Stand: 11.05.2016 11:45 Uhr

Wie und wo können Sie Flüchtlingen helfen?

Kleiderspenden sortieren, Fahrräder reparieren oder eine Patenschaft übernehmen: Die wachsende Zahl an Flüchtlingen hat zu einer außergewöhnlichen Welle der Hilfsbereitschaft in Norddeutschland geführt. Viele ehrenamtliche Helfer engagieren sich, um den Flüchtlingen vor Ort zu helfen. Die Initiativen sind vielfältig und nicht zentral organisiert. NDR.de hat eine Auswahl von Initiativen und Ansprechpartnern für die ehrenamtliche Hilfe zusammengestellt.

Niedersachsen:

In der Landeshauptstadt Hannover hat sich der Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte zum Ziel gesetzt, Asylbewerber und Flüchtlinge zu unterstützen. Außerdem bietet das Freiwilligenzentrum einen Überblick über Angebote an ehrenamtlicher Arbeit in der Stadt. In Lüneburg setzt sich schon seit 2009 die amikeco-Willkommensinitiative e.V für Flüchtlinge ein - und freut sich über weitere Unterstützer.

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Überall im Norden engagieren sich ehrenamtliche Helfer für Flüchtlinge.

In vielen Kommunen unterstützen verschiedene Initiativen, Gruppen und Vereine die Flüchtlinge. In Worpswede zum Beispiel im Landkreis Osterholz hat sich unter dem Dach der Kirchengemeinde eine Initiative gegründet, um Menschen, die der Gemeinde zugewiesen werden, willkommen zu heißen. In Dinklage im Landkreis Vechta hat sich die Facebook-Gruppe "Dinklage setzt sich ein" gegründet.

In Osnabrück ist der Verein Exil eine von mehrere Initiativen, die sich um Flüchtlinge kümmert und Deutschkurse anbietet. Bei der Freiwilligen-Agentur der Stadt können Interessenten ihre Hilfe anbieten. Im Kreis Aurich ist das Deutsche Rote Kreuz Ansprechpartner für Ehrenamtliche. Zusätzlich gibt es landesweit fast 30 Koordinierungsstellen für Migration und Teilhabe. Viele Anlaufadressen für Ehrenamtliche sowie Konatkdaten zu Rechtsanwälten hat - nach Landkreisen und Städten geordnet - der Flüchtlingsrat Niedersachsen.

Schleswig-Holstein:

In Schleswig-Holstein gibt es verschiedene Koordinierungsstellen. Die landesweite Plattform ich-helfe.sh bringt Bedarfe und Angebote in der Flüchtlingshilfe zusammen. Initiativen, Institutionen und Organisationen können sich darstellen und öffentlich machen, was gerade benötigt wird. Das von Wohlfahrtsverbänden getragene Ehrenamtsbüro nettekieler arbeitet mit Vereinen, Initiativen und Kirchengemeinden in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel und im nahen Umland zusammen. Im Kreis Plön kümmert sich ein Freiwilligen-Zentrum im Haus der Diakonie in Preetz darum, Helfer und Hilfsinitiativen zusammenzubringen.

In Neumünster ist die Freiwilligen-Agentur beim Deutschen Roten Kreuz angesiedelt, das auch die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Schleswig-Holstein betreut. In Flensburg ist die Koordinierungsstelle für Integration der Stadtverwaltung die Anlaufstelle für ehrenamtliche Helfer. In Norderstedt kümmert sich der Verein "Willkommen-Team Norderstedt e.V." aktiv um Asylsuchende. Im Kreis Schleswig-Flensburg können sich Freiwillige an die Migrationssozialberatung wenden. In Lübeck ist die Gemeindediakonie für die Flüchtlingsbetreuung zuständig.

Eine Übersicht über Beratungsstellen für Migration im Land bietet der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Die dezentrale Flüchtlingshilfe vermittelt ehrenamtliche Unterstützer an Projekte. Außerdem sind weitere Projekte in Schleswig-Holstein auf der Website des Netzwerks "Mehr Land in Sicht" aufgeführt.

Hamburg:

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In den Hamburger Messehallen waren besonders viele Helfer aktiv.

Am praktischsten ist die Übersicht der Stadt Hamburg. Sie hat die Internetseite HH hilft eingerichtet, auf der es umfassende Informationen gibt, was man wo spenden kann, wie man sich ehrenamtlich engagieren kann oder wo Flüchtlinge Beratungs- und Betreuungshilfe bekommen können. Dort sind auch alle Facebook-Gruppen zu Flüchtlingshilfen in den Stadtteilen aufgeführt. Einfach nach einem passenden Ehrenamt suchen, kann man auf der Engagement-Suchseite der Freiwilligenagenturen. Die größte Hilfsaktion gab es in den Messehallen, zwischenzeitlich Deutschlands größte Kleiderkammer. Der daraus hervorgegangene Verein Hanseatic Help versorgt Flüchtlingsunterkünfte im Großraum Hamburg mit Sachspenden und informiert in einer Facebookgruppe, was aktuell benötigt wird. Seit April 2016 ist die Kleiderkammer in der Großen Elbstraße angesiedelt.

Um Helfer und Initiativen zusammenzubringen, übernimmt der Träger "fördern und wohnen", die Freiwilligenkoordination für Ehrenamtliche in den öffentlichen Unterkünften. Gesucht werden unter anderem Helfer, die Flüchtlinge im Alltag unterstützen möchten - aber auch Menschen mit Sprach- oder juristischen Kenntnissen. Zudem suchen zahlreiche Projekte sogenannte Lotsen oder Paten, die den Neu-Hamburgern bei der Wohnungssuche helfen, bei Behördengängen unterstützen und das Leben in Hamburg näher bringen: zum Beispiel New Home Hamburg des ASB, Flüchtlingslotsen der Diakonie und Menschen stärken Menschen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Ein Bündnis Hamburger Stiftungen hat den gemeinsamen Fonds "Flüchtlinge & Ehrenamt" eingerichtet, der eine unbürokratische und schnelle Hilfe leisten soll. Alle Informationen finden Sie auf den Seiten der BürgerStiftung Hamburg. Die Seite Willkommenskultur in Hamburg bietet Wissenswertes zum Thema Kulturarbeit mit Flüchtlingen in Hamburg und Informationen zu Fördermöglichkeiten.

Mecklenburg-Vorpommern:

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Die Flüchtlingskinder freuen sich natürlich über Spielzeug-Spenden.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Hilfe sehr unterschiedlich organisiert, in vielen Orten können sich Interessierte direkt an die Flüchtlingsunterkünfte wenden, wenn sie ehrenamtlich arbeiten oder Sachspenden abgeben wollen. So betreut in Rostock der Verein Ökohaus die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Stadt und freut sich über jeden, der mithelfen will - zum Beispiel bei Deutschkursen, Freizeitangeboten und der Kleiderkammer.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hilft insgesamt bei der Suche nach Initiativen vor Ort weiter und hat eine Übersicht über Freiwillige Hilfs-Netzwerke im Land ins Netz gestellt. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim kümmert sich das Büro für Chancengleichheit darum, ehrenamtliche Hilfe zu koordinieren. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald koordiniert das Sozialamt der Kreisverwaltung die Betreuung der Flüchtlinge in den Unterkünften im Kreis und die Unterbringung in Wohnungen.

Dieses Thema im Programm:

7 Tage | 17.01.2016 | 15:30 Uhr