Wendepunkte

Was geschah sonst noch am 10. August?

Zwei Tage nach der Schließung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik  berichtet das DDR-Fernsehen über die Zufluchtsuchenden in Ost-Berlin. Es warnt davor, dass die Behörden künftig eine "härtere Gangart" einschlagen würden.

Ungarn erklärt, dass es bei der Ausreiseproblematik nicht helfen könne und fordert damit die beiden deutschen Staaten indirekt auf, dass Flüchtlingsproblem bilateral zu lösen. In der westdeutschen Botschaft in Budapest befinden sich zu diesem Zeitpunkt 158 DDR-Bürger.

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Stasi Zentrale in Ostberlin © dpa - Bildarchiv Fotograf: Wolfgang Kumm
 

Stasi-Gründung: "Schild und Schwert der Partei"

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Glossar
Ehemaliges Ministerium für Staatssicherheit der DDR.Birthler-Behörde © dpa - Report
 

Ministerium für Staatssicherheit (MfS)

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Rechtswesen

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Das Erste

Stasi-Spitzel und ihre Vergangenheit

NDR Fernsehen: ZAPP

Beitrag bei Panorama vom 28.08.2008, 21.45 Uhr mehr

 

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Die Wende existiert nicht: In U-Haft bei der Stasi

von Nils Zurawski

Als die schwere Zellentür sich öffnet, steht May-Britt Krüger bereits mit dem Gesicht zur Wand und wartet auf Anweisungen. Immer wieder ist es derselbe Wortlaut: "Bett 1!", sagt eine Stimme mit dem scharfen Ton eines Gefängniswärters: "Kommen Sie!"

 

Interview
May-Britt Krüger mit Eltern, 1989 © May-Britt Krüger
 

"Die wollten mich einschüchtern"

Wegen versuchter Republikflucht wurde May-Britt Krüger im August 1989 von der Stasi verhaftet. mehr

Wie oft sie diesen Befehl hörte, hat Krüger nie gezählt. Die damals 22-Jährige kam am 10. August 1989 in Untersuchungshaft bei der Staatssicherheit in Rostock. "Bett 1" und später "Bett 2" war dort ihr Name - eine Bezeichnung ohne jede menschliche Anmutung. Zusammen mit ihrem Vater und einem befreundeten Paar war sie am Tag zuvor von den DDR-Sicherheitskräften auf dem Weg nach Ungarn bereits kurz hinter Rostock festgenommen worden. Der Vorwurf lautete Republikflucht und Bandenbildung. Außerdem hätte sie das Fluchtfahrzeug gestellt und sei somit "Mitwisserin" gewesen.

Im Visier der Stasi

May-Britt Krüger mit Eltern, undatiert 1980er Jahre © May-Britt Krüger Detailansicht des Bildes May-Britt Krüger mit ihren Eltern Mitte der 80er-Jahre. Die Familie wurde von der Stasi Tag und Nacht bespitzelt. "Noch als ich in die U-Haft gebracht wurde, glaubte ich, dass nur mein Vater verhaftet würde. Im Leben habe ich nicht daran gedacht, dass ich selbst die nächsten Monate hier sitzen sollte", erzählt May-Britt Krüger heute. Für die junge Frau war es ein Schock, auch wenn es sie nicht völlig überraschte. Bereits in den 1970er-Jahren hatte ihr Vater einen Ausreiseantrag gestellt und geriet daraufhin in den Fokus des DDR-Geheimdienstes. May-Britt Krüger erinnert sich an die teilweise kaum verdeckten Bespitzelungen durch die Stasi.

Erst aus ihren Stasi-Akten erfuhr sie nach der Wende, dass auch die elterliche Wohnung verwanzt war und nahezu alles aufgenommen wurde, was dort stattfand - auch banale Ereignisse wie das gemeinsame Kuchenbacken mit ihrer Mutter.

Alltag zwischen Zelle und Verhörraum

Zellentrakt, Gedenkstätte Stasi Untersuchungsgefängnis, Rostock © NDR Fotograf: Nils Zurawski Detailansicht des Bildes Zellentrakt im Rostocker Stasi-Untersuchungsgefängnis. Hier musste May-Britt Krüger zahlreiche zermürbende Verhöre über sich ergehen lassen. Während ihrer Haftzeit im Stasi-Untersuchungsgefängnis an der Augustenstraße, einem versteckten Gebäude im Innenhof der Rostocker Zentrale der Staatssicherheit, gab es für May-Britt Krüger nur das Leben hinter den Mauern. Was außerhalb stattfand, bekam sie nicht mehr mit. Der Alltag bestand aus dem Aufenthalt in den kleinen Zellen, zumeist mit einer anderen, später auch mit bis zu sechs Frauen, sowie den insgesamt 24 Verhören, in denen sie in den zweieinhalb Monaten Haft ihre geplante Republikflucht zugeben sollte. Ob sie tatsächlich über Ungarn in den Westen gegangen wäre, kann sie heute nicht genau sagen - und damals, so sagt sie heute, war sie so weit ja überhaupt nicht gekommen.

Dennoch wurden ihr in den zermürbenden Verhören, mit den immer gleichen Fragen, die immer wieder gleichen Anklagen vorgelegt, nur der Tonfall der Untersuchungsführer änderte sich - der erste brüllte, der sei ein "Schmierlappen" gewesen, erinnert sie sich. Sie nahm sich vor, dagegenzuhalten und nicht auf die Angebote und Drohungen einzugehen. So habe sie auch zu keinem Zeitpunkt zugegeben, dass sie flüchten wollte, berichtet Krüger, habe sich später in der Haft auf Rat ihres Anwaltes alle Protokolle vorlegen lassen und diese immer wieder korrigiert und angezweifelt.

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Mustin © Bundespolizei Ratzeburg Fotograf: Sigurd Müller
 

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Links

Marianne Birthler informiert über die Arbeit ihrer Behörde.

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Informationen zur Arbeit der Behörde und der Gedenkstätte.

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Eine Initiative der Bundesstiftung Aufarbeitung und der BStU, Berlin.

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