Sendedatum: 08.04.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Die Tücken der Haftpflichtversicherung

von Annette Niemeyer

Geliehene und gemietete Sachen

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Viele Haftpflichtversicherungen, die vor 1995 abgeschlossen wurden, ersetzen Schäden höchstens bis eine Million Euro.

Geliehene Sachen sind in der Regel nicht versichert. Leiht man sich zum Beispiel für eine Reise ein teures Zelt oder eine Kamera, zahlt die Haftpflichtversicherung nicht, falls die Sachen kaputt oder verloren gehen. Die Versicherer wollen dadurch verhindern, dass es einen Anreiz zu Versicherungsbetrug gibt.

Gefälligkeitshandlungen

Gießt jemand die Blumen des Nachbarn in dessen Urlaub und zerstört dabei zum Beispiel eine kostbare Vase, zahlt der Versicherer in der Regel nicht. Gegen Aufpreis lassen sich heute bei vielen Anbietern auch Schäden an Geliehenem und aus Gefälligkeitshandlungen versichern. Wer sich dafür interessiert, sollte mit seinem Versicherer Rücksprache halten.

Ehrenamt

Bei ehrenamtlichen Helfern, die keine leitende Funktion im Verein haben, greift in der Regel die private Haftpflichtversicherung. Es ist aber ratsam, den Versicherungsschutz zu klären - vor allem bei Altverträgen. Wer in leitender Funktion ehrenamtlich tätig ist, braucht darüber hinaus unter Umständen auch eine Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden. Sonst droht im schlimmsten Fall eine Haftung mit dem Privatvermögen. Weitere Infos dazu gibt's bei Verbraucherzentralen und unabhängigen Versicherungsberatern.

Wasserschäden

Immer wieder gibt es Unklarheiten, ob man zu Hause bleiben muss, während die Waschmaschine läuft. Die Antwort ist eindeutig: Setzt die auslaufende Waschmaschine zum Beispiel die Wohnung des Nachbarn unter Wasser, zahlt die Haftpflichtversicherung. Für Schäden am eigenen Mobiliar ist die Hausratversicherung zuständig. Und die verlangt tatsächlich in manchen Fällen die Beaufsichtigung der Maschine.

Hobbys

Grundsätzlich sind die meisten Hobbys mitversichert. Dennoch lässt sich festhalten: Im Zweifel immer den Versicherer fragen rät die Stiftung Warentest. Besonders gilt dies, wenn man risikoreiche Hobbys wie zum Beispiel Segeln oder Kitesurfen betreibt.

Urlaub

Schnell kann auch im Urlaub etwas passieren. Diese Risiken sind meist in den gängigen Haftpflichttarifen mitversichert. Häufig sind jedoch Schäden beim beweglichen Mobiliar nicht abgesichert. Eine Urlaubshaftpflicht lohnt sich laut dem Versicherungsexperten Michael Nischalke jedoch meist nicht.

Haustiere

Kleinere Haustiere wie Vögel und Katzen sind in den normalen Tarifen mitversichert. Schäden durch große Tiere und Tiere, die gefährlich werden können, wie Pferde und Hunde, sind nicht abgesichert. Hier muss der Halter eine zusätzliche Tierhaftpflicht abschließen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 08.04.2013 | 20:15 Uhr

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