, so dass CSU-Chef und Unions- Kanzlerkandidat Edmund Stoiber ihn in sein Kompetenzteam für den anstehenden Bundestagswahlkampf beruft. Bei der Wahl behält Rot- Grün jedoch knapp die Mehrheit.

Im November 2005 löst Angela Merkel den Bundeskanzler Gerhard Schröder ab und Seehofer wird Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Großen Koalition.

Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Horst Seehofer bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags im Jahr 2013: Da die FDP bei der Bundestagswahl 2013 zum ersten Mal seit ihrer Gründung die Fünf-Prozent-Hürde verfehlt, bleibt der Union nur eine Neuauflage von Schwarz-Rot.

Ministerpräsident Seehofer macht seine Unterschrift zum Koalitionsvertrag von der Einführung einer Pkw-Maut für Ausländer abhängig und fordert eine Reform des Länderfinanzausgleichs mit der er Bayern entlasten will.

Während Seehofer der Kanzlerin bei der Diskussion um einen möglichen Euro-Ausstieg Griechenlands Anfang 2015 gegen Teile seiner eigenen Partei noch den Rücken gestärkt hat, geht er in der Flüchtlingspolitik mit der vehementen Forderung nach Obergrenzen auf Konfrontationskurs. Vorläufiger Höhepunkt ist der CSUParteitag im November, auf dem er Merkel öffentlich brüskiert.

"Ich bin hauptverantwortlich dafür, dass es Bayern gut geht und dass wir Erfolg haben. Wenn es nicht so ist, bin ich der Erste, um dessen Kopf es geht, und deshalb erlaube ich mir auch alles sicherzustellen, dass dieser Erfolg eintritt."

Horst Seehofer

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Der volksnahe Politiker

Der unbedingte Erfolgswille Horst Seehofers zeigt sich in seinem engen Kontakt zu den bayerischen Wählern und in seiner politischen Ausrichtung. Einige sagen: Vor allem aber an den Meinungen, die er ändert. So wird er von Kritikern nicht selten "Drehhofer" genannt. Unstet wie eine Fahne im Wind nehmen sie ihn wahr, andere sehen genau darin seine Stärke.

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Die Sympathie erntet er inzwischen allerdings auch da, wo er es selbst nicht so gerne hätte. Anfang des Jahres ermittelte eine Forsa-Umfrage, dass Seehofer der beliebteste Politiker bei den AfD-Wählern ist. Der Partei also, die bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz so stark zulegte - während die Union ihren neuen Tiefststand erreichte. Trägt Seehofer eine Mitschuld durch seine andauernde Kritik an Kanzlerin Merkel? Er selbst sieht das zumindest nicht so:

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"Ich habe noch nie unter meinem Beruf als Politiker, Ministerpräsident, so gelitten, wie die letzten sechs, sieben Monate."

Horst Seehofer

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Der Interviewpartner

 

Credits

#BECKMANN

Credits

Autorin:
Anne Backhaus

Redaktion:
Bettina Meier
Frank Schulze

Redaktion: beckground tv

Musik:
"God Be With You Till We Meet Again" by Chris Zabriskie
Licensed under Creative Commons Attribution (3.0 BY)

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