Stand: 10.07.2017 12:54 Uhr

Einweggrills: Giftige Stoffe im Fleisch

von Matthias Adelmund

Einweggrills sind praktisch, preiswert und fast überall einsetzbar. Sie werden fix und fertig mit Kohle, Aluminiumschale und Grillrost angeboten. In einer Stichprobe hat Markt vier Einweggrills untersuchen lassen. Dabei wurden im gegrillten Fleisch krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Aluminium nachgewiesen. Im Vergleich:

  • Picknickgrill Feuer und Flamme mit Holzkohle für 2,99 Euro bei Rewe und für 4,49 Euro bei Shell
  • Grill Chef mit Holzkohle für 3,49 Euro von Real
  • Activa Grillküche mit Kohlebriketts für 3,79 Euro von Obi
  • Instant Barbecue Sofortgrill von BBQ-Collection mit Briketts, gekauft bei Amazon für 9,99 Euro

Die Handhabung der Grills und den Geschmack des Grillfleischs vergleicht für Markt Grillweltmeister Marco Greulich aus Wiesmoor in Ostfriesland. Die Schadstoffbelastung des gegrillten Fleischs wurde in einem Labor überprüft.

Einweggrills im Vergleich

Praxistest: Fleisch schmeckt nach Grillanzünder

Im Praxistest fallen Grillweltmeister Greulich diese Kritikpunkte auf:

  • Auf den relativ kleinen Rost der Grills passen jeweils nur wenige Fleischstücke und Würste.
  • Die verwendeten Kohlen und Briketts sind in allen Grills stark mit chemischen Anzündern getränkt.
  • Der Geruch der Anzünder beeinträchtigt den Geschmack des Fleischs.

Um eine mögliche Schadstoffbelastung im Grillgut zu reduzieren, sollten Briketts und Kohlen bei Einweggrills vor dem Auflegen des Fleischs vollständig durchglühen. Im Test verbrannte jedoch ein großer Teil der Kohlen und Briketts bereits, bevor sie vollständig mit Asche bedeckt waren.

Labortest: Schadstoffe im Fleisch nachgewiesen

In einem Labor wurde untersucht, welche Schadstoffe bei der Verwendung der Einweggrills auf das Fleisch übertragen werden. In allen Proben wurden krebserregende PAK und Aluminium gefunden.

  • PAK entstehen immer bei der Verbrennung von organischem Material. Nicht auszuschließen sei jedoch, dass die Schadstoffe zusätzlich aus der mit Anzündhilfe getränkten Kohle stammen. PAK gelten als giftig und krebserregend. Grenzwerte wurden im Labortest nicht überschritten.
  • Aluminium hat sich während des Grillens in allen Proben abgelagert. Beim Instant Barbecue Sofortgrill von BBQ-Collection war der von der EU empfohlene Grenzwert von fünf Milligramm pro Kilogramm mit insgesamt 11,62 Milligramm pro Kilogramm um mehr als das Doppelte überschritten.

Diplom-Lebensmitteltechnologe Gary Zörner vom Testlabor sieht die Ergebnisse kritisch: "Egal wer die Grills benutzt, man hat überhaupt nicht die Möglichkeit, irgend etwas so zu grillen, dass es nicht krebserregend durch die PAK oder nervenschädigend durch Aluminium ist."

Tipps zum Grillen

  • Grillschalen aus Edelstahl verwenden, damit keine Fleischsäfte oder Marinade in die Glut tropfen und dadurch PAK entstehen können.
  • Fleisch erst grillen, wenn Briketts oder Kohlen von einer weißen Ascheschicht überzogen sind.
  • Keine chemischen Anzünder verwenden. Besser sind zum Beispiel mit Wachs getränkte Holzspäne.
  • Holzkohle statt Briketts verwenden: Zwar brennen Briketts länger, aber nicht immer ist nachvollziehbar, welche Stoffe sie enthalten.
  • Falls möglich, das Fleisch indirekt grillen: Die Kohle auf eine Seite, das Grillgut auf die andere Seite. Vor allem bei Kugelgrills klappt das Grillen mit abströmender Hitze.

Fazit: Besser Mehrweggrill verwenden

Im Fleisch, das mit den vier Einweggrills zubereitet wurde, stellte ein Labor krebserregende PAK und Aluminium fest. Nach Ansicht von Grillweltmeister Marco Greulich überträgt sich der Geruch der verwendeten Grillanzünder auf das Fleisch und beeinträchtigt den Geschmack. Sein Tipp für leckeres Grillen mit weniger Schadstoffen: einen günstigen Mehrweggrill verwenden (ab circa 10 Euro) und Kohle und Anzünder selbst aussuchen.

Das sagen die Händler und Hersteller

  • Amazon

    "Erlangen wir Kenntnis über die Listung unzulässiger Produkte und damit über einen Verstoß gegen unsere Marketplace Teilnahmebedingungen, entfernen wir die entsprechenden Produkte umgehend."

  • Real

    Laut einer Stellungnahme des Herstellers Landmann ist der Grillchef ein nach DIN zertifiziertes Produkt. Dieser "erfüllt sämtliche Auflagen dieser Norm, die sich speziell auf die Klasse der Grillgeräte für die Einmalanwendung bezieht."

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Einweggrills.

Einweggrills: Giftige Stoffe im Fleisch

Markt -

In einer Stichprobe hat Markt Einweggrills für weniger als zehn Euro untersucht. Im gegrillten Fleisch wurden krebserregende Stoffe und Aluminium nachgewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 10.07.2017 | 20:15 Uhr

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