Stand: 23.11.2017 16:15 Uhr

Digitales Erbe rechtzeitig regeln

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Wer im Netz unterwegs ist, sollte regeln, was mit den eigenen Daten nach dem Tod passiert.

Online einkaufen und kommunizieren, Fahrzeuge leihen und Ereignisse teilen: Ein großer Teil des Lebens findet heute im Internet statt, fast jeder hinterlässt digitale Spuren. Doch was passiert mit diesen Daten nach dem Tod? Neben der Vorsorgevollmacht und der Patientenverfügung schafft eine Nachlassregelung für das digitale Erbe Sicherheit für die Angehörigen.

Was gehört zum digitalen Erbe?

Zum digitalen Erbe gehören beispielsweise:

  • Daten bei Kommunikationsdiensten wie WhatsApp, Snapchat, Instagram, Twitter, Facebook, E-Mail-Anbietern
  • Konten und Vermögenswerte bei Online-Banken und -Bezahldiensten
  • Kundenkonten bei Online-Shops, Sharing-Systemen, Abos für E-Books und Zeitschriften, Musik- und Filmsammlungen oder Streaming-Diensten
  • Software für den heimischen PC wie zum Beispiel Spiele oder Bildbearbeitungsprogramme oder Speicherplatz in der Cloud
  • Hardware wie Smartphones, externe Festplatten, USB-Sticks, Tablets, E-Book-Reader, MP3-Player und Computer

Eine Nachlassregelung schafft Klarheit

Wer sichergehen will, dass seine Daten nach dem Tod nicht in falsche Hände geraten, der sollte seinen digitalen Nachlass im Testament oder auch in der Vorsorgevollmacht schriftlich regeln. Dazu gehört:

  • eine Übersicht über das digitale Erbe erstellen
  • eine Person des Vertrauens benennen, die sich um den Nachlass kümmert und/oder
  • Zugangsdaten für Onlineprofile und Konten bei einem Notar oder in einem Schließfach hinterlegen (gibt es auch virtuell)
  • festlegen, was mit Online-Daten und Daten auf Speichermedien passieren soll: Accounts löschen oder deaktivieren, Bilder, Texte und Videos archivieren, Abos kündigen und Ähnliches

Nachlassregelungen bei Facebook, Google und E-Mail-Diensten

Links

Machts gut!

Menschen gehen, Daten bleiben: Checklisten mit Tipps für den digitalen Nachlass, für Hinterbliebene und ein Test, was mit den eigenen Daten nachdem Tod passiert. extern

Wer Online-Dienste nutzt, sollte rechtzeitig klären, welche Regelungen man im Vorwege treffen kann und welche Rechte und Pflichten nach dem Tod an die Erben übergehen. Beispielsweise müssen online gebuchte Urlaube storniert und online bestellte Waren gegebenenfalls bezahlt werden. Internetdienstanbieter haben unterschiedliche Regelungen für den Umgang mit den Online-Konten im Todesfall. Einige E-Mail-Anbieter wie zum Beispiel GMX oder Web.de lassen den Zugriff rechtmäßiger Erben auf Mailkonten zu. Auch dessen Löschung sei bei Vorlage der Sterbeurkunde kein Problem. Bei Google gibt es den Kontoinaktivitätsmanager, hier kann man festlegen wer auf welche Daten Zugriff haben darf oder ob das Konto automatisch gelöscht werden soll. Bei Facebook heißt diese Funktion Nachlasskontakt. Hier kann zwischen einem Gedenkzustand oder einer vollständigen Löschung des Kontos gewählt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.11.2017 | 13:00 Uhr

Von der Schwierigkeit, Daten zu löschen

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