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Barbados - der Sound der Karibik

Donnerstag, 16. November 2017, 21:00 bis 21:45 Uhr

Die Bajans, wie die Bewohner der Insel sich selbstbewusst nennen, sind stolz auf ihren heiter-karibischen Stil und auf ihre nunmehr 50-jährige Unabhängigkeit von der britischen Krone. Das wird einmal im Jahr mit einer großen Parade zum Independence Day zelebriert. Ein Spektakel, wie man es in London nicht besser inszenieren könnte: mit Reiterparade, Rotröcken und Marching-Band.

Ein Admiral ohne See-Erfahrung

Auch die Mitglieder der Barbados Landship marschieren mit. Angeführt wird die beschwingte Truppe von Admiral Watson, dem wohl einzigen Admiral, der nie zur See gefahren ist. Denn das sogenannte "Landschiff" ist eine Art Genossenschaft von Landarbeitern und hat mit der Marine eher stilistisch etwas zu tun. Man trifft sich jeden Freitagabend im Dock, um Manöver und Kommandos wie "Raue See" oder "Mann über Bord" zu tanzen, begleitet von einer Band, die rhythmisch eine Schiffsmaschine intoniert.

Karibische Sonne, britische Kultur

Im Garten eine Lord-Nelson-Figur

Anthony Hunte trägt keine Uniform, hat sich aber einer anderen äußerst britischen Tradition verschrieben und mitten auf der Insel ein Gartenparadies geschaffen, samt Lord-Nelson-Figur und einem kleinen Trafalgar Square. 1990 kaufte Anthony eine in einem Krater gelegene uralte Villa mit verwildertem Garten. Mittlerweile ist Huntes Garden ein botanisches Juwel, laute Chopin-Musik schallt durch die tropische Pflanzenpracht.

Eine Fahrt mit dem Van

In der Hauptstadt Bridgetown jagt Philip Hix mit seinem Musikbus nach Kunden. Er pendelt auf der Buslinie Nummer 3. Philips Van hat zwar nur 16 Sitzplätze, aber das coolste Styling, und vor allem läuft an Bord die beste Musik. Für eine Fahrt mit Philip zahlen Schüler gern zwei Barbados-Dollar, obwohl sie mit städtischen Bussen gratis fahren dürften.

Der fliegende Fisch als Nationalsymbol

Auf den Dollarmünzen der Insel prangt eine Art Nationalsymbol der Bajans: der fliegende Fisch. Tausende Tonnen werden jährlich in der Karibik gefangen. Doch diesmal macht er sich rar. Basil Gibbons jagt ihn seit über 60 Jahren. Nach den ersten vier Wochen der Saison hat er noch keinen einzigen im Netz. So langsam geht ihm das Geld für den Rum aus, den er gern im Rum-Shop trinkt, ähnlich einem Tante-Emma-Laden mit Bar.

Kokoswasser als Muttermilchersatz

Es gibt zu viel Verkehr auf Barbados, findet Terry Reaves. Er ignoriert das Hupkonzert, wenn er seinen großen, selbst gebauten Karren durch die Straßen schiebt. Darauf befinden sich gut 200 Kokosnüsse, die er ganz ohne Hilfsmittel von den Bäumen der Gärten von Bridgetown heruntergeholt hat. Außerdem verkauft er Kokoswasser. Auf Barbados gilt es als Mittel gegen grauen Star und als Ersatz für Muttermilch.

Polo in der Karibik

Poppy Ross war früher Dressurreiterin. Nun bereitet sie sich auf ihre erste Polosaison vor. Ein Sport, der vom britischen Militär auf der Karibikinsel eingeführt wurde und der jedes Jahr die High Society von Barbados zusammenbringt. Aber vor den Wettbewerben müssen die 100 Polopferde alle noch einmal zum Zahnarzt.

Autor/in
Jan Hinrik Drevs
Redaktion
Alexander von Sallwitz
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Redaktion
Ralf Quibeldey