Sendedatum: 18.01.2016 20:15 Uhr

Werbung im Internet: So tricksen Hersteller

von Sara Rainer
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In Videos schildern YouTube-Stars positive Erfahrungen mit Produkten.

Im Internet gibt es viele Seiten, auf denen Produkte vorgestellt werden - zum Beispiel Blogs und das Videoportal YouTube. Oft bekommen Verbraucher dort den Eindruck, dass echte Käufer ehrliche Empfehlungen verbreiten. Doch nicht immer urteilen die vermeintlichen Tester unabhängig: Viele erhalten Geld oder dürfen die Ware behalten.

Kostenloser Kaffee für Produkttester

Einige Hersteller wie der Kaffeeröster Melitta rufen im Internet dazu auf, neue Produkte zu testen. Die Ware gibt es geschenkt. Die Tester sollen den Kaffee kostenlos ausprobieren und möglichst vielen davon erzählen. Kein Wunder, dass nach Auskunft von Melitta bis zu 99 Prozent der Tester den Kaffee empfehlen.

Melitta schreibt dazu: "Die kostenfreie Ware spielt sicher auch eine Rolle für eine gute Bewertung, dennoch werden die Tester ausdrücklich aufgefordert, ihre ehrliche Meinung abzugeben."

Verdeckte Werbung in YouTube-Videos

Auf der Videoplattform YouTube sind Stars wie Sami Slimani und Bibi mit ihren Produktempfehlungen berühmt geworden. Mehr als eine Million Zuschauer sehen sich die Filme an. Meist präsentieren die YouTube-Stars Kosmetik und erzählen, was sie im Drogeriemarkt gekauft haben. Die Hersteller zahlen dafür in der Regel ein Honorar. Über die Höhe sprechen die von Markt befragten YouTube-Stars nicht. Werbung muss auch im Internet klar erkennbar sein. Nicht alle YouTube-Stars halten sich daran.

So funktioniert Empfehlungsmarketing

Medienwissenschaftler Professor Philipp Riehm erklärt, wie das Empfehlungsmarketing funktioniert:

  • Werbung bei YouTube

    "Oft sind YouTube-Stars sogenannte Multiplikatoren, die ihre angeblich tollen Erfahrungen besonders glaubwürdig erzählen. Das kommt gut an bei den Leuten, die den Stars auf YouTube folgen - und hinterher die beworbenen Produkte kaufen sollen."

  • Werbung mit Produkttestern

    "Wenn sich jemand als Produkttester bewirbt, erzählt er es ungefähr einem Dutzend Leute. Die nehmen das ganz unbewusst mit nach Hause. Wenn sie dann im Supermarkt stehen, erinnern sie sich wieder an die angeblich sympathische Firma, von denen der Produkttester gesprochen hat."

  • Unabhängigkeit von Produkttestern

    "Wenn uns jemand etwas schenkt, haben wir das Bedürfnis, uns dafür zu revanchieren. Das nennt man dann auf Werber-Psychologen-Deutsch 'Reziprozität'. Wenn ich also ein Produkt kostenlos ausprobiere, möchte ich der Firma dafür unbewusst etwas zurückgeben."

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Straßenumfrage mit Schauspielern

Ein beliebtes Mittel in der klassischen Werbung sind Aussagen von Menschen auf der Straße, die sich positiv zum Produkt äußern. Darauf setzt zum Beispiel der Brillenhersteller Fielmann. Ob die Aussagen wirklich spontan sind oder von Schauspielern gemacht werden, können Verbraucher oft nur schwer beurteilen.

Fielmann schreibt dazu: Die Leute würden auf der Straße angesprochen. Was sie sagen, sei nicht vorgegeben - aber sie würden für die Werbung bezahlt.

Auch ein Fernsehspot des Kosmetikherstellers Dove wirkt wie eine spontane Straßenumfrage. Doch Dove gibt zu, die Interviews lange vorher zu planen, die teilnehmenden Frauen über eine Agentur zu buchen und in das Thema einzuführen.

Video
07:48 min

Werbung im Internet: So tricksen Hersteller

18.01.2016 20:15 Uhr
Markt

Im Internet gibt es viele Seiten, auf denen Produkte vorgestellt werden. Oft handelt es sich um verdeckte Werbung. Markt zeigt die Tricks der Hersteller. Video (07:48 min)

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Markt | 18.01.2016 | 20:15 Uhr