Sendedatum: 13.08.2012 20:15 Uhr  | Archiv

Welche Schäden verursacht hartes Wasser?

von Jennie Radü

Welchen Härtegrad das Wasser zu Hause hat, hängt davon ab, wie kalkhaltig das Wasser der Quelle ist, aus der es stammt. Wer das genau wissen will, kann den Härtegrad beim zuständigen Wasserwerk erfragen. Bis zu einem Wert von 8,4 deutscher Härte (°dH = Grad deutscher Härte) spricht man von weichem Wasser, zwischen 8,4 und 14 °dH von Wasser mittlerer Härte. Alles über 14 °dH wird als hartes Wasser bezeichnet. Einen gesetzlich festgelegten Höchstwert gibt es nicht.

Den Härterekord des Nordens halten Rottorf und Groß-Steinum, Ortsteile von Königslutter am Elm. Nirgendwo anders in Norddeutschland gibt es so hartes Wasser. 32,5 °dH wurden dort zuletzt gemessen, das liegt weit über dem Wert von Bremen (6,7 °dH) oder Hannover (12 °dH). Selbst Kiel, wo das Wasser ebenfalls sehr hart ist, kann mit 19 °dH nicht mithalten.

Hartes Wasser und Gesundheit

Gesundheitsschädlich ist hartes Wasser nicht. Es enthält lediglich besonders viel Calcium- und Magnesiumverbindungen, aus denen Kalk besteht. Der große Nachteil: Überall dort, wo das Wasser langsam fließt oder auf über 60 Grad erhitzt wird, setzt sich Kalk ab. In Küche und Bad hat man dann mit Flecken zu kämpfen, die sich nur schwer entfernen lassen - am ehesten mit Essigreiniger.

Negative Folgen fürs Waschen?

Ein weiterer Nachteil von hartem Wasser: Man muss mehr Waschmittel verwenden - zum Teil doppelt so viel wie Verbraucher in Weichwassergebieten. Wer sich an die Dosierungsempfehlung des Herstellers hält, braucht allerdings keinen zusätzlichen Enthärter. Nur in Gebieten mit hartem Wasser kann es sinnvoll sein, diese zu benutzen. Dann kann man das Waschmittel so dosieren, als hätte man weiches Wasser, was die Umwelt auch weniger belastet.

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Geht eine Waschmaschine schneller kaputt, weil der zusätzliche Enthärter fehlt? Frank Seeger, der in Vechelde seit vielen Jahren Haushaltsgeräte repariert, hält Kalk für vergleichsweise harmlos: Die meisten Waschmaschinen gingen kaputt, weil die Elektronik versage, die Pumpe verstopfe oder schlicht die Türverriegelung nicht mehr schließe, meint Seeger. Auch wenn sich der Kalk mit der Zeit am Heizstab abgelagert, würde das nicht heißen, dass dieser weniger gut funktioniere, so Seeger weiter.

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Spülmaschinen dagegen brauchen weiches Wasser. Aber hier haben die Hersteller von Anfang an vorgesorgt: In jede Maschine ist eine eigene Enthärtungsanlage eingebaut. Wer regelmäßig Maschinensalz nachfüllt, muss sich keine Sorgen machen, dass der Kalk der Maschine schadet.

Anders ist es zum Beispiel bei Kaffeeautomaten: Hier sind die Zuleitungen zum Teil sehr eng und drohen zu verkalken. Wer hartes Wasser hat, sollte die Maschine regelmäßig mit Essigessenz reinigen. Kalkablagerungen im Bügeleisen kann man verhindern, indem man destilliertes Wasser verwendet.

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Wer sich durch den Kalk im Wasser beeinträchtigt fühlt, kann auch eine Enthärtungsanlage für das gesamte Haus einbauen lassen. Bei Härtegraden unter 20 °dH besteht jedoch laut Experten kaum Handlungsbedarf. Wer sich für eine solche Anlage entschließt, sollte sich vorab gut über die verschiedenen Techniken und Preise informieren - durch die Wartung kommen zu Anschaffungskosten von bis zu 3.000 Euro auch noch jährliche Folgekosten dazu. Gerade an der sachgerechten Wartung sollte man aber auf keinen Fall sparen: Andernfalls leidet nicht nur das Gerät, sondern unter Umständen auch die Qualität des Trinkwassers.

Eine andere Möglichkeit kann sein, dass die Gemeinde, in der man wohnt, die Quelle wechselt. In Königslutter beispielsweise wurde nun entschieden, weiches Wasser per Fernleitung aus dem Harz kommen zu lassen. In anderen Orten lässt es sich aber durchaus mit hartem Wasser leben, wenn man ein paar Dinge beachtet. Gefährlich, wie einige Hersteller uns glauben machen wollen, ist es nicht.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 13.08.2012 | 20:15 Uhr

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