NaturNah: Vorsicht Kegelrobbe!

Dienstag, 19. Januar 2016, 18:15 bis 18:45 Uhr
Mittwoch, 20. Januar 2016, 13:00 bis 13:30 Uhr

Eine Kegelrobbe schmimmt im Wasser

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Fünf junge Männer aus Kiel: Sie sind Forschungstaucher, allesamt Wissenschaftler und jeder mit ganz eigenen Talenten: prämierte Naturfotografen, promovierter Unterwasserarchäologe, ambitionierter Algenforscher, renommierter Unterwasserkameramann. Vor allem verbindet sie aber die Leidenschaft fürs Tauchen. Unter Wasser drehen sie fantastische Filme.

Die Biologen stehen vor einem Rätsel

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Auf der Düne in Helgoland werden immer wieder Seehunde mit tiefen Fleischwunden beobachtet.

Vor einem Jahr haben sie beim jährlichen Algenmonitoring vor Helgoland Aufnahmen gemacht, die um die Welt gingen. Sie haben einen jungen Kegelrobbenbullen gefilmt, der unter Wasser einen Seehund verspeist. Es war eine Sensation. Denn bisher war nicht bekannt, dass Kegelrobben ihre kleineren Artgenossen jagen und fressen. Biologen in aller Welt stehen plötzlich vor einem Rätsel: Ist es nur ein einzelnes Tier, das aus der Art schlägt, oder hat man das Verhalten vielleicht nur noch nie beobachtet?

Ein Jahr später kommen die Taucher wieder nach Helgoland. Inzwischen hat sich einiges getan. Immer wieder wurden Kadaver von toten Seehunden angeschwemmt, die seltsame Verletzungen aufweisen. So wie bei dem toten Seehund, den sie vor einem Jahr gefilmt haben. Und der "Seehundkiller" hat inzwischen einen Namen: "Schoko". Rolf Blädel, der alte Seehundjäger auf Helgoland, hat den Robbenbullen wegen seiner auffallend braunen Färbung so getauft. Und er hat ihn auch dabei beobachtet, wie er am Strand der Helgoländer Düne junge Seehunde getötet und gefressen hat.

Ist "Schoko" ein Einzelfall?

Die fünf Taucher machen sich mit ihren Kameras auf die Suche nach "Schoko", denn jede Aufnahme von ihm ist wissenschaftlich interessant. Vor allem für Abbo van Neer. Der Biologe arbeitet am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum. Er hat sich des Themas angenommen und sich mit Forschern aus anderen Nordseeländern vernetzt. Auch in Schottland und in den Niederlanden werden jetzt ähnliche Beobachtungen gemacht. Macht "Schoko" die ganze Nordsee unsicher?

Deutschlands größtes Raubtier

Kegelrobben sind nicht ortsgebunden, "Schoko" könnte problemlos mehrmals im Jahr die Nordsee durchschwimmen. Anhand von besenderten Tieren kann Abbo van Neer das Wanderverhalten vor allem der Bullen belegen. Doch die Übergriffe haben mittlerweile eine neue Dimension. Jetzt werden sogar andere Kegelrobben getötet. Damit steht die Frage im Raum, ob auch Menschen gefährdet sind. Die Kegelrobbe ist Deutschlands größtes Raubtier, ausgewachsene Bullen bringen es auf 300 Kilo Gewicht.

Mehrere Wochen lang sind die fünf Taucher "Schoko" vor Helgoland auf der Spur. Aber schon bald tauchen Hinweise auf, die nur einen Schluss zulassen: "Schoko" ist kein Einzeltäter.

Redaktion
Christian Pipke
Produktionsleiter/in
Stephan Helms
Autor/in
Ralf Bartels

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