Stand: 11.09.2017 12:53 Uhr

Ausstellung: "Die Exodus-Affäre" in Rendsburg

von Frank Hajasch

Ihr Schicksal sorgte 1947 für Schlagzeilen: Auf dem Schiff "Exodus" reisten 4.500 europäische Juden, die gerade erst den Konzentrationslagern der Nazis entkommen waren, nach Palästina - wo ein Staat Israel entstehen sollte. Das war damals britisches Mandatsgebiet. Großbritannien wollte die Einwanderer aber nicht haben. Die "Exodus" musste zurück. Und so landeten die jüdischen Flüchtlinge wieder in Deutschland - im Lager Pöppendorf bei Lübeck. "Die Affäre Exodus" ist nun Thema der neuen Ausstellung im Jüdischen Museum Rendsburg.

Aufbruch voller Hoffnung

Auf einem alten, nicht hochseetauglichen Schiff hatten sich die Flüchtlinge im Juli 1947 auf die Reise gemacht. Viele von ihnen kamen aus Lagern für sogenannte Displaced Persons. Es war die Zeit der Flüchtlingsströme: Mehr als 40 Millionen Menschen irrlichterten durch Europa und Deutschland, darunter Hunderttausende Juden.

"Bilder kommen einem erstaunlich vertraut vor"

Die Ausstellung zeigt eindrucksvolles Material und Original-Fotografien rund um die Passage, von Menschen, die nur mit dem Notwendigsten unterwegs waren - zunächst zusammengepfercht im Rumpf der viel zu kleinen "Exodus" und später im Lager Pöppendorf bei Lübeck, wo sie wieder hinter Stacheldraht und Wachtürmen lebten. "Die Bilder der Ausstellung kommen einem erstaunlich vertraut vor", sagt der Leiter des Jüdischen Museums in Rendsburg, Carsten Fleischhauer. "Wir sehen minderjährige Flüchtlinge, oft männliche Jugendliche ohne Eltern. Da drängen sich gewisse Parallelen auf und man kommt ganz neu ins Nachdenken - auch über die heutigen zeitgeschichtlichen Umstände."

Ausstellung läuft bis zum 3. Juni 2018

Das Leben an Bord, die Ankunft im Lübeck der Nachkriegszeit, aber auch die Idee und die Hoffnung auf einen eigenen jüdischen Staat lassen sich in der neuen Ausstellung des Jüdischen Museums in Rendsburg wunderbar nacherleben. "Die Affäre Exodus" wird bis zum 3. Juni 2018 gezeigt.

Ausstellung: "Die Exodus-Affäre" in Rendsburg

"Die Exodus-Affäre" löste 1947 international Empörung aus: 4.500 europäische Juden reisten per Schiff nach Palästina, wurden aber wieder weggeschickt. Eine Ausstellung widmet sich dem Thema.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7–8
24768   Rendsburg
Telefon:
04331 / 44043-0
E-Mail:
info[at]jmrd.de
Preis:
5,- Euro, 3,- Euro ermäßigt
Öffnungszeiten:
Di-Sa: 12 - 17 Uhr
So: 10 - 17 Uhr
oder nach  Vereinbarung
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Kulturnachrichten | 08.09.2017 | 08:00 Uhr

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