Stand: 02.12.2017 09:31 Uhr

"Land in Sicht" zeigt Vielfalt der Kunstszene MV

von Matthias Schümann, NDR 1 Radio MV
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In Güstrow werden sowohl Werke etablierter Künstler als auch von Newcomern gezeigt. (Archivbild)

Kunst muss nicht groß oder bunt sein, um zu beeindrucken. Manchmal reicht auch ein kleines Zettelchen, bedruckt mit einem kurzen Text, der es dann aber in sich hat: "Ist das Kunst oder kann das weg. Das Oder kann weg. Das ist Kunst. Ist Kunst, dass das Oder wegkann?", heißt es darauf. Das kleine Papierzettelwerk des Künstlers Mark Wiesel ist einer der jüngsten Neuzugänge in der Sammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt 131.000 Euro hat das Land in den vergangenen drei Jahren ausgegeben. Welche Werke gekauft wurden, ist nun in der Schau "Land in Sicht" in Schloss Güstrow (Landkreis Rostock) zu sehen.

Besucher in einer Kunstausstellung.

Schloss Güstrow: MV zeigt seine Kunstankäufe

Nordmagazin -

Alle drei Jahre werden auf Schloss Güstrow die vom Land erworbenen Kunstwerke präsentiert. Bei der Ausstellung "Land in Sicht" hängen bekannte Künstler neben Newcomern.

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Vielfalt in den Formen

Mehr als 100 Arbeiten von 22 weiteren Künstlern sind zu sehen. Darunter seien Video- und Fotoarbeiten, aber auch klassische Gemälde und Handzeichnungen neben Plastiken und Modellen, zählt Kuratorin Regina Erbentraut vom Staatlichen Museum Schwerin auf. In der Ausstellung gehe es darum, die Vielfalt der Künstlerinnen und Künstler des Landes zu zeigen, so Kultusministerin Birgit Hesse (SPD): "Das ist quasi die Kunst- und Kulturausstellung für Mecklenburg-Vorpommern und von Mecklenburg-Vorpommern."

Leuchttürme als Hauptdarsteller

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Martha Damus beschäftigt sich in ihren Werken oft mit Leuchttürmen.

Die Videoarbeiten der Rostockerin Martha Damus werden von einem knarzigen Soundtrack begleitet. Die Hauptdarsteller ihrer kurzen Filme sind Leuchttürme. Ihre Schwarz-Weiß-Zeichnungen hat sie teilweise animiert: "Es sind verschiedene - sogar etwas schwerwiegendere - menschliche Problematiken, die ich dann aber immer versuche, nicht so vordergründig schwer darzustellen, sondern hoffentlich auch ein bisschen leichter", erklärt die Künstlerin. Neben den kurzen Clips sind von ihr feine Bleistiftzeichnungen zu sehen. Auch sie zeigen Leuchttürme.

Newcomer neben Berühmtheiten

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Oskar Manigk malte "Amy W."

Martha Damus begann 2006 ihr Kunststudium in Greifswald und gehört neben der Fotografin Ramona Seyfarth aus Neubrandenburg zu den jüngsten Künstlern, die in der Sammlung des Landes vertreten sind. Dabei geht es weder der Sammlung noch der Ausstellung um Newcomer. Vielmehr soll das künstlerische Leben des Landes repräsentativ abgebildet werden. Dazu gehören auch neue Bilder älterer Künstler. Eines dieser Bilder zeigt die Sängerin Amy Winehouse, die mit großen Augen von der Leinwand blickt. Zu sehen ist sie auf einem Gemälde des wohl bekanntesten Malers des Landes: Oskar Manigk. Das Bild sei erst in diesem Jahr entstanden, erzählt Kuratorin Erbentraut. Außerdem habe man einige große Arbeiten aus den 1990er-Jahren ankaufen können.

Wertschätzung für die Neuen

Auch von anderen bekannten Größen der mecklenburg-vorpommerschen Kunstszene sind aktuelle Werke gekauft worden, darunter Matthias Wegehaupt, Anneliese Hoge, Friedrich Wilhelm Fretwurst, Lars Lehmann, Sven Ochsenreither und Holger Stark. Seit 1994 kamen so rund 3.500 Werke zusammen. "Die Künstler werden durch die Ankäufe finanziell gefördert. Sie werden wertgeschätzt", sagt Regina Erbentraut, die nicht nur kuratiert hat, sondern auch die gesamte Sammlung pflegt. Diese Art der staatlichen Förderung kommt besonders bei jungen Künstlern sehr gut an - auch bei Martha Damus. Ihre Arbeiten sind nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich, bevor sie künftig vielleicht in einem Ministerium hängen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.12.2017 | 19:15 Uhr

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