Stand: 29.10.2015 10:36 Uhr

Von der Eiszeit bis heute: Lüneburg im Museum

von Janine Kühl, NDR.de

Salz hat die Geschichte Lüneburgs entscheidend geprägt - das ist allgemein bekannt. Aber wie kam das Salz unter die Stadt? Und warum siedelten sich hier Menschen an? Welche landschaftlichen Voraussetzungen begünstigten die Entwicklung? Wie lebte es sich in der Stadt und was geschah hier in der jüngeren Vergangenheit? All diese und viele weitere Fragen beantwortet das Lüneburg Museum.

Ein Rundgang durchs Lüneburg Museum

"Wir sind das erste Museum, das so einen interdisziplinären Zugang wählt", erklärt Museumsleiterin Heike Düselder. "Es gab keine Vorbilder." Die Verknüpfung von Naturgeschichte, Archäologie und Stadtgeschichte bietet dem Besucher ein umfassendes Bild der Lüneburger Vergangenheit. In sieben thematisch geordneten Ausstellungsräumen zeigt das Museum, wie der Mensch in der Gegend ums heutige Lüneburg seine Umwelt gestaltet hat - von der Eiszeit bis heute. Vielen Museumsbesuchern gefällt der innovative Ansatz: "Wenn man einen Blick ins Gästebuch wirft, bekommen wir viele positive Rückmeldungen", so Düselder.

Grafiken und Bilder im Großformat

Kann die Ausstellung tatsächlich überzeugen? Der Rundgang durch das Museum ist chronologisch aufgebaut und beginnt mit der Eiszeit. Ein riesiger Zeitstrahl und großformatige Fotos von Fauna und Flora überziehen die hohen Wände. Schautafeln mit gut verständlichen Texten erklären die eiszeitlichen Verschiebungen der Erdschichten und das Entstehen der Landschaften um Lüneburg. Mammutknochen, Versteinerungen, Keramikfunde und ausgestopfte einheimische Tiere lassen die Lebenswelt der unterschiedlichen Zeitalter lebendig werden.

Die Kloake als archäologische Schatzgrube

Museum Lüneburg

Willy-Brandt-Straße 1
21335 Lüneburg
Tel. (04131) 720 65-80

Öffnungszeiten und Preise auf der Website des Museums

Die interdisziplinäre Herangehensweise verdeutlicht dem Besucher, wie die vorhandenen Ressourcen wie Kalk vom Kalkberg, das Salz aus der Erde und die Ilmenau als Transportweg die Geschicke der Stadt beeinflussten. Zahlreiche Fundstücke, oft aus den mittelalterlichen Kloaken, zeugen vom damaligen Alltag und geben gleichzeitig Einblick in die Arbeit der Archäologen. Besondere Schätze des Museums sind einige Exponate aus der Blütezeit Lüneburgs im 15. und 16. Jahrhundert. Ein Faksimile der Ebstorfer Weltkarte, eine Replik der Brunnenfigur des Luna-Brunnens auf dem Marktplatz sowie Büsten und Hauswappen reicher Bürger gehören zu den herausragenden Stücken der beeindruckenden Sammlung.

Lüneburgs jüngste Geschichte

Dass die Hansezeit im Zentrum eines Museums über Lüneburg steht, ist selbstverständlich. Aber hier kommt auch die jüngere Geschichte nicht zu kurz. "Erinnern und erhalten" lautet das Motto des abschließenden Abschnitts, in dem die NS-Zeit und das jüdische Leben in Lüneburg thematisiert werden. Außerdem geht es in der Abteilung um Denkmal- und Naturschutz sowie um die Anti-Atom-Bewegung.

Fokus auf das Wesentliche

Durchweg überzeugt die Ausstellung mit kurzen, verständlichen Texten, aussagekräftigen Filmen und historisch wie naturkundlich bedeutsamen Exponaten. Die Anzahl der Ausstellungsstücke sowie die Länge der Texte sind so begrenzt, dass der Besucher nicht überfordert wird. Anderthalb bis zwei Stunden sollte man sich Zeit nehmen für die Dauerausstellung, die auch Kinder ab etwa zwölf Jahren begeistern kann.  

Museum soll offenes Haus sein

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Das Lüneburg Museum will zum Mitmachen anregen. Beim Türöffner-Tag der "Sendung mit der Maus" konnten Kinder unter Anleitung im Museum forschen.

Das Lüneburg Museum will ein offenes Haus sein und soll von Menschen für die unterschiedlichsten Aktivitäten genutzt werden: "Wir bauen das Veranstaltungsprogramm aus, bieten Führungen, Vorträge und Konzerte", berichtet die Museumsleiterin. "Auch ein Fotokurs hat hier schon stattgefunden." Sonderausstellungen zum interdisziplinären Themenbereich ergänzen die Dauerausstellung. Im Auf- und Ausbau befinden sich zudem Kooperationen mit der Leuphana Universität, mit Schulen und der Volkshochschule.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 12.01.2016 | 18:00 Uhr

mit Video

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