Stand: 01.10.2015 09:29 Uhr

Energielabel: Was hinter A+++ steckt

Waschmaschine, Kühlschrank oder Geschirrspülmaschine: Wer ein neues Haushaltsgerät kauft, wird auf den Energieverbrauch hingewiesen. EU-weit müssen in der Werbung und auf dem Gerät selbst genormte Angaben stehen. Anhand des Energielabels kann der Verbraucher verschiedene Geräte auf einen Blick vergleichen. Eine Skala mit maximal zehn Klassen zeigt die Energieeffizienz: vom ungünstigen G über A bis zum Top-Wert A+++.

Beispiel Geschirrspüler: Solche EU-Energielabel informieren bei neuen Geräten über den Stromverbrauch und weitere Merkmale.

Allerdings hat die Praxis diese Einteilung bei vielen Geräten längst überholt. So müssen etwa neue Geschirrspüler in Standardgröße mindestens der Klasse A+ entsprechen. Auch bei Kühl- und Gefriergeräten gibt es nur noch die drei Effizienzklassen A+, A++ und A+++.

Nicht immer gibt es A+++

Anders sieht die Situation bei Backöfen aus. Sie dürfen auch noch in den Klassen C, B und A auf den Markt kommen, also mit höherem Energieverbrauch. Bei Dunstabzugshauben besteht die Kennzeichnungspflicht erst seit 2015. Zulässig sind Geräte der Kategorien F bis A.

Künftig sollen diese Klassen wieder für alle Geräte gelten, die Pluszeichen hinter dem A werden verschwinden. Für eine Übergangszeit kleben zunächst beide Label auf Waschmaschine & Co - etwa A+ und C oder A++ und B.

Was steckt hinter den Buchstaben?

Die Buchstaben kennzeichnen die Abweichung des Geräts von einem fiktiven Mustergerät bei einer festgelegten Nutzung. Verbraucht ein Kühlschrank etwa zwischen 42 und 33 Prozent der Energie des Mustergeräts, wird er in die Klasse A+ eingeordnet. Ein Gerät, dass nur 32 Prozent der Energie benötigt, wäre bereits in der Klasse A++. Die Höhe der prozentualen Abweichung ist für jede Art von Haushaltsgeräten, etwa Geschirrspüler oder Herde, unterschiedlich geregelt.

Effizienzklassen

Ein Geschirrspüler der schlechtesten Energieeffizienklasse A+ darf 63 bis 56 Prozent des Referenzgerätes (100 %) verbrauchen,
bei A++ sind es weniger als 56 bis 50 Prozent,
bei A+++ weniger als 50 Prozent.
Für andere Haushaltsgeräte gelten andere Prozentzahlen.

Auf exakten Stromverbrauch achten

Diese breit gefassten Effizienzklassen sorgen dafür, dass der Energiebedarf auch bei Geräten derselben Klasse deutlich abweichen kann. Andererseits können bereits geringe Unterschiede dazu führen, dass ein Gerät in eine günstigere Klasse rutscht. Verbraucher sollten daher auch auf den exakten Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr achten, der ebenfalls auf dem Energielabel angegeben wird.

Miteinander verglichen werden nur Geräte, die sich in Größe und Ausstattung ähneln. Ein großer Kühlschrank kann daher trotz höheren Verbrauchs in einer günstigeren Effizienzklasse liegen als ein kleiner.

Lohnen sich Stomspar-Geräte?

Rechenbeispiel

Ein neuer Geschirrspüler der Energieeffizienklasse A+ verbraucht 290 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Ein Gerät der Klasse A+++ benötigt 230 kWh, also 60 kWh oder gut 20 Prozent weniger. Bei einem Strompreis von 0,25 Euro pro kWh entspricht das einer Ersparnis von 15 Euro pro Jahr.

Geräte mit optimaler Energieeffizienz-Klasse sind in der Anschaffung spürbar teuer als vergleichbare Maschinen mit schlechteren Werten. Ob sich der höhere Preis auf Dauer lohnt, lässt sich kaum pauschal sagen. Generell gilt: Je häufiger das Gerät in Betrieb ist, desto schneller amortisiert sich der Aufpreis.

Was sonst noch auf dem Label steht

Neben dem Stromverbrauch informiert das Label noch über weitere technische Details der Geräte, etwa die Lautstärke, den Wasserverbrauch oder die Saugleistung eines Staubsaugers. Detaillierte Informationen rund um das Energielabel bietet die Website der Deutschen Energie-Agentur.

Weitere Informationen

Wie effizient ist meine Waschmaschine?

Von A bis A+++: Bei Waschmaschinen sind Energie-Label schon seit Jahren Pflicht. Doch sie sorgen eher für Verwirrung als für Klarheit. Verbraucherschützer fordern einheitliche Skalen. mehr

Teurer Strom: So können Sie sparen

Der Strompreis ist stark gestiegen. Doch schon mit einfachen Mitteln können Verbraucher mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. Markt zeigt, wie's geht. mehr

mit Video

Energieausweis: Gut gemeint, schlecht gemacht?

Seit Mai 2014 muss jede Wohnung einen Energieausweis haben, der die Nebenkosten transparent machen soll. Doch viele Vermieter und Makler halten sich nicht daran. mehr

Immobilienanzeigen richtig verstehen

In vielen Immobilienanzeigen finden sich auf den ersten Blick unverständliche Zeichenfolgen wie "B:158,4kWh(m²a),K,E". Die Angaben sind Pflicht. Doch was bedeuten die Kürzel? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 29.09.2015 | 08:40 Uhr

Mehr Ratgeber

12:03

Winterquartiere für Nützlinge

16.11.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
03:45
05:58

Mit Sport gegen den Krebs

15.11.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin