NaturNah

NaturNah: Störche in der Großstadt

Dienstag, 05. September 2017, 18:15 bis 18:45 Uhr
Donnerstag, 07. September 2017, 11:30 bis 12:00 Uhr

Ein Storch sitzt in seinem Nest.

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In jedem Frühjahr fliegen bis zu 60 Weißstörche aus Spanien oder Afrika nach Hamburg. In keiner anderen Großstadt in Deutschland finden so viele von ihnen eine Sommerresidenz. 2014 war Rekordjahr: 29 Paare mit 73 Jungtieren.

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46 Jungstörche sind in Hamburg dieses Jahr geboren.

Dass es 2017 nicht ganz so viele werden, ahnt Jürgen Pelch, Storchenbetreuer beim NABU. Das Wetter war zu unbeständig, zu nass. Seit 41 Jahren ist er für die Tiere in den Vier- und Marschlanden im Einsatz. Auch "Rolf" und "Maria" leben in der mit Gräben und Feuchtwiesen durchzogenen Landschaft. Die beiden sind die "Stars" unter den Störchen. Eine Webcam begleitet ihr Leben: den gemeinsamen Nestbau, den Verlust ihrer fünf Jungen vor drei Jahren, die erneute Paarung - eine richtige Storchensoap. Über 60.000 User schalten sich jährlich auf ihren Horst.

Doch diese Saison verlief für die beiden "Promi-Vögel" schwierig. Erst verschwand "Maria". Dann fand "Rolf" zwar eine Neue. "Maria II". Doch ihr Horst wurde massiv von Jungstörchen attackiert. Alle vier Eier fielen zu Boden.

Unangenehme Überraschung für den Storchenvater

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Jürgen Pelch betreut seit 41 Jahren die Hamburger Störche.

Auch Storchenvater Pelch durchlebte zwischen März und August unangenehme Überraschungen. Rund 30 Storchenmasten hat er in seiner Amtszeit aufgebaut. Immer mit der Absicht, die Kulturlandschaft Hamburgs zu erhalten und den Artenschutz zu fördern. Nie mit einer Genehmigung. Doch die Landschaft ist umkämpft. Auch neue Windkraftanlangen brauchen Platz. Deswegen hieß es dieses Jahr das erste Mal: Kein Storchenmast ohne Baugenehmigung. Sollte er für alle 40 jetzt etwa eine Genehmigung beantragen?

Bleibt Hamburg "Storchenhauptstadt"?

Die Stadt Hamburg müsse aufpassen, dass sie ihren Status als "Storchenhauptstadt" nicht verliert, so der Naturschützer. Immer mehr Flächen werden zubetoniert. Landwirte spritzen ihre Felder weiterhin mit Chemie. Dann die vielen Windkraftanlagen. Die Folge: Lebensraum und Nahrungsangebot für die Störche werden immer weniger. Dennoch gibt er sich mit dem diesjährigen Bruterfolg von 46 Jungstörchen zufrieden.

Der Film beobachtet Hamburgs Störche in einer turbulenten Saison, begleitet Jürgen Pelch und andere Naturschützer dabei, wie sie sich für die Störche in der Großstadt engagieren.

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Redaktion
Birgit Schanzen
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Katrin Spranger