Zwischen Hamburg und Haiti

Zwischen Tradition und Aufbruch

Montag, 25. Dezember 2017, 09:30 bis 10:00 Uhr, NDR Info

Bild vergrößern
Radfahrer und Fußgängerinnen mühen sich durch die Straßen von Delhi.

Delhi atmet nicht nur Smog, sondern auch Geschichte. Im 17. Jahrhundert war Delhi eine der reichsten Städte der Welt. Die muslimischen Herrscher schwelgten im Luxus. Bittere Armut gab es damals allerdings auch. Heute ist Delhi eine Megametropole voll unbändiger Energie, die einem nicht nur wegen des Drecks den Atem nimmt. Jeder zweite Einwohner ist jünger als 25 Jahre.

Briten machten die Metropole 1911 zur Hauptstadt

Außerhalb von Old-Delhi war bis vor 100 Jahren noch Ackerland. 1911 verlegten die Briten ihre Hauptstadt hierher, in den Norden des Subkontinents. Entstanden ist eine neue Stadt mit monumentalen Kolonialbauten, genannt: Neu-Delhi. Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 dehnte sich die Stadt rasant aus. Aber im Vergleich zur Finanzmetropole Mumbai, dem früheren Bombay, blieb Delhi lange ein verschlafenes Nest voller Bürokraten. Das ändert sich derzeit, und zwar in rasantem Tempo.  Das Hauz Khas Village in Süd-Delhi ist die Hipster-Hochburg der Stadt.

Hier vergnügen sich alle, die kein Problem damit haben, für ein Bier fünf  Euro zu bezahlen, was für ein armes Land wie Indien ein extrem hoher Preis ist. In nur wenigen anderen Städten ist die Gier nach Entwicklung und Wohlstand, die Ungeduld der jungen Bevölkerung so greifbar. Delhi ist dem Wandel aber nicht gewachsen. An manchen Stellen gleicht die Stadt einer Müllhalde. Die Abgase hüllen sie ein wie ein Nebelschleier. Es gibt fast keinen Tag im Jahr, an dem die Atemluft nicht belastet ist. Der Smog bricht gerade im Winter jedes Jahr neue Rekorde.

 

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/info/epg/Zwischen-Hamburg-und-Haiti-Delhi,sendung716572.html