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Die Geschichte der Babypuppe Helene

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Odyssee einer Puppe: Helene zog von Leipzig nach Leningrad und später nach Moskau und Murmansk. Heute wohnt sie in Soltau.

Anfang 2000 erhielt das Spielmuseum ein besonderes Geschenk: eine im thüringischen Waltershausen um 1925 hergestellte Babypuppe mit Porzellankopf namens Helene. Sie war das Geschenk einer Leipziger Lehrerin an ihre russische Schülerin, die sie nach der Schenkerin benannte. Helene zog mit der Familie 1931 in die Sowjetunion zurück. Dies ist ihre Geschichte.

Im April 1999 erreichte das Museum der folgende Brief:

"Liebe Freunde! Ich wende mich an Sie von einem sehr weit entfernten Ort aus: Murmansk auf der Kolski-Halbinsel im äußersten Norden von Rußland. [...] Ich möchte ein Zuhause für eine Puppe finden, die so viel Freude in unsere Familie gebracht hat. Ich möchte nicht, daß sie ein Waisenkind wird. Bitte, helfen sie uns, für Helene einen Weg nach Hause zu finden.

Sie war schon meine Puppe, als der Krieg begann und ich aus Leningrad evakuiert wurde. Die Evakuierung rettete mein Leben. Als ich zurückkam, waren wir nur vier Kinder aus meiner Klasse, die sich wiederfanden - zwei Jungen und zwei Mädchen. Das war das Ergebnis der Blockade. Im März 1942 wurde mein Vater wegen einer schweren Erkrankung evakuiert, und anschließend wurden alle Wertgegenstände aus der Wohnung zusammengestellt, in eine Truhe gepackt und im Keller versteckt. In dieser Truhe lebte Helene fünf Jahre lang - und sie war das einzige darin, was nicht von Frost und Feuchtigkeit beschädigt wurde.

Als meine Schwester nach dem Krieg zurückkehrte, nahm sie die Puppe mit nach Moskau. Aber als sie starb, wurde die arme Puppe weggeworfen; es war wirklich ein Wunder, daß ich sie noch in einem Müllcontainer finden konnte, der schon vor einem sehr großen Gebäude in Moskau abgeholt worden war. So habe ich sie dann nach Murmansk mitgenommen. Und ich möchte nicht, daß ihr so etwas noch einmal zustößt.

Armes Kind, sie kommt nackt zurück - aber wenn ihr sie anzieht, bitte, schickt mir ein Photo, bitte. [...] Meine Schwester wäre sehr glücklich, wenn sie wüßte, daß Helene wieder zu Hause ist."

Im Jahr 2000 brachte Helenes Puppenmutter die Puppe per Bahn den langen Weg von Murmansk nach St. Petersburg. Von dort überbrachte ein Mitarbeiter des Genernalkonsulats sie persönlich nach Soltau. Im Spielmuseum hat Helene nun ein neues Zuhause in ihrer alten Heimat gefunden. Eine ehrenamtliche Museumsmitarbeiterin gestaltete ihr Kleid nach den detailgenauen Angaben ihrer Puppenmutter nach.

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