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Die St. Pauli Landungsbrücken

Sie sind weit mehr als nur eine Anlegestelle im Hamburger Hafen, sie sind das sprichwörtliche Tor zur Welt: Von den St. Pauli Landungsbrücken liefen einst die berühmten Schnelldampfer nach Übersee aus. Tag für Tag fuhren von hier aus außerdem Tausende zur Arbeit auf die Werften im Hafen. Denselben Weg nehmen heute die Musicalbesucher zu den Theatern im Hafen. Jedes Jahr kommen Millionen Touristen, besonders viele zum Hafengeburtstag und den Hamburg Cruise Days. Hamburg ohne St. Pauli Landungsbrücken? Undenkbar.

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Die Anfänge

Die Anfänge

Ursprünglich lag der Hamburger Hafen vor der Neustadt, an der Stelle, wo später die Speicherstadt gebaut wird. Als Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Dampfschiffe Hamburg anlaufen, müssen sie vor der Stadt ankern. Denn die Schiffe werden mit Kohle befeuert, und die Menschen haben Angst, dass das Feuer auf Segelschiffe und Gebäude überspringt. 1837/38 werden am Elbufer zwischen Hamburg und Altona die ersten hölzernen Landungsbrücken für Passagiere, Waren und Vieh gebaut.

An den Landungsbrücken lagert auch die Kohle für die Dampfschiffe. Sie wird von Arbeitern an Bord geschleppt, die in dieser Zeit zahlreich aus dem Umland kommen.

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Die Anfänge

Wegen des steigenden Umschlags soll der Hafen wettbewerbsfähiger werden. 1881 fällt die Entscheidung für den Freihafen: Auf Waren, die dort lagern, fällt kein Zoll mehr an. Weite Teile im Hafen sind nun Gewerbe- und Industriegebiet. Der Platz wird knapp. Die Arbeiterfamilien - 24.000 Menschen - müssen in die Randgebiete der Stadt umziehen, nach Winterhude, Barmbek, Horn oder Hammerbrook.

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Die Anfänge

Der große Streik

Die Kohlearbeiter, Kesselreiniger und die vielen Arbeiter, die für die Be- und Entladung der Schiffe sorgen, sind mit ihren Arbeits- und Lebensbedingungen unzufrieden. Sie fordern nicht nur mehr Lohn, sondern auch ein Ende der korrupten Arbeitsvermittlung durch die Wirte der Hafenkneipen. Am 21. November 1896 beginnt ein großer Streik, er dauert elf Wochen. Auf seinem Höhepunkt beteiligen sich fast 17.000 Arbeiter daran. Aber sie sind schlecht organisiert und am Ende ist die Streikkasse leer. Trotzdem hat der Ausstand weitreichende Folgen - auch für die Landungsbrücken. Durch neue Fährverbindungen wird der Weg zur Arbeit leichter. Aber das reicht noch nicht, denn der Hafen brummt.

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Die Anfänge

Der St. Pauli Elbtunnel

Man überlegt, eine Brücke zu bauen, damit die Menschen leichter über die Elbe kommen. Aber die braucht eine Durchfahrtshöhe von mehr als 50 Metern und entsprechende Auf- und Abfahrten. Das ist zu aufwendig und zu teuer. Der Hamburger Senat schaut sich Lösungen in anderen Städten an, unter anderem einen Tunnel in Glasgow - und beschließt den Bau des Elbtunnels: ein finanzieller und technischer Kraftakt.

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Die Anfänge

 

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Die Anfänge

Der Ausbau der St. Pauli Landungsbrücken

Der Elbtunnel macht es auch den Hafenarbeitern leichter, ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Und auch die Landungsbrücken werden in dieser Zeit modernisiert. Man braucht mehr Platz für mehr Schiffe und baut schwimmende Brücken, die sogenannten Pontons, ein Markenzeichen der Landungsbrücken. Auf diesem Foto (um 1900) sind sie bereits zu erkennen.

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Das Tor zur Welt

Von den Landungsbrücken nach Übersee

Der moderne Hafen boomt und mit ihm die Hamburger Reedereien, allen voran die Hapag. Als Generaldirektor macht Albert Ballin sie zur größten Reederei der Welt. Die "Stars" des Unternehmens sind die Schnelldampfer. Sie schaffen die Überfahrt nach New York in nur rund sieben Tagen.

Während die Seefahrt für viele ein harter Job ist, entdeckt Ballin ihre luxuriösen Seiten. Er bietet opulente Reisen auf hoher See an, Bildungs- und Lustfahrten auf großen Dampfschiffen. Und er lässt das größte Schiff der damaligen Zeit bauen: "Der Imperator".

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Das Tor zur Welt

 

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Das Tor zur Welt

Kaiser Wilhelm II.

Der Kaiser interessiert sich für alles Maritime und hält sich selbst für einen großen Seemann. Seit 1905 erscheint Wilhelm II. regelmäßig zum "Gabelfrühstück" bei den Ballins privat - eine große Ehre für den Reeder. Als "Gabelfrühstück" wurde das zweite Frühstück bezeichnet. Hapag-Dampfer dienen dem Kaiser bei Besuchen in Hamburg als schwimmende Grand-Hotels.

Das Foto zeigt den Kaiser (links unten, mit weißer Schirmmütze) bei der Taufe des Schiffes "Der Imperator". Rechts neben ihm: Albert Ballin.

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Das Tor zur Welt

Albert Ballins Arbeitszimmer in der Feldbrunnenstraße in Hamburg-Rotherbaum. Auf dem Gebiet der Handelsschifffahrt ist England für die Hapag ein Konkurrent, den Ballin hart attackiert. Militärische Auseinandersetzungen dagegen lehnt der Geschäftsmann ab.

Gegenüber dem Kaiser formuliert Ballin seine Skepsis nicht offen. Wilhelm II. ist ein Autokrat und erträgt keine Kritik. Der Erste Weltkrieg kommt für Ballin der Zerstörung seines Lebenswerks als Reeder gleich. Im November 1918 nimmt er sich in seinem Arbeitszimmer das Leben.

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Arbeiter und Touristen

Die Landungsbrücken während der Kriege

Der Erste Weltkrieg trifft die Stadt hart. Nach den Bestimmungen des  Versailler Vertrages muss Hamburg fast seine gesamte Handelsflotte an die Siegermächte abtreten. Zwischen den Weltkriegen, das zeigt dieser Filmausschnitt, werden die Landungsbrücken wieder aufgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg werden die Hafenanlagen flächendeckend zerstört: 89,9 Prozent aller Kaischuppen, 78,6 Prozent aller Kräne und 71,5 Prozent aller Speicher. Unter dem britischen Flächenbombardement während der Operation Gomorrha leiden die St. Pauli Landungsbrücken schwer.

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Arbeiter und Touristen

 

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Arbeiter und Touristen

Verkehrsknotenpunkt Landungsbrücken

Der Wiederaufbau in Hamburg geht überraschend schnell. Mitte der 1950er-Jahre ist auch die Pontonanlage der St. Pauli Landungsbrücken wieder weitgehend hergestellt. Vor allem durch amerikanische Investitionen im Rahmen des Marshallplans kommt Deutschland wirtschaftlich auf die Beine. Im Hamburger Hafen sind wieder viele neue Jobs entstanden. Aus allen Teilen der Stadt kommen die Hafenarbeiter an die Landungsbrücken, um von hier aus zur anderen Elbseite überzusetzen. Einer von ihnen: Holger Mahler.

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Arbeiter und Touristen

 

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Hafenarbeiter und Touristen

In den 1970er-Jahren kommen die Container. Zug um Zug fallen die traditionellen Jobs im Hafen weg. Stückgut, das früher mit Seilen, Netzen, Kisten bewegt und verpackt wird, wandert mehr und mehr in die großen Blechkisten. Der Hafenumschlag wird effektiver und schneller - und braucht weniger Leute. Tausende Arbeitsplätze gehen verloren.

Dafür taucht eine neue Spezies Mensch an den Landungsbrücken auf: der Tourist. Immer mehr Menschen besuchen den Hafen. Der Ort ist nun so populär, dass er auch als Kulisse für Filme und Fernsehserien dient.

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Arbeiter und Touristen

 

Mit dem Start der Musicals Mitte der 1980er-Jahre geht es in Hamburg mit dem Tourismus weiter bergauf. Allein zwischen 2001 und 2013 hat sich die Zahl der Übernachtungen mehr als verdoppelt. Heute kommen jährlich etwa sechs Millionen Gäste in die Hansestadt - und die landen früher oder später auch am Hafen. Die Landungsbrücken sind zu einem touristischen Zentrum geworden. Und zur Partymeile.

Besonders viele Gäste empfängt Hamburg jedes Jahr zum Hafengeburtstag und zu den Hamburg Cruise Days.

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Arbeiter und Touristen

 

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Impressum

Idee, Konzept, Video, Sound, Text

Bert Beyers

Dramaturgie, Design, Text

Kathrin Otto

Foto und Film

hamburg-bildarchiv, hamburger-fotoarchiv.de, Hamburger Staatsarchiv, Hamburg Museum, Hapag-Lloyd, Museum der Arbeit, Studio Hamburg

Musik

"Lightless Dawn“ Kevin MacLeod, creative commons

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