Stand: 02.02.2017 19:21 Uhr

Syrischer Regisseur sagt "Vielen Dank Jever"

In Jever hat am Mittwochabend im Kino "Filmpalette" ein Werk Premiere gefeiert, das extra für die Einwohner der friesischen Stadt produziert wurde. "Vielen Dank Jever" heißt der Film, gedreht hat ihn der syrische Regisseur Basel Mansour. In Damaskus war er mit TV-Serien und Kinofilmen beschäftigt, bis der Bürgerkrieg ihn und seine Familie einholte. Nach einem Bombenanschlag, bei dem seine Frau schwer verletzt wurde, entschlossen sie sich zur Flucht. Wie viele andere kam die Familie vor eineinhalb Jahren nach Deutschland. Als Dank an die Menschen, die Mansour und seine Familie in ihrer Stadt aufgenommen haben, ist der 66-minütige Film entstanden.

Ein Mann im Interview.

Filmpremiere für "Vielen Dank, Jever"

Hallo Niedersachsen -

Der Filmemacher Basel Mansour flüchtete mit seiner Familie aus Syrien und fand in Jever ein neues Zuhause. Mit dem Film "Vielen Dank, Jever" will er etwas zurückgeben.

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Film zeigt Helfer und Freunde der Familie

Der Regisseur lässt im Film seinen kleinen Sohn durch die Straßen Jevers eilen. Das Kind steuert zielsicher auf einen Punkt zu: das Schloss mit seinem hohen, dicken Zwiebelturm. Dort oben im Turm öffnet Bayhaz ein Fenster und ruft laut in die Stadt hinaus: "Vielen Dank Jever!". Nach und nach tauchen im Film die Menschen auf, die die Familie in der Stadt kennengelernt hat: Menschen in Vereinen, bei der Jeverschen Tafel, bei Ärzten, Behörden und in den Schulen der Kinder.

Für Dreharbeiten wurden alle Türen geöffnet

Die eigene Stadt einmal mit anderen, fremden Augen zu sehen, das ist ein reizvoller Moment für die Jeveraner im Kino. Gedreht hat Basel Mansour seinen Film an zahlreichen öffentlichen Plätzen und Einrichtungen der Stadt. Dabei hatte er Hilfe von seinem Nachbarn. Auch im Schloss wurden Mansour bei den Dreharbeiten alle Türen geöffnet. Seine Frau Ghayda bekommt im Film eine Schlossbesichtigung. Museumsleiterin Antje Sander kann sich weitere Filmprojekte mit dem syrischen Regisseur vorstellen: "Die Arbeit hat unheimlich viel Freude gemacht und ich war beeindruckt, mit wie wenig Mitteln er das professionell umsetzen konnte", sagt sie.

Familie ist in Jever angekommen

Basel Mansour, sein Bruder Husam, seine Frau Ghayda und die beiden Kinder sind angekommen. Ihre Heimatstadt Damaskus und den Krieg in Syrien haben sie hinter sich gelassen. Die Kinder gehen in die Schule, Ghayda gibt Unterricht für Flüchtlingskinder und Basel macht gerade ein Praktikum in einer Online-Redaktion in Wittmund.

Am Freitag um 18.15 Uhr gibt es den Film "Vielen Dank Jever" noch einmal in der "Filmpalette" zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 02.02.2017 | 19:30 Uhr