Holocaust - Das beispiellose Verbrechen
Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. mehr
Mehrere Dauerausstellungen und ein Mahnmal erinnern an die Zehntausenden Opfer.
Auf dem Gelände des ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagers Neuengamme in Hamburg erinnert eine Gedenkstätte an die Leiden der damaligen Inhaftierten. Neben einem Gedenkbereich mit Mahnmal gliedert sich die Anlage in mehrere Dauerausstellungen. Im Mittelpunkt steht die Schau "Zeitspuren: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938-1945 und seine Nachgeschichte" in einem ehemaligen Häftlingsblock. Außerdem erwartet Besucher eine Studienausstellung "Dienststelle KZ Neuengamme: Die Lager-SS" sowie zwei Ergänzungsausstellungen über die "Mobilisierung für die Kriegswirtschaft: KZ-Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion" und "Arbeit und Vernichtung: KZ-Zwangsarbeit in der Ziegelproduktion". Drei Rundwege erschließen das weitläufige Gelände und führen zu historischen Gebäuden und Anlagen.
Nach Kriegsende internierten die Briten NS-Funktionsträger in dem intakt vorgefundenen Lager. Seit 1948 dann nutzte die Hamburger Justizbehörde die Gebäude als Gefängnis. Erst 1965 wurde am Rande des Geländes ein Mahnmal für die KZ-Opfer eingeweiht, 1981 kam ein kleines Dokumentenhaus dazu. Nach jahrelangen Diskussionen wurden das Gefängnis im Juni 2003 verlegt und die Gebäude bis 2005 zu einer Gedenkstätte umgebaut. Als 2006 auch das zweite Gefängnis schloss, konnte sie 2007 erweitert werden.
Mindestens 42.000 der insgesamt mehr als 100.000 Häftlinge hatten das Konzentrationslager nicht überlebt. Noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges starben zahlreiche Menschen: Am 20. April 1945 erhängten SS-Leute 20 jüdische Kinder, an denen medizinische Experimente vorgenommen worden waren. Zwischen dem 21. und 23. April wurden 13 Frauen und 58 Männer wegen Widerstands gegen die Nazis hingerichtet. Am 3. Mai, dem Tag der Kapitulation Hamburgs, kamen rund 7.000 KZ-Häftlinge auf Schiffen in der Neustädter Bucht bei britischen Bombardements ums Leben.
Zunächst als Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen (Brandenburg) angelegt, wurde das rund 70 Hektar große Gelände des KZ Neuengamme 1940 selbstständig und mit 86 Außenstellen das größte nordwestdeutsche Lager. Viele Häftlinge mussten im Klinkerwerk auf dem Lagergelände arbeiten. Andere wurden in der Rüstungsindustrie eingesetzt, mussten Trümmer von Bombenschäden wegräumen oder Panzerschutzgräben bauen. Ab 1941 kam die Mehrheit der Häftlinge aus den besetzten Ländern. Zunächst bildeten die polnischen, ab 1942 die sowjetischen Häftlinge die größte Gruppe. Mehr als die Hälfte der Gefangenen kam aus Osteuropa, große Gruppen aber auch aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Dänemark.