Stand: 12.08.2010 13:00 Uhr

Thomas Mann - Dichter und Denker

von Stefanie Grossmann

Die "Buddenbrooks": Im Erscheinungsjahr des Romans 1901 gilt er manchen Lübecker Bürgern als "Nestbeschmutzerroman". Ironisch porträtiert Thomas Mann in seinem Buch die Bewohner Lübecks sowie Familienmitglieder und beschreibt die Hansestadt - ohne sie jedoch beim Namen zu nennen. Zwei Jahre später bringt genau dieser Roman den Durchbruch und macht den Dichter berühmt.

Wo alles begann

Thomas Mann, hier im Alter von sechs Jahren, wächst mit vier Geschwistern auf.

Am 6. Juni 1875 kommt Thomas Mann als zweitältester Sohn in der Hansestadt auf die Welt. Er wächst mit vier Geschwistern auf. Die Eltern können unterschiedlicher nicht sein: Der Vater, ein hanseatischer Patrizier, repräsentiert das bürgerliche Lübeck. Als Kaufmann führt er erfolgreich den Familienbetrieb, ist Konsul und schließlich Senator. Ganz anders die Mutter: Sie verkörpert das genaue Gegenteil des Vaters. Thomas Mann beschreibt seine Mutter als "... außerordentlich schön, von unverkennbarer spanischer Turnüre, ...". Ihr südländisches Temperament und ihr Interesse an Musik und Literatur bilden einen Kontrast zur kaufmännischen Repräsentation des Vaters.

Thomas Mann - der Nobelpreisträger

Kategorie: Literatur
Jahr: 1929
Begründung der Akademie: "...vornehmlich für seinen großen Roman 'Buddenbrooks', der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat.“

Abneigung gegen die Schule

Seine Kindheit beschreibt Thomas Mann als "gehegt und glücklich". Zur Schule geht er wie sein Bruder Heinrich allerdings nicht gerne: "Ich war schon in der Sekunda so faul wie der Westerwald: faul, verstockt und voll liederlichen Hohns über das Ganze, verhasst bei den Lehrern der altehrwürdigen Anstalt ...". Wie sein Bruder Heinrich verlässt er die Schule vor dem Abitur. Er zeigt damit auch seine Abneigung gegen das bürgerliche Lübeck. Thomas Mann opponiert gegen die Enge der düsteren gotischen Bauwerke, die sich immer wieder in seinen Romanen widerspiegeln, aber auch gegen die Enge in der Schule, die keinen Raum für Müßiggang und Lektüre lässt.

Umzug nach München

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1893 folgt Thomas Mann seiner Mutter nach München und beginnt ein Volontariat.

Zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes 1891 zieht die Mutter mit den drei jüngsten Geschwistern nach München. Die bayerische Metropole ist die "Stadt der Künste" und gilt als weltläufig sowie Treffpunkt für Bohemiens. Thomas Mann folgt der Mutter 1893 und beginnt ein Volontariat bei einer Feuerversicherungsgesellschaft. Darüber hinaus veröffentlicht er seine erste Novelle. Da Thomas Mann mit Erreichen seiner Volljährigkeit aus dem väterlichen Vermögen eine monatliche Rente erhält, braucht er keinem geregelten Beruf nachzugehen. Er kann sich ganz dem Schreiben widmen.

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 29.10.2001 | 22:30 Uhr

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