Sendedatum: 26.11.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Tiefkühlkost: Praktisch und gesund?

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Tiefkühlkost ist praktisch, denn sie lässt sich gut aufbewahren und ist schnell zubereitet.

In den 60er-Jahren war sie die Revolution in deutschen Küchen: Tiefkühlkost. Fischstäbchen und Spinat waren damals der Renner - und sind es heute noch. Waren die Verbraucher anfangs noch misstrauisch, boomt die Tiefkühlware heutzutage. Die Supermarkt-Kühltruhen sind voll von Fisch, Fleisch, Gemüse und zahlreichen Fertiggerichten. Kein Wunder: Tiefkühlkost ist praktisch, denn sie lässt sich gut aufbewahren und ist schnell zubereitet.

Um uns ausgewogen zu ernähren, brauchen wir eine Mischung aus Kohlehydraten, Fetten und Eiweiß. Das Essen sollte nicht zu fett und nicht zu salzig sein außerdem sollte es viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Gefrorenes Gemüse kann gegenüber frischem punkten: Frisches Gemüse aus dem Laden ist mindestens zwei bis vier Tage unterwegs, bevor wir es kaufen können. In dieser Zeit verliert es einen Großteil der Vitamine. Tiefkühlgemüse jedoch wird gleich nach der Ernte verarbeitet - und behält so die meisten Vitamine.

Schnelles Einfrieren schützt Zellstruktur der Produkte

Direkt nach der Ernte wird das Gemüse zuerst gewaschen, blanchiert und dann schockgefrostet. Beim Blanchieren wird das Gemüse kurz in kochendem Wasser vorgegart. Das ist der erste Schritt zur Haltbarkeit, dann so werden Keime abgetötet und der Zersetzungsprozess unterbrochen. Da das Blanchieren schnell geht, bleiben Farbe und Aussehen unbeeinflusst. Im zweiten Schritt wird das Gemüse schockgefrostet: Dabei wird das blanchierte Gemüse binnen kürzester Zeit bei minus 72 Grad komplett durchgefroren.

Beim schnellen Gefrieren bleibt die Zellstruktur von Gemüse oder beispielsweise Fisch erhalten. So kann kein Wasser in das Gefriergut gelangen und es sieht nach dem Auftauen genauso frisch aus. Fazit: Wenn Tiefkühlware aus der Truhe kommt, steckt sie noch voller guter Inhaltsstoffe.

Wie vermeidet man Gefrierbrand?

Doch wie bereitet man Tiefkühlprodukte zu, damit Vitamine und Mineralien auch im Magen landen? Wichtig ist vor allem, dass die Produkte zwischendurch nicht auftauen. Deshalb zum Transport aus dem Supermarkt eine isolierte Tüte oder Tasche verwenden - und die Ware so schnell wie möglich im heimischen Gefrierschrank lagern. Dort sollte man für konstante Temperaturen und gut verschlossene Packungen sorgen - sonst droht Gefrierbrand. Dieser entsteht, wenn die Oberfläche des Produktes leicht antaut und Wasser freigesetzt wird. Das Wasser verdampft und trocknet das Gefriergut an dieser Stelle aus.

Guter Tiefkühlfisch ist deshalb mit einer Wasserschicht lasiert. So umgibt ihn eine Eisschicht, die zusätzlich zur Verpackung vor Gefrierbrand schützt. Die Eis-Glasur muss vor dem Zubereiten unter fließendem Wasser abgewaschen werden. Das ist besser als den Fisch bei Zimmertemperatur aufzutauen, denn im Tauwasser sammeln und vermehren sich schnell Keime. Darum gilt bei Tiefkühlfisch oder -fleisch genau wie bei frischem: Auf die Hygiene achten.

Zubereitung: Packungsanleitung beachten

Bei der richtigen Zubereitung von Tiefkühlprodukten gibt es Unterschiede. Am besten immer genau nach Packungsanleitung kochen. Die Hersteller haben den optimalen Zubereitungsprozess meist genau getestet. Gemüse wird meist in gefrorenem Zustand verwendet. Kurz vor dem Essen für drei Minuten in kochendem Wasser gegart, bleiben möglichst viele Vitamine erhalten.

 

 

Interviewpartner

Im Studio:
Dr. Matthias Riedl
Internist, Diabetologe, Ernährungsmediziner             
Diabetes Zentrum Berliner Tor
Medicum Hamburg GbR
Beim Strohhause 2
20097 Hamburg
Tel. (040) 807 97 90
Fax (040) 807 97 93 00

Im Beitrag:
Yvonne Lange
Diätassistentin
HERZ-Reha Hamburg
Süntelstraße 11a
22457 Hamburg

Prof. Dr. Sascha Rohn
Lebensmittelchemie und -analytik
Institut für Lebensmittelchemie
Universität Hamburg
Grindelallee 117
20146 Hamburg

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.11.2013 | 20:15 Uhr

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