Stand: 13.11.2014 13:48 Uhr  | Archiv

So wird der Gartenteich winterfest

Durch Faulgase verringert sich im Winter der Sauerstoffgehalt des Teichs.

Im Spätherbst sollte der Gartenteich unbedingt winterfest gemacht werden. Das Hauptproblem während der kalten Jahreszeit ist die Zersetzung der organischen Masse im Teich. Sie verbraucht viel Sauerstoff, der wiederum vor allem unter einer geschlossenen Eisdecke und bei mangelnder Wasserumwälzung knapp wird. Das führt zum Tod von größeren Tieren wie Fischen und Fröschen. Besonders schädlich wirken sich Faulgase wie Schwefelwasserstoff und Methan aus, die aus der Zersetzung im Faulschlamm stammen. Teichbesitzer sollten deshalb alle absterbenden Pflanzenteile wie zum Beispiel Seerosenblätter sorgfältig entfernen. Auch Laub möglichst vollständig abfischen, bevor es auf den Teichboden sinkt. Fadenalgen und sonstige Zersetzungsmassen müssen ebenfalls herausgenommen werden.

Mit dem Schlammsauger reinigen

Schlammsauger entfernen auch faulige Pflanzenüberreste und Algen, die die Wasserqualität beeinträchtigen.

Moderne Teichschlammsauger, dies es im Gartencenter zu kaufen oder zu leihen gibt, gehen dem Schmutz im Teich an den Kragen. Die Geräte entfernen mühelos Schlamm, faulige Pflanzenüberreste und Algen, die die Wasserqualität im Teich erheblich beeinträchtigen. Über eine regelbare Ansaugdüse, die von zwei bis auf zehn Millimeter eingestellt werden kann, wird der Teichschlamm in einen Behälter gesaugt.

Das Ansaugrohr ist meist durchsichtig, um eventuelle Verstopfungen durch größere Partikel schnell erkennen und beseitigen zu können. Die meisten Schlammsauger bestehen aus einem Tank, in den der Schlamm mit einer Pumpe eingesaugt wird. Eine weitere Pumpe befördert das Schlammwasser über einen Ablauf nach draußen (zum Beispiel zur Düngung von Gartenbeeten) oder lässt das gereinigte und mit Sauerstoff angereicherte Wasser in den Teich zurückfließen, wobei Schlamm und Schmutz in einer separaten Filterwanne gesammelt werden.

Welche Teichpflanzen sind winterhart?

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Seerosen können im Teich überwintern.

Frostempfindliche Pflanzen wie Wasserhyazinthen oder Lotosblumen gehören vor dem Winter ins Haus. Sie können in einem Eimer voll Wasser an einem hellen, frostfreien Ort überwintern. Einheimische Pflanzen wie Wasserschwertlilien oder Froschlöffel müssen dagegen nicht aus dem Teich geholt werden, da ihnen Frost nichts ausmacht. Auch Seerosen dürfen weiter schwimmen, da sie im frostsicheren Wasser sitzen. Gräser, Schilf und Rohrkolben sorgen im Winter für den notwendigen Gasaustausch und versorgen den Teich mit Sauerstoff. Nur wenn Pflanzen zu stark wuchern, sollten sie knapp zwanzig Zentimeter über dem Wasser abgeschnitten werden.

Fische vor Vergiftung schützen

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Im Teich sollte für die Fische unbedingt eine Stelle im Eis freigehalten werden.

Sind Fische im Teich, müssen Teichbesitzer unbedingt das komplette Zufrieren verhindern. In der Regel genügt eine offene Stelle im Eis, durch die Faulgase entweichen können, die sich im Teichgrund entwickeln. So wird eine Vergiftung der Fische verhindert. Je flacher der Gartenteich ist, umso gefährlicher ist es für die Fische. Ganz besonders kritisch ist eine Wassertiefe unter 80 Zentimeter. Speziell dann muss unbedingt eine Stelle eisfrei bleiben. Hat sich die Eisdecke auf dem Teich bereits geschlossen, darf auf keinen Fall ein Loch mit der Axt ins Eis gehauen werden, denn mit jedem Axtschlag baut sich unter der Eisdecke im Wasser eine ziemliche Druckwelle auf. Die Gesamtheit der Druckwellen führt leicht dazu, dass die Luftblase der in Winterruhe verharrenden Fische platzt.

Wichtige Hilfsmittel sind Eisfreihalter

Der Styroporring darf auf keinen Fall zu klein sein.

Um direkt gegen die Faulgase vorzugehen, ist ein sogenannter Eisfreihalter das wichtigste Hilfsmittel. Dies ist ein Styroporring mit mindestens 60 Zentimeter Durchmesser und einem Deckel, ebenfalls aus Styropor. Wichtig ist hierbei die Größe, es gibt viele billige Eisfreihalter auf dem Markt, die aber meist viel zu klein sind. Den Eisfreihalter am besten über der tiefsten Stelle im Teich positionieren. Bei stärkerem Frost genügt der Eisfreihalter nicht mehr, hier empfiehlt es sich, einen Luftausströmer in knapp dreißig Zentimeter Tiefe unter dem Eisfreihalter anzubringen, der eine leichte Wasserbewegung erzeugt. Besser noch sind Teichheizer, die ausreichend Wärme erzeugen, um das Wasser unter dem Eisfreihalter garantiert eisfrei zu halten. Selbst bei starkem Frost genügt es, wenn der Heizer beispielsweise sechsmal eine halbe Stunde über eine Zeitschaltuhr angestellt wird.

Eine einfache Luftpolsterfolie kann zumindest ein tiefes Zufrieren des Teichs verhindern. Die Folie auf die Wasseroberfläche legen, die luftgefüllten Noppen müssen dabei nach unten schwimmen. Sie wirken als Isolierschicht und das Material zeichnet sich dadurch aus, dass die eventuell entstehenden Faulgase dadurch entweichen können.

Raus mit der Pumpe

Wasserpumpen müssen im Winter aus dem Teich entfernt werden, wenn sie weniger als 80 Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie bei Frost einfrieren und kaputt gehen. Die Pumpen sollten in einem Eimer mit Wasser aufbewahrt werden. Auch Filter und andere Teichtechnik, die außerhalb des Teichs stehen, sollten vor dem ersten Frost abgebaut, gründlich gereinigt und zum Überwintern ins Haus gebracht werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 04.11.2012 | 10:05 Uhr

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