Stand: 08.02.2016 11:00 Uhr

Wie gut sind günstige Lesebrillen?

von Thilo Eckoldt

Das Sehen im Nahbereich kann schon für Menschen ab 35 Jahren schwierig werden. Weil die Augenlinse altert, sehen viele die Buchstaben beim Lesen nicht mehr scharf. Dagegen hilft eine vom Optiker angepasste Brille. Doch als günstige Alternative werden Fertig-Lesebrillen angeboten: Für wenig Geld kann man sich gleich mehrere Exemplare kaufen, zum Beispiel eine fürs Handschuhfach im Auto und eine für den Schreibtisch. Doch wie gut sind die günstigen Lesehilfen? Markt vergleicht Modelle aus Drogeriemärkten und vom Optiker:

  • von Budnikowsky für 2,99 Euro
  • von Rossmann für 3,99 Euro
  • von Fielmann für 7,95 Euro
  • von Apollo Optik für 12,90 Euro

Im Praxistest tragen vier Probanden jeweils eine Lesebrille, die ungefähr zu ihrer Sehstärke (in Dioptrien) passt. Sie lesen damit Zeitungen und Bücher, auch Kleingedrucktes. Die Brillen wurden außerdem am Fachbereich Augenoptik der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena untersucht.

Günstige Lesebrillen im Labortest

Praxistest: Oft gute Sicht mit Fertigbrillen

Im Praxistest sind alle mit den Lesebrillen weitgehend zufrieden. Nur in einem Fall ist das Lesen eines Buches auf Dauer anstrengend, so die Probandin. Ein anderer Teilnehmer hat unterschiedliche Dioptrien-Werte für das linke und das rechte Auge. Fertig-Lesebrillen haben jedoch auf beiden Gläsern dieselbe Stärke. In einem solchen Fall ist eine vorgefertigte Brille nicht die richtige Wahl.

Tipps zu Fertig-Lesebrillen

Die Stiftung Warentest gibt Brillenträgern folgende Tipps zu Fertig-Lesebrillen:

  • Notlösung

    Nutzen Sie eine Fertig-Lesebrille nur als Zweitbrille oder Notbehelf. Sie sind nicht für den Dauergebrauch gedacht.

  • Lesebrille nach Maß

    Nutzen Sie für langes Lesen und Bildschirmarbeit eine maßgefertigte Lesebrille vom Optiker. Tipp: Es lohnt sich zu klären, ob der Arbeitgeber eine individuell angepasste Bildschirmarbeitsplatzbrille bezahlt.

  • Nicht im Auto tragen

    Am Steuer eines Fahrzeugs sollten Sie keine Lesebrille tragen, sondern eine individuell angepasste Fernbrille.

  • Sehtest vor dem Kauf

    Lassen Sie Ihre Augen vom Arzt oder Optiker kontrollieren. Ist Ihre Hornhaut verkrümmt oder haben Sie unterschiedliche Sehstärken auf beiden Augen, brauchen Sie eine angepasste Brille.

  • Zentrierabstand beachten

    Bitten Sie einen Optiker, den Abstand Ihrer Pupillen zu messen. Dann können Sie die passende Fertigbrille auswählen. Der Zentrierabstand ist auf der Packung angegeben.

  • Günstige Alternative

    Einige Optiker bieten auch individuell angepasste Brillen für um die 20 Euro.

  • Kopfschmerzen

    Wenn Sie beim Tragen der Lesebrille unter Kopfschmerzen, roten Augen oder unruhiger Sicht leiden, ist die Brille wahrscheinlich nicht für Ihre Augen geeignet.

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Fazit: Günstige angepasste Brille oft besser

Wer sich für eine preisgünstige Lesehilfe entscheidet, bekommt im Zweifel keine Wertarbeit, sondern muss mit kleinen Mängeln leben. Als billige und schnelle Hilfe im Alltag können Fertiglesebrillen aber sinnvoll sein, wie der Praxistest zeigt. Für den Dauereinsatz sind die günstigen Lesebrillen allerdings nicht geeignet. Eine etwas teurere Alternative sind individuell angepasste Lesebrillen, die es beim Optiker schon ab 20 Euro gibt.

Das sagen die Hersteller

  • Rossmann: "Die von Ihnen beanstandeten Mängel entsprechen nicht unserem Qualitätsanspruch." (...) Deshalb "gehen wir davon aus, dass es sich um Einzelfälle handelt."
  • Apollo Optik: Das Unternehmen verspricht eine Überprüfung der beanstandeten Mängel: "Bis zum Abschluss dieser Untersuchung werden wir keine Brillen der Artikelnummer ... mehr an die Filialen ausliefern."

Video
07:20 min

Wie gut sind günstige Lesebrillen?

08.02.2016 20:15 Uhr
Markt

Lesebrillen gibt es schon für ein paar Euro in Drogeriemärkten. Sorgen sie beim Lesen für eine gute Sicht? Oder sind Fertig-Lesehilfen vom Optiker besser? Video (07:20 min)

Dieses Thema im Programm:

Markt | 08.02.2016 | 20:15 Uhr

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