Stand: 25.02.2016 12:00 Uhr

Blühwunder: Amaryllis und Ritterstern

Rittersterne sind auch ein hübsches Geschenk.

Amaryllis beziehungsweise Ritterstern: Vor allem in der Vorweihnachtszeit haben die Pflanzen mit den prächtigen großen Blüten bei uns Konjunktur. Angeboten werden sie meist unter dem Namen Amaryllis, obwohl es sich in der Regel um einen Ritterstern (Hippeastrum) handelt. Der Grund für die nicht korrekte Bezeichnung liegt in der Geschichte. Früher wurden beide Pflanzen botanisch als Amaryllis bezeichnet, später wurde die Einordnung korrigiert. Die Blühwunder gehören beide zur selben Familie und sehen sehr ähnlich aus. Während die Amaryllis zuerst Blätter und dann Blüten bildet, ist es beim Ritterstern genau umgekehrt. Die echte Amaryllis, auch Belladonnalilie genannt, stammt aus Südafrika, die Heimat des Rittersterns ist Südamerika.

In kurzer Zeit zur Blüte

Bild vergrößern
An langen Stängeln bildet der Ritterstern in kurzer Zeit üppige Blüten.

Da die echte Amaryllis selten angeboten wird, empfindlich ist und bereits im Herbst blüht, ist der Ritterstern die richtige Wahl für die Weihnachtsdekoration oder als Geschenk. Die Farbpalette seiner Blüten reicht von Schneeweiß über Zartrosa bis hin zum klassischen tiefen Rot und zahlreichen gemischten Blütenblättern. Er benötigt nur wenige Wochen, um drei bis vier imposante Blüten zu produzieren und ist leicht zu pflegen. Wer eine lose Zwiebel kauft, pflanzt sie im Spätherbst oder Winter in einen Topf, der nicht viel größer ist als die Zwiebel selbst. Ein gutes Drittel der Zwiebel sollte aus der Erde herausragen. Als Substrate lassen sich sowohl Einheitserde als auch Sand und Hydrokultur verwenden. Bevor der Ritterstern auf Hydrokultur umgestellt werden kann, müssen allerdings alle Wurzeln entfernt werden.

Bereits ein paar Tage, nachdem die Zwiebel in die Erde gesetzt und mit handwarmem Wasser angegossen wurde, schiebt sich aus ihrer Mitte ein kräftiger, grüner Schaft. Ist er etwa handhoch, sollte die Pflanze regelmäßig gewässert und einmal wöchentlich gedüngt werden. Etwa fünf bis acht Wochen später öffnen sich die am Schaft sitzenden Blüten. Sie halten am besten, wenn die Pflanze an einem hellen, nicht zu sonnigen Platz bei maximal 20 Grad steht.

Pflege nach der Blüte

Bild vergrößern
Nach der Blüte bildet der Ritterstern lange, schmale Blätter.

Verwelkte Blüten müssen zeitig entfernt werden, damit sich keine Samen bilden, die die Zwiebel unnötig Kraft kosten. Den Stängel oder Blütenschaft so lange stehen lassen, bis er welk wird und dann sauber abschneiden. Den Ritterstern weiterhin regelmäßig gießen und düngen sowie an einen wärmeren Standort stellen, damit sich die langen, schmalen Blätter bilden können. Aus ihnen zieht sich die Zwiebel Nährstoffe, die sie für die Ruhezeit braucht. Ab Mitte Mai kann die Pflanze auch an einem geschützten Platz draußen stehen.

Ruhezeit im Spätsommer

Ab August den Ritterstern nur noch mäßig gießen und die Düngung einstellen, im September die verwelkten Blätter abschneiden. Bis Ende Oktober sollte die Zwiebel an einem dunklen Ort, zum Beispiel im Keller, stehen und sich selbst überlassen werden. Währenddessen wird sie immer dicker, bis sie schließlich nach drei Monaten Erholung wieder bereit ist, neue Blüten auszutreiben. Dann wird wieder gegossen. Steht die Pflanze draußen, sollte sie rechtzeitig vor Beginn der ersten Fröste wieder ins Haus geholt werden.

Auch als Schnittblume attraktiv

Bild vergrößern
Ritterstern gibt es besonders in der Weihnachtszeit auch als Schnittblumen zu kaufen. Damit lassen sich hübsche Sträuße gestalten.

Wem die Pflege des Rittersterns zu aufwendig ist, kann auch Schnittblumen kaufen. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist das Angebot groß und vielfältig. Die Blumen sind nicht nur einzeln sehr dekorativ, sondern lassen sich auch gut in weihnachtlichen Sträußen mit Nadelzweigen, Zapfen und anderem Grün kombinieren. Tipp: Den Stiel anschneiden und mit Tesafilm umwickeln, damit er sich in der Vase nicht aufrollen kann und nur wenig Wasser in die Vase geben. Beides sorgt dafür, dass die Blüten bis zu zwei Wochen halten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 27.02.2016 | 06:50 Uhr

So bleiben Weihnachtssterne lange schön

Seine markanten roten oder weißen Blätter schmücken in der Adventszeit viele Wohnzimmer. Bei guter Pflege hält der Weihnachtsstern auch länger als eine Saison. mehr

Christrosen bringen Farbe in den Garten

Farbtupfer im Garten sind im Winter Mangelware. Es sei denn, man pflanzt Christrosen. Wer geschickt kombiniert, hat von Oktober bis April Freude an den Pflanzen. mehr