Stand: 29.08.2014 07:00 Uhr

Schulenberg: Ein Ort versinkt im See

von Dirk Köhne, NDR.de
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Ein beschauliches Örtchen im Oberharz - so sah das alte Schulenberg aus.

Schulenberg 1954: In dem Oberharzer Dorf leben fast 300 Menschen, die meisten in kleinen Holzhäusern. Aber das ist bald Vergangenheit, die Abrissbagger rücken an. Das sogenannte Weißwassertal soll einem Stausee weichen. Eine dringend erforderliche Maßnahme, sagen Politiker, Ingenieure und Wasserbauexperten.

Die Schneeschmelze der vergangenen Winter hat erhebliche Wassermassen aus dem Mittelgebirge in die umliegenden Orte gespült und verheerende Überschwemmungen verursacht, unter anderem in Wolfenbüttel und Braunschweig. Deshalb soll die Oker mit einer 75 Meter hohen Betonmauer kurz hinter Schulenberg gestaut werden. Im Sommer ist die Oker ein plätscherndes Flüsschen, aber im Winter und Frühjahr kann sie sich in einen reißenden Strom verwandeln.

Der große Umzug

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Festakt: Tausende Gäste und eine Blaskapelle geleiten die Schulenberger in ihr neues Dorf.

Am Sonntag, den 29. August, verlassen die Umsiedler das Waldarbeiterdorf im Kreis Goslar. Der Umzug ist von großem Medien-Interesse. Rund 10.000 Gäste begleiteten ihn - an der Spitze marschiert der Bürgermeister. Reporter und Kamerateams aus ganz Europa sind dabei. Ihr neues Zuhause beziehen die Schulenberger westlich ihrer alten Wohnstätte auf dem "Kleinen Wiesenberg". Das neue Schulenberg liegt rund 60 Meter über dem Stausee auf 490 Metern Höhe und mit schönem Blick über den See sowie auf den Brocken.

Karl Eicke (r.) und Gerhard Böhm schauen über die Okertalsperre, wo früher das alte Schulenberg lag. © NDR

"Es war nicht leicht"

Besonders den alten Bewohnern fiel es schwer, ihr Dorf zu verlassen, aber sie hatten keine Wahl. Zeitzeugen erinnern sich an die Umstände der Umsiedlung Schulenbergs 1954.

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