Stand: 07.12.2012 19:24 Uhr
Der Bahnhof, mein neues Wohnzimmer
Kein "Vorsicht an der Bahnsteigkante", keine Abschiedstränen oder Empfangskomitees - viele Bahnhöfe im Norden sind schon lange nicht mehr in Betrieb. Die Deutsche Bahn ließ 50 dieser steinernen Altlasten jetzt versteigern. Zehn der Immobilien liegen in Norddeutschland und kamen am Freitag in Berlin unter den Hammer.
Von 1.800 bis 193.000 Euro
Das niedrigste Siegergebot lag bei 1.800 Euro für den verfallenen Flachdach-Bau in Langhagen bei Güstrow, am meisten erzielte der schmucke Schleswiger Bahnhof in bester Lage: 193.000 Euro. Welche Objekte sonst noch heiß begehrt waren und welche sich als Ladenhüter entpuppten, verrät die Galerie.
3,2,1 - der Bahnhof ist meins
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Extras wie "Fahrradständer und Bushaltestelle auf dem Flurstück" halfen am Ende nicht: Der Altbau in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aus dem späten 19. Jahrhundert fand zum Spottpreis von 2.600 Euro einen neuen Besitzer. Das Mindestgebot lag nur 100 Euro darunter.
Beim alten Bahnhof in Lüdersdorf in Nordwestmecklenburg wies der Auktionskatalog auf "Graffitiverunreinigungen" und den "sanierungsbedürftigen Zustand" hin. Dass das Haus am Ende dennoch für 28.000 statt der aufgerufenen 4.000 Euro wegging, lag laut Auktionshaus vor allem an der attraktiven Lage in der Nähe zu Lübeck.
In Langhagen bei Güstrow gab es diesen eher schmucklosen Flachdach-Bau aus den 1970er-Jahren zu ersteigern. Immerhin 1.800 Euro war er einem Bieter wert.
"Feuchtigkeits- und Vandalismusschäden" und "Verdacht auf Schädlingsbefall": eine schwere Hypothek für den unter Denkmalschutz stehenden Rotklinker in Kavelstorf-Dummerstorf. Bislang fand sich kein Käufer, der die aufgerufenen 4.500 Euro ausgeben wollte.
Jatznick liegt im Landkreis Vorpommern-Greifswald und lockt mit diesem unter Denkmalschutz stehenden Altbau aus dem späten 19. Jahrhundert. Wer sich in Sachen Sanierung auskennt, kann sich auch an dem ehemaligen Empfangsgebäude mit mehreren Wohnungen austoben. 2.500 Euro wollte bislang dennoch niemand bieten.
Dieser Flachdach-Bau in Grabowhöfe, unweit von Waren an der Müritz, erzielte 3.400 Euro. Den Preis dürfte auch der Schimmelbefall gedrückt haben. Der Käufer bekommt aber immerhin eine Nutzfläche von 141 Quadratmetern.
In Glückstadt an der Elbe liegt dieses Schmuckstück aus dem Jahre 1937. Es bietet eine Wohn-/Nutzfläche von 884 Quadratmetern - mit einem Siegergebot von 63.000 Euro erzielte der Backsteinbau mehr als das Doppelte des Mindestgebots.
Der Altbau im schleswig-holsteinischen Preetz ging für 82.000 Euro über den Tisch. Dafür erhält der Käufer eine Grundstücksgröße von 1.233 Quadratmetern inklusive Parkplatzflächen. Aber: Fahrkartenautomat und Schließfachanlage waren ausdrücklich nicht Auktionsgegenstand.
193.000 Euro: Das meiste Geld nahm die Bahn am Freitag mit der Schleswiger Bahnhofshalle ein. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude aus dem Jahr 1914 bietet eine Wohn- bzw. Nutzfläche von 1.488 Quadratmetern und liegt sehr zentral.
Bei Reisenden, die die Regionalverbindungen nach Bremen und Hannover nutzen, ist der Bahnhof Achim nach wie vor beliebt - trotzdem hatte die Bahn kein Interesse mehr an dem Gebäude. Der Altbau aus dem Jahr 1884 mit mehreren Nebengebäuden brachte 117.000 Euro ein. Das Mindestgebot hatte bei 25.000 Euro gelegen.
Bei Reisenden, die die Regionalverbindungen nach Bremen und Hannover nutzen, ist der Bahnhof Achim nach wie vor beliebt - trotzdem hatte die Bahn kein Interesse mehr an dem Gebäude. Der Altbau aus dem Jahr 1884 mit mehreren Nebengebäuden brachte 117.000 Euro ein. Das Mindestgebot hatte bei 25.000 Euro gelegen.
Mein neues Wohnzimmer - früher ein Bahnhof
Mich würde ja mal interessieren was die Bieter so mit diesen alten Bahnhofsgebäuden so anstellen wollen. Eisenbahnenthusiasten sind zwar bestimmt dabei aber bei einigen dieser Gebäude fährt doch... [mehr]