Stand: 15.02.2016 14:15 Uhr

"Die Idee von Musik ist Freiheit!"

von Marcus Stäbler

Die künstlerischen Planungen für die Elbphilharmonie in Hamburg gehen auf die Zielgerade. Elf Monate vor dem lang ersehnten Start hat der Intendant Christoph Lieben-Seutter nun das Programm für das zweite Internationale Musikfest vorgestellt, mit dem er die letzte Saison vor der Eröffnung abschließt.

Musik als Symbol der Freiheit

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Thomas Hengelbrock präsentiert zusammen mit dem NDR Sinfonieorchester Luigi Dallapiccolas Passionsoper "Der Gefangene" in einer konzertanten Aufführung.

Das vierwöchige Festival widmet sich einem sehr aktuellen Thema. "Die Idee von Musik ist Freiheit, die Idee von Menschen ist Freiheit!", sagt Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano. Thomas Hengelbrock, Chef des NDR Sinfonieorchesters, das bald NDR Elbphilharmonie Orchester heißt, ergänzt: "Im Grunde ist alles, was wir tun, Symbol der Freiheit, die wir hier haben."

Beide Dirigenten gehören zu den Hauptakteuren beim zweiten Internationalen Musikfest Hamburg und beleuchten verschiedene Aspekte des Festivalthemas "Freiheit". Kent Nagano dirigiert zum Auftakt am 21. April eine szenische Aufführung von Bachs Matthäus-Passion in der Regie von Romeo Castellucci. Dort rückt die Frage der Hoffnung und Befreiung durch den Tod ins Zentrum. Einen Tag später widmet sich Thomas Hengelbrock der Oper "Il Prigioniero" von Luigi Dallapiccola über die Sehnsucht eines Gefangenen nach Freiheit.

"Alle Stärken zusammen legen"

Thomas Hengelbrock beginnt seine Aufführung mit dem Eingangschor aus der Matthäus-Passion und nimmt damit den Faden von Nagano auf: eins von vielen Beispielen für die Kooperation verschiedener Veranstalter beim Internationalen Musikfest.

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Generalintendant der Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter betont die produktive Zusammenarbeit der drei Orchester.

Diese Zusammenarbeit ist für Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter ein wichtiger Fortschritt im Hamburger Musikleben: "Früher war so ein Festival selbstverständlich nur ein Angebot des Philharmonischen Staatsorchesters. Oder des NDR. Oder einer Stiftung. Oder der Stadt. Dass wir alle unsere Stärken zusammenlegen, sowohl was die finanziellen Mittel als auch was künstlerische Programme betrifft, ist eine wichtige Entwicklung in Hinblick auf die Elbphilharmonie, und das Musikfest ist der erste Ausdruck dafür."

Von "Überlebensmusik" bis Operette

Mit vereinten Kräften haben Lieben-Seutter und seine Partner ein spannendes und vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Es reicht von der Reihe "Überlebensmusik" mit Werken von Opfern des Nazi-Regimes in Deutschland über Leonard Bernsteins komisch-philosophische Operette "Candide" bis zum Pop und Neo-Soul.

Dossier

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Der britische Sänger Jamie Woon ist einer von vielen internationalen Künstlern aus verschiedenen Sparten, die beim Musikfest zu Gast sind, unter ihnen die Dirigenten Andris Nelsons und Paavo Järvi, die Pianisten Maurizio Pollini und Rudolf Buchbinder oder die Geigerin Patricia Kopatchinskaja, deren Gesicht nicht zufällig das Cover des Festivalmagazins ziert. Sie verkörpert das künstlerische Streben nach Freiheit in besonderer Weise, wie Christoph Lieben-Seutter bestätigt: "Patricia Kopatchinskaja, unsere Residenzkünstlerin, ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, dass Kunst sich ungern in Gefäße sortieren lässt."

Das demonstriert sie etwa in ihrem Projekt "Bye, bye Beethoven" mit dem Mahler Chamber Orchestra auf Kampnagel. Als Ergänzung zum musikalischen Programm haben die Elbphilharmonie Konzerte zusammen mit der Körber-Stiftung eine Reihe von kurze.

Musikfest Hamburg

2. Internationale Musikfest Hamburg
unter dem Motto "Freiheit"

21. April bis 22. Mai 2016

Veranstaltungsorte: Deichtorhallen, Laeiszhalle, Hauptkirche St. Michaelis und weitere

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 15.02.2016 | 14:20 Uhr

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