Stand: 25.08.2017 17:40 Uhr

Ein Probenbesuch beim NDR Jugendsinfonieorchester

von Marcus Stäbler

Am Mittwochvormittag probt das NDR Elbphilharmonie Orchester in der Elbphilharmonie Carl Orffs "Carmina Burana" - zunächst noch ohne Chor, aber zum ersten Mal mit dem Jugendsinfonieorchester des NDR. Insgesamt 146 Musiker sitzen auf der Bühne und füllen den großen Saal mit einem wuchtigen Sound, dirigiert von Krzysztof Urbanski.

Das NDR Jugendsinfonieorchester spielt regelmässig Konzerte auf großen Bühnen wie in der Elbphilharmonie.

Die Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters machen knapp die Hälfte des Riesenapparats aus und haben sich unter die erfahrenen Kollegen gemischt. Profis und Nachwuchsmusiker teilen sich jeweils ein Pult. "Aufregend!", findet das der 20-jährige Cellist Benjamin Seeck. Der gleichaltrige Geiger Barnaby Burleigh genießt das Klangerlebnis: "Ja, es ist sehr angenehm, die größere Besetzung zu haben, es wächst alles mehr zusammen und es ist schön, eine Nummer größer zu proben."

Individuelle Vorbereitung auf das Zusammenspiel mit den Profis

Die Musiker aus dem Jugendsinfonieorchester haben die Noten für Carl Orffs "Carmina burana" schon vor einem Monat bekommen und sich individuell vorbereitet. Anfang der Woche fanden dann die ersten gemeinsamen Proben statt. "Wir hatten Montag einen Probentag und Dienstag, und wir hatten Montag auch Stimmproben mit Dozenten für jede Stimmgruppe, die aus dem NDR Elbphilharmonie Orchester kamen", berichtet Burleigh.

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Die Profis übernehmen die Einstudierung, geben ihre Erfahrung an die jungen Kollegen weiter und fördern so den Nachwuchs im Rahmen der Akademie des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Das Jugendsinfonieorchester wurde 2012 gegründet und hat schon unter Dirigenten wie Christoph Eschenbach und Thomas Hengelbrock musiziert, dem Chef des NDR Elbphilharmonieorchesters. Ihm liegt das Projekt ganz besonders am Herzen: "Weil ich es ganz wichtig finde, dass junge Leute die Möglichkeit haben, auch mit den alten Hasen zusammen zu spielen. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass das wirklich eine ganz tolle Aktion ist."

Orchesternachwuchs der Spitzenklasse

Das Jugendsinfonieorchester des NDR vereint ausgewählte Musiker im Alter von 15 bis 25 Jahren, die aus ganz Norddeutschland zu intensiven Probenphasen zusammen kommen. "Es gibt meistens zwei Phasen im Jahr", sagt der Geiger Barnaby Burleigh, "Wir haben jetzt schon relativ oft diese Sache mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival gehabt, wo wir im Sommer mit den Profis zusammenkommen und wirklich große Projekte spielen, vor zwei Jahren das Verdi-Requiem und letztes Jahr 'Elias'. Aber es gibt oft auch ein Frühjahrsprojekt, meistens im März. Da war jetzt gerade Tschaikowskys vierte Sinfonie dran."

MusikerInnen gesucht! Jetzt bewerben!

Interessierte Musikerinnen und Musiker zwischen 15 und 25 Jahren sind herzlich eingeladen, sich jederzeit für das NDR Jugendsinfonieorchester zu bewerben. Das nächste Vorspiel findet am 30. September 2017 in Hamburg statt.
Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung (vollständige Kontaktdaten, musikalischer Lebenslauf, Orchestererfahrung) an jugendsinfonieorchester@ndrorchesterakademie.de. Bisherige Mitspieler müssen sich nicht erneut bewerben.
Voraussetzungen:

  • Alter: 15 bis 25 Jahre
  • mehrjährige Orchestererfahrung
  • Wettbewerbserfahrung
  • absolut sichere Beherrschung des jeweiligen Konzertprogramms

Bei den Probenphasen dauert es meistens einen Moment, bis die Musiker zu einer Einheit verschmelzen, wie die 20-jährige Geigerin Maia Siradze erklärt: "Als wir das erste Mal zusammen geprobt haben, habe ich gemerkt, man kennt die anderen Menschen noch nicht. Die erste, zweite Stunde spielt man zusammen, aber nicht zusammen. Langsam kommt das Vertrauen in das Orchester." Und dann entsteht ein gemeinsamer Klang, ergänzt der Cellist Benjamin Seeck: "Gerade weil es jeden Tag lange Proben gibt, gewöhnt man sich dran, und dann funktioniert das auch gut."

Das hohe Niveau des Jugendsinfonieorchesters ist schon am Mittwoch in der ersten Begegnung mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester zu erleben - auch ein Verdienst von Krzysztof Urbanski, wie die jungen Musiker betonen. "Er weiß schon, was er hören will und ist auch mit Energie dabei. Und es ist nicht so langweilig, da zu sitzen und er sagt, macht das, macht das. Er zeigt uns mit seinem Körper, wie er das haben will", sagt Maia Siradze. Und Barnaby Burleigh stimmt zu: "Ich finde es sehr mitreißend. Er  hat eine sehr klare Vorstelllung davon, was er möchte und zeigt auch alles klar und deutlich an."

Qualität und Glück

Der Geiger Barnaby Burleigh studiert Linguistik und Philosophie und will die Musik auch später als intensives Hobby beibehalten - die Kanadierin Maia Siradze sieht das Jugendsinfonieorchester dagegen als Vorbereitung auf ihre berufliche Karriere: "Ich bin nach Deutschland gekommen, um Musik zu studieren, um in einem professionellen Orchester zu spielen."

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Mit diesem Plan ist die junge Geigerin nicht alleine. "Ein großer Teil des Jugendorchesters sind Musikstudenten, die diesen beruflichen Weg einschlagen und für die das ein Ziel sein wird, in so einem Orchester zu spielen. Und viele Schüler sind dabei, die Musik studieren werden. Also ein großer Teil des Jugendorchesters geht diesen Weg auf jeden Fall", sagt Benjamin Seeck.

Das NDR Sinfonieorchester verbindet künstlerischen Anspruch mit einer freundschaftlichen Atmosphäre und großer Spielfreude. Genau deshalb fühlen sich die jungen Musiker wie Maia Siradze so gut aufgehoben: "Man spielt professionell, das Niveau ist hoch, aber man kann auch Spaß haben. Die zwei Sachen sind für mich wichtig: Qualität und Glück."

Dieses Thema im Programm:

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