Stand: 17.07.2017 11:24 Uhr

Wenn der Dirigent fast einen Drehwurm kriegt

von Jens Zacharias
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Gleich neben den Musikern zu sitzen ist ein Erlebnis - aber zu laut sollte es auch nicht sein.

Beim Schleswig-Holstein Musikfestival machte es am Sonntagabend "Zoom". Jedenfalls spielte die Orchesterakademie in der Thormannhalle in Rendsburg unter dem Motto "Zoom" gleich zweimal hintereinander ein- und dasselbe Stück von Mozart. Warum nur?

Ein Orchester bunt verteilt, mitten im Publikum. Das ist "Zoom" und das ist ungewöhnlich und eine neue Erfahrung für den Schweizer Dirigent Simon Gaudenz und Mozarts g-Moll Sinfonie Nr. 40, die ja auch gern mal in einer Telefonwarteschleife ertönt.

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Die Gesellschaft von Violinisten wird bevorzugt.

Sie klingt mit einen mal ganz anders als gewohnt, besonders wenn man direkt neben einem Hornisten sitzt. Direkt daneben hätten Karin Adams aus Rendsburg und Reinhard Hermann aus Flensburg "nicht so gern sitzen wollen" Deshalb setzen sie sich neben die Violinen, zwei junge Leute "die das ganz super machten", finden die beiden Konzertbesucher.

Spielen die, was im Notenblatt steht?

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Der Oboist lässt sich in die Noten schauen. Spielt er auch, was da steht?

Den einzelnen Musikern mal ganz nah sein - das ist etwas Besonderes, weil jetzt auch Geräusche zu hören sind, die normalerweise übertönt würden, meint Kontrabassist Phillipe Devincenzi. Das Kratzen auf den Saiten oder wenn ein Ton nicht ganz stimmte. Der Musiker gleich nebenan lässt sich sogar in die Noten schauen, ganz nach dem Motto: Mal sehen, ob die Oboen auch wirklich das spielen, was da steht.

Dirigieren in alle Richtungen

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360-Grad-Dirigieren: Kein Problem für Simon Gaudenz.

Mitten im großen Rund aus Publikum und Orchester in der Thormannhalle in Rendsburg auf einem Podest dirigierte Simon Gaudenz mal nach links, dann nach rechts, nach hinten und nach vorn. Einen Drehwurm hat er bis jetzt nicht bekommen. Das sei kein Problem, denn er drehe sich ja immer in dieselbe Richtung, meint der Dirigent.

Und dann noch mal von vorn

Eine der Jüngsten im Publikum, die 11-jährige Linn Wulf, fand das Konzert "ganz schön". Für Gerald Christa aus Kiel war es Musik in einer neuen Dimension. In der Pause beginnt das große Stühlerücken und dann spielt die Orchesterakademie Mozarts Sinfonie Nr. 40 noch einmal wie gewohnt, allerdings nicht sitzend sondern stehend - und stehende Ovationen die gibt es am Ende dann auch von einem begeisterten Publikum.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 17.07.2017 | 19:30 Uhr

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