Stand: 01.12.2017 09:34 Uhr

Zimtsterne: Was steckt im Weihnachtsgebäck?

von Benjamin Cordes

Zimtsterne sind ein Klassiker in der Adventszeit. Gemahlene Mandeln oder Nüsse, Eier, Zucker und Zimt sind die wichtigsten Zutaten für das Weihnachtsgebäck. Darauf kommt eine schöne Schicht Eischnee. Zwei Expertinnen haben für Markt verschiedene Zimtsterne aus dem Handel getestet (Preise für jeweils 100 Gramm):

  • Zimtsterne von Aldi für 1,02 Euro
  • Zimtsterne von Edeka für 1,59 Euro
  • Zimtsterne von Bahlsen für 1,99 Euro
  • Zimtsterne in Bio-Qualität von dm für 2,36 Euro
  • Zimtsterne vom Bäcker Von Allwörden für 2,39 Euro

Zimtsterne im Test

Sechs Zutaten fürs klassische Rezept

Für klassische Zimtsterne brauchen unsere Expertinnen gerade einmal sechs Zutaten: "Wir nehmen nur Mandeln, Puderzucker, Marzipan, Eiweiß, Zimt und Zitronenschale", sagt Konditormeisterin Juliane Hälbig. Die gekauften Produkte haben allerdings eine deutlich längere Zutatenliste. Darunter solche, die in einem traditionellen Zimtstern gar nicht drin sein müssen: Stabilisatoren, Palmöl, Emulgatoren, Feuchthaltemittel, Aromen.

Mandeln oder Haselnüsse?

Juliane Hälbig verwendet für Zimtsterne ausschließlich Mandeln. "Das ist nach meiner Meinung das Original. Außerdem sind Mandeln feiner im Geschmack und hochwertiger, aber auch teurer als Haselnüsse." In den gekauften Zimtsternen von Aldi sind Mandeln und Haselnüsse, die Menge wird nicht verraten. Bei Bahlsen werden nur Haselnüsse verwendet. Ihr Anteil am Produkt wird auf der Packung mit 37 Prozent angegeben. In den Zimtsternen von Edeka sind jeweils 18 Prozent Haselnüsse und Mandeln enthalten. Von Allwörden verwendet ausschließlich Haselnüsse, ihr Anteil wird mit 42 Prozent angegeben. Die Drogeriekette dm verwendet Mandeln und Haselnüsse (Anteil: 46 Prozent).

Videos
06:59

Zimtsterne: Was steckt im Weihnachtsgebäck?

04.12.2017 20:15 Uhr
Markt

Gemahlene Mandeln oder Nüsse, Marzipan, Eier, Zucker und Zimt sind die wichtigsten Zutaten für Zimtsterne. Markt hat verschiedene Produkte aus dem Handel getestet. Video (06:59 min)

Debatte über Cumarin

Vor einigen Jahren gerieten Zimtsterne wegen ihres Cumarin-Gehalts in Verruf. Cumarin ist ein natürlicher Bestandteil von Zimt und steht im Verdacht, die Leber zu schädigen und Krebs zu fördern. "Cumarin ist ein natürlicher Aroma- und Duftstoff, den viele Pflanzen enthalten, auch Zimt", erklärt Ernährungsmediziner Matthias Riedl. "Er ist leberschädigend und kann bei einer kleinen Gruppe besonders empfindlicher Personen zu Leberschäden führen." So könne es in leichten Fällen zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, in schweren Fällen zu einer Entzündung der Leber, die sich als Gelbsucht bemerkbar machen kann. "In Tierversuchen hat Cumarin in sehr hohen Mengen, die über lange Zeiträume verabreicht wurden, bei Ratten und Mäusen Krebs ausgelöst", sagt Riedl. "Für den Menschen gibt es dagegen keine Hinweise auf eine cumarinbedingte Tumorentstehung."

Ceylon-Zimt enthält nur geringe Mengen Cumarin

In den vergangenen Jahren wurden keine Zimtsterne mehr von den Behörden beanstandet. Das hängt auch damit zusammen, dass die Hersteller weniger Zimt verwenden beziehungsweise eine Sorte, die von Natur aus weniger Cumarin enthält. "Man kann zwischen zwei Zimtsorten unterscheiden: Ceylon-Zimt enthält nur geringe Mengen an Cumarin, die aus Sicht des BfR gesundheitlich unbedenklich sind", erklärt Matthias Riedl. "Cassia-Zimt weist höhere Gehalte an Cumarin auf und sollte deshalb nicht über einen längeren Zeitraum in größeren Mengen verzehrt werden."

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 04.12.2017 | 20:15 Uhr

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