Stand: 06.10.2017 12:30 Uhr

So werden Sie Schimmel im Bad los

von Annette Schmaltz
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Herkömmliche Reiniger haben gegen fiesen Pilzbelag auf Fugen keine Chance.

Schimmelsporen sind überall in der Luft. Ideale Lebensbedingungen finden sie im feucht-warmen Klima von Badezimmern. Von Schimmel befallene Fliesenfugen sehen oft gammelig aus, eine Gefahr für die Gesundheit besteht aber in der Regel nicht. Nur Allergiker und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten sich vorsichtshalber fernhalten und auch das Putzen anderen überlassen. Aber: Welche Mittel helfen am besten gegen den schwarzen Belag? Markt vergleicht Hausmittel und spezielle Reiniger (Preise jeweils pro 100 Milliliter):

  • Brennspiritus für 0,20 Euro
  • Reinigungsalkohol (Isopropylalkohol) für 2,95 Euro
  • Wasserstoffperoxid für 2,31 Euro
  • Schimmelentferner mit Natriumhypochlorid für 0,38 Euro
  • Schimmelentferner mit Benzalkoniumchlorid für 2,00 Euro

Grundsätzlich sollte man alle Produkte nur mit Schutzhandschuhen anwenden.

Schimmelentferner im Praxistest

Brennspiritus: Schimmel tot, Flecken bleiben

Brennspiritus ist eine preiswerte, aber ungenießbare Variante des Trinkalkohols (Ethanol). Er eignet sich für alle Oberflächen. Um Schimmel zuverlässig zu töten, sollte Brennspiritus mit einem Lappen oder einer Bürste eingearbeitet werden. Allerdings verschwinden die Flecken oft nicht oder verblassen nur wenig. Der Grund: Alkohol hat keine bleichende Wirkung.

Reinigungsalkohol: Gut für Umwelt und Gesundheit

Isopropylalkohol gibt’s in der Apotheke. Er verströmt den typischen Krankenhausgeruch. Dort wird er oft als Hauptbestandteil von Desinfektionsmitteln eingesetzt. Ähnlich wie beim Spiritus sollte man Reinigungsalkohol gründlich in die Fugen einarbeiten, zum Beispiel mit einem Lappen  oder einer Bürste. Das Umweltbundesamt empfiehlt sogar Alkohol zur Schimmelentfernung, denn er gilt als unbedenklich für die Gesundheit und die Umwelt. Er verdunstet einfach.

Wasserstoffperoxid: Dreiprozentige Lösung hilft

Das Hausmittel Wasserstoffperoxid kennen viele vom Friseur: In höherer Konzentration macht es die Haare blond. Eine dreiprozentige Lösung reicht aus, um Pilzsporen auf Putz und Fugen zu töten. Damit die flüssige Lösung an der Wand besser hält, am besten einen passenden Streifen Küchenpapier auf die Fuge legen und mit einem Pinsel das Wasserstoffperoxid darauf auftragen. Nach einer halben Stunde gut abbürsten.

Schimmelreiniger mit Chlor: Geruch wie im Schwimmbad

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"Sauber ohne Schrubben": Dieses Versprechen hält der Chlorreiniger im Praxistest.

Schimmelentferner mit Natriumhypochlorid enthalten Chlor. Sie verbreiten deshalb meistens einen intensiven Geruch wie im Schwimmbad. Chlor kann die Atemwege reizen und darf nicht mit anderen Putzmitteln zusammen verwendet werden. In Verbindung mit sauren Reinigern kann hochgiftiges Chlorgas entstehen. Im Praxistest hat das Putzmittel mit Chlor aber am meisten überzeugt: Nach 15-minütiger Einwirkzeit war vom Schimmel fast nichts mehr zu sehen.

Schimmelreiniger ohne Chlor: Viel Schrubben nötig

Eine Alternative zu chlorhaltigen Schimmelentfernern sind Produkte mit dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid. Er ist nach Ansicht von Experten weniger problematisch für die Gesundheit und die Umwelt. Nachteil: Die Tester müssen kräftig schrubben, um Schimmel so gründlich wie mit einem chorhaltigen Schimmelentferner zu beseitigen.

 

Gut lüften und mit Wasser abspülen

Ob mit oder ohne Chlor: Schimmelreiniger eignen sie sich nicht für alle Oberflächen. Denn sie hinterlassen Rückstände, die die Raumluft belasten können. Nach dem Einwirken gründlich mit klarem Wasser abspülen. In der Dusche ist das schnell gemacht. Auf Putz aber halten sich die Rückstände oft hartnäckig. Wichtig: Beim Versprühen des Reinigers gut lüften.

Härtefall Silikonfuge

An einer verschimmelten Silikonfuge sind im Praxistest alle Reiniger gescheitert. Der Grund: Der Schimmel frisst sich in das weiche Material, sodass die Reiniger keine Chance haben. Gesundheitlich ist eine verfärbte Silikonfuge unbedenklich. Wen die schwarzen Flecken stören, der sollte die Silikonfuge von einem Fachbetrieb erneuern lassen. Damit der Pilz nicht so schnell wiederkommt, ist Sanitärsilikon eine gute Wahl. Es enthält pilzabtötende Stoffe (Fungizide).

 

Dieses Thema im Programm:

Markt | 07.04.2014 | 20:15 Uhr

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