Stand: 01.12.2016 15:40 Uhr

Kerzen: Warmes Licht für gemütliche Stunden

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Kerzen gibt es in unzähligen Formen und Farben.

Kerzen gehören zur Weihnachtszeit wie Plätzchen und heiße Getränke. Ihr warmes, weiches Licht schafft eine gemütliche Atmosphäre und festliche Stimmung. Das Angebot an Kerzen ist kaum überschaubar: groß oder klein, weiß oder farbig, lang und schmal oder dick sowie in Form von Figuren. Auch beim Preis gibt es erhebliche Unterschiede. Worauf sollte man beim Kerzenkauf achten?

Aus alten Kerzen neue basteln

Aus alten Kerzen neue basteln

Nordmagazin -

Kerzenstümpfe oder Kerzenbruch muss man nicht wegwerfen. Wer die Reste nach Farben sortiert, kann daraus neue Kerzen gießen. Die Werkmeisterinnen zeigen, wie es geht.

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Wachs ist nicht gleich Wachs

Kerzen bestehen aus verschiedenen Materialien. Der weit überwiegende Teil wird aus Hartparaffin produziert, einer Substanz, die als Nebenprodukt beim Raffinieren von Erdöl entsteht. Paraffin schmilzt bei etwa 55 Grad Celsius. Deutlich seltener bestehen Kerzen aus Stearin, das überwiegend aus pflanzlichem Fett gewonnen wird. Es schmilzt erst bei etwa 65 Grad und ist weniger elastisch als Paraffin. Obwohl Stearin als nachwachsender Rohstoff gilt, sehen es Umweltschützer kritisch. Zum Anbau des gängigen Rohstoffs Palmöl werden nämlich große Flächen tropischer Regenwald gerodet. Paraffin und Stearin werden bei der Kerzenproduktion auch gemischt verwendet. Produkte, die als Stearinkerze angeboten werden, müssen mindestens 90 Prozent dieses Stoffs enthalten und sind meist teuer als Paraffin-Kerzen. Umgangssprachlich werden beide Stoffe als Wachs bezeichnet.

Vorsicht, offenes Feuer

So brennen Kerzen sicher ab:
- Kerzen senkrecht aufstellen
- nicht unbeaufsichtigt lassen
- vor Zugluft schützen
- mindestens zehn Zentimeter Abstand zwischen zwei Kerzen lassen
- rußende oder flackernde Kerzen löschen, Docht auf 10-15 mm kürzen
- Abstand zu brennbaren Gegenständen wie Vorhängen halten
- Kerze nicht auspusten, sondern den Docht kurz in das flüssige Wachs drücken

Der dritte gängige Grundstoff ist Bienenwachs. Bienenwachskerzen dürfen keine Zusatzstoffe enthalten und haben daher immer die typische goldgelbe Farbe. Aufgrund des begrenzt verfügbaren natürlichen Rohstoffs sind sie die teuersten und seltensten Kerzen.

Bunt statt weiß

Kerzen aus Paraffin oder Stearin sind zunächst weiß. Um farbige Kerzen herzustellen, werden dem Rohstoff fettlösliche Farbpigmente zugesetzt. Das Ergebnis: sogenannte durchgefärbte Kerzen. Die gängigere und kostengünstige Alternative ist es, weiße Kerzen in eine Mischung aus Wachs und Farbpigmenten zu tauchen, um sie in einen bunten Mantel zu hüllen. Am besten brennen ungefärbte Kerzen, denn Farbstoffe können den Docht verstopfen und das Brennverhalten negativ beeinflussen.

Paraffin und Stearin verbrennen weitgehend geruchlos. Speziellen Duftkerzen werden Geruchsstoffe unterschiedlichster Noten und Intensität zugesetzt.

Rauch und Ruß vermeiden

Immer wieder wird diskutiert, ob beim Abbrennen von Kerzen gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Der Verbrennungsprozess entzieht der Raumluft Sauerstoff und verursacht Schadstoffe. Nach Ansicht von Verbraucherschützern sind sie jedoch sehr gering, unabhängig vom Brennmaterial. Beginnt die Kerze zu flackern oder zu rußen, nimmt die Feinstaubbelastung deutlich zu. Daher sollten Kerzen nicht in Zugluft stehen oder mit zu langem Docht brennen. Brennt sich die Flamme weit in das Wachs ein, bekommt sie nicht genügend Sauerstoff und es bilden sich mehr Schadstoffe. Kerzen löscht man am besten, indem man den Docht in das flüssige Wachs drückt, denn so entsteht kein Rauch. Haben in einem Raum längere Zeit Kerzen gebrannt, sollte danach gut gelüftet werden.

Qualität von Kerzen erkennen

Die Qualität von Kerzen lässt sich vor dem Kauf schlecht einschätzen. Ein Anhaltspunkt kann das RAL-Gütezeichen sein. Produkte, die damit gekennzeichnet sind, wurden mit Blick auf hochwertige Rohstoffe sowie raucharmes und tropffreies Abbrennen geprüft. Als weiteres Merkmal guter Kerzen gilt das Gewicht. Je schwerer eine Kerze bei gleicher Größe ist, desto länger sollte sie brennen. Pro Stunde verbrennen etwa sieben bis zehn Gramm Wachs - bei Stearin tendenziell etwas weniger. Dabei spielen allerdings auch die Stärke des Dochts und die Größe der Flamme eine Rolle. Das optimale Verhältnis von Docht und Durchmesser zu finden, gilt als hohe Kunst der Kerzenherstellung.

Pressen, gießen, ziehen

Industriell gefertigte, gerade Kerzen werden überwiegend gepresst. Dazu wird pulverisiertes Paraffin in eine Hülse gefüllt und unter hohem Druck von beiden Seiten zusammengepresst. Kerzen in unterschiedlichsten Formen entstehen im Gießverfahren. Flüssiges Wachs wird in (Kautschuk-)Formen gegossen und erstarrt darin. Reine Stearinkerzen werden nur im Gießverfahren hergestellt. Längliche Kerzen können auch gezogen werden: Der Docht wird immer wieder in flüssiges Wachs getaucht, das dann Schicht für Schicht abkühlt.

Der Docht einer Kerze besteht meist aus geflochtenen Baumwollgarnen, teils gemischt mit Papierfäden. Daran steigt flüssiges Wachs an die Spitze und verbrennt dort.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordmagazin | 01.12.2016 | 19.30 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Woraus-bestehen-Kerzen,kerzen228.html

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