Stand: 08.06.2017 09:00 Uhr

Duckomenta - Ein Enten-Universum in Hamburg

von Daniel Kaiser

In Hamburg sind die Enten sind los. Im Archäologischen Museum Harburg kann man jetzt die ganze Weltgeschichte mit gelbem Schnabel erleben. "Duckomenta" heißt die neue Ausstellung mit fast 300 witzigen Bildern und Skulpturen - lauter Meisterwerke mit Enten. Kassel hat die Documenta. Hamburg hat jetzt die "Duckomenta".

Da hängt die Mona Lisa. Auch mit Entenkopf ist sie noch anmutig und schön. Beim "Letzten Abendmahl" ist einer der Jünger am Tisch ebenfalls eine Ente. Und auch Nofretete sieht aus wie Daisy Duck. "Wir sehen die Kulturgeschichte der ganzen Welt, nur aus der Perspektive der Entenbevölkerung", sagt Museumsdirektor Rainer Maria Weiss.

"Berühmte Werke" aus der Duckomenta

Kulturgeschichte mit Augenzwinkern

Die Bilder und Statuen haben schon in vielen Städten begeistert. Zur Hamburg-Premiere gibt es nun auch völlig neue, überraschende Erkenntnisse zur Stadtgeschichte. "Wir haben exklusiv ein mittelalterliches Tafelgemälde angefertigt, das den Heiligen Ansgar und seine Ente zeigt, mit der er immer unterwegs war." Auf einem lateinischen Spruchband über der Ente, die wie ein Edelmann gewandet neben dem legendarischen Stadtgründer steht, ist zu lesen: "Tenete Memoria Anates" ("Denkt an die Enten!"). Angeblich habe diese Ente auch zur Namensgebung des Hamburger Viertels Entenwerder beigetragen, schmunzelt Weiss. "Es ist ein großer Spaß, aber auch eine spielerische Herangehensweise, Kulturgeschichte zu vermitteln. Wir erzählen in den Texten ja keinen abgehobenen Stuss, der die Besucher auf den Arm nimmt, sondern erklären Barock, Rokoko und Reformation - aber eben mit einem Augenzwinkern. Ver-entet sozusagen."

Die Ente im Menschen

Die Ausstellung ist liebe- und fantasievoll im Detail gestaltet. Man geht schmunzelnd, kichernd und auch lachend durchs Museum. Von Ente zu Ente. "Die documenta in Kassel ist so was wie Oper, und wir von der Duckomenta machen Operette", lacht Anke Doepner, die die Ausstellung entwickelt hat. Die Geschichte der Duckomenta begann mit einer Übung in einem Hochschulseminar über Disney-Kultur, aus dem bald eine erste Ausstellung hervorging. Doch allein schon wegen des Urheberrechts sehen die Duckomenta-Enten mittlerweile nicht mehr aus wie bei Walt Disney. Der Effekt, bekannte Geschichte und Bilder mit Enten zu sehen, wirkt allerdings genauso stark. "Man erkennt sich als Mensch in der Ente wieder, aber in einer amüsant verfremdeten Form", sagt Doepner. "Das ist ein Prozess, der einen sehr stark erheitert. Ich glaube, dass viele Menschen aus diesem Grund in die Ausstellung gehen, um sich wieder mal über Kunst zu amüsieren."

Modernes Märchen

In dieser Ausstellung darf ausdrücklich gelacht werden. Auch über die eingepackten Enten-Mumien - wie im alten Ägypten. Und über Ötzi, aus dem die Ente Dötzi wird. "Wir erzählen mit der Duckomenta natürlich ein modernes Märchen über eine fiktive Entensippe und wenn man sich die Fülle der Exponate anschaut, ist man geneigt, dieses Märchen auch zu glauben, weil die Exponate täuschend echt aussehen. Man hält für möglich, dass es diese Enten wirklich gegeben hat." Die "Duckomenta" im Archäologischen Museum in Harburg ist bis zum 4. Februar 2018 zu sehen. Für Kinder und Jugendliche bis 17 ist der Eintritt frei.

Duckomenta - Ein Enten-Universum in Hamburg

Ab dem 9. Juni kommt ein spezielles Enten-Universum ins Archäologische Museum Hamburg: die Duckomenta. Sie zeigt 200 weltberühmte Bilder - wie die "Duckfretete", den "Dötzi" und Enten-Engel.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Archäologisches Museum Hamburg
Museumsplatz 2
21073  Hamburg
Preis:
6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahren frei
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Abendjournal | 07.06.2017 | 19:00 Uhr

Mehr Kultur

10:48
06:58

Modedesigner Harald Glööckler (13.01.2012)

21.10.2017 01:30 Uhr
NDR Talk Show
10:05

Sängerin Joy Fleming (04.05.2001)

21.10.2017 01:30 Uhr
NDR Talk Show