Stand: 13.03.2014 10:05 Uhr  | Archiv

Eine Vorsorgevollmacht richtig nutzen

Bild vergrößern
Eine Vorsorgevollmacht aufzusetzen, ist für jeden Menschen prinzipiell sinnvoll.

Eine sogenannte Vorsorgevollmacht regelt, dass ein Erwachsener, also der Bevollmächtigte, für einen anderen Erwachsenen handeln darf, wenn dieser es nicht mehr selbst kann. Werden die Eltern bevollmächtigt, der Ehepartner oder ein guter Freund, also eine Person des Vertrauens, kann diese alle Angelegenheiten regeln, die in der Vollmacht festgehalten sind. Sie muss frühzeitig aufgesetzt werden, wenn der Betroffene noch im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte und im rechtlichen Sinne geschäftsfähig ist, also den Umfang der Erklärung erfassen kann.

Gut überlegen, wer die Vollmacht bekommt

Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Die Vorsorgevollmacht erlaubt einer Person, im Namen des Vollmachtgebenden zu handeln und zu entscheiden. Es handelt sich um eine privatrechtliche Vereinbarung. Sie wird von keiner Institution geprüft oder kontrolliert.

Im Gegensatz dazu ist die Betreuungsverfügung ein Dokument, in dem für den Betreuungfall schriftlich festgelegt ist, wer im Ernstfall als Betreuer eingesetzt werden soll. Mit Betreuung ist in diesem Fall eine rechtliche Betreuung gemeint, die von staatlicher Stelle beauftragt und kontrolliert wird.

Im Prinzip ist das Aufsetzen einer Vorsorgevollmacht für jeden sinnvoll, da alle Menschen aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung in die Situation kommen können, in der sie nicht fähig sind, zu handeln und sei es nur zeitweise. Die Vertrauensperson sollte sehr sorgfältig gewählt werden. Es kommt vor, dass Angehörige oder Freunde ihre Vollmacht auch zum Nachteil des Vollmachtgebers ausnutzen und sich beispielsweise an dessen Vermögen bereichern.

Sorgsam aufbewahren

Die Vollmacht sollte idealerweise bei einem Notar aufgesetzt und öffentlich hinterlegt werden, zum Beispiel beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer. In diesem Fall ist sichergestellt, dass die Gerichte davon in Kenntnis gesetzt werden, wenn ein Betreuungsverfahren eingeleitet wird.

Eine Vorsorgevollmacht kann auch bei den örtlichen Betreuungsbehörden aufgesetzt und beglaubigt werden. Sie kann grundsätzlich nur vom Betroffenen selbst widerrufen werden, allerdings nur so lange, wie er geschäftsfähig ist. Die Vollmacht muss dann auf demselben Weg - über den Notar zum Beispiel - widerrufen werden, auf dem sie aufgesetzt worden ist. Damit wird auch die Verwahrung gelöscht.

Vorsorgevollmacht und rechtliche Betreuung schließen sich aus

Wenn eine Vorsorgevollmacht (also eine private Vereinbarung) vorliegt, kann jedoch nicht zusätzlich eine rechtliche Betreuung von behördlicher Seite eingerichtet werden. Wenn der Bevollmächtigte seine Aufgaben allerdings nicht erfüllt oder er den Vollmachtgeber geschädigt hat, indem er etwa Geld unterschlagen hat, ist die Lage anders. Das Gericht kann in so einem Fall einen Betreuer bestellen, der die Vollmacht als gesetzlicher Vertreter widerruft und gegebenenfalls den Vollmachtnehmer haftbar machen.

Mehr zum Thema

Rechtliche Betreuung kann echte Lebenshilfe sein

Das Betreuungsgesetz ist gut, wenn es von allen Beteiligten verantwortungsvoll umgesetzt wird. Wir informieren, wann Betroffene die rechtliche Unterstützung bekommen. mehr

Dieses Thema im Programm:

45 Min | 07.04.2014 | 22:00 Uhr