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Die Causa Christian Wulff - eine Chronologie

13.12.2011 - "Bild"-Bericht bringt Affäre ins Rollen

Bundespräsident Christian Wulff (CDU) steht während eines Fototermins im Schloss Bellevue am Fenster seines Arbeitszimmers. © dpa-Bildfunk Fotograf: Wolfgang Kumm

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll Christian Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident den niedersächsischen Landtag getäuscht haben. Wulff habe 2008 ein privates Darlehen von 500.000 Euro von der Unternehmer-Gattin Edith Geerkens erhalten, mit dem die Wulffs ihr Einfamilienhaus bezahlt hätten. Als er im Zusammenhang mit der sogenannten Air-Berlin-Affäre Anfang 2010 vom Landtag gefragt wurde, ob er geschäftliche Beziehungen zum Unternehmer Egon Geerkens pflege, antwortete Wulff damals mit "Nein" und verschwieg den Kredit.

15.12.2011 - Wulff meldet sich persönlich zu Wort

Zwei Tage dauert es, bis sich Wulff zu den Vorwürfen gegen ihn äußert: Eine geschäftliche Beziehung zu Egon Geerkens habe nicht bestanden. "Dementsprechend habe ich die gestellten Fragen beantwortet und keine Veranlassung gesehen, den privaten Darlehensvertrag mit Frau Geerkens zu erwähnen." Wulff erkenne an, dass ein falscher Eindruck habe entstehen können, was er bedauere.

16.12.2011 - "Spiegel"-Bericht erhöht Druck auf Wulff

Ehepaar Geerkens in festlicher Kleidung. © AEDT.de Detailansicht des Bildes "...viel Geld von mir an Wulff..." - Die Geerkens-Zitate im "Spiegel" setzen Wulff erneut unter Druck. Am Freitag gerät der Bundespräsident weiter unter Druck, als der "Spiegel" in einer Vorabmeldung berichtet, der Privatkredit habe von Egon Geerkens gestammt, nicht von dessen Frau. "Wir sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir an Wulff fließt", zitiert der "Spiegel" Geerkens. Die Anwälte Wulffs beharren weiter darauf, dass das Geld von Edith Geerkens gestammt habe.

18.12.2011 - Wulff lässt Urlaubsliste veröffentlichen

Ausschnitt aus dem Schreiben der Anwälte von Christian Wulff bezüglich dessen privater Urlaubsreisen. © dpa-Bildfunk Fotograf: Franz-Peter Tschauner Detailansicht des Bildes Wulffs Anwälte veröffentlichen die Urlaubsliste des heutigen Bundespräsidenten. Nach ersten Rücktrittsforderungen bekräftigt Wulff öffentlich, dass er sein Amt behalten will. Auf den Zuruf eines Passanten an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, dass er nicht zurücktreten solle, antwortet er: "Nein, das machen wir nicht!" Außerdem fordert die niedersächsische Opposition Aufklärung über Wulffs Urlaubsreisen, die er angeblich auf Kosten von befreundeten Unternehmern gemacht hat. Am Abend lässt Wulff von seinen Anwälten eine Liste mit seinen privaten Reisen veröffentlichen.

19.12.2011 - Unterlagen zum Privatkredit werden öffentlich

Journalisten dürfen in einer Berliner Anwaltskanzlei die Unterlagen zu Wulffs umstrittenem Privatkredit einsehen. Am Abend berichtet die "Bild", dass Wulffs Unternehmer-Freund Carsten Maschmeyer Werbeanzeigen für das Wulff-Interview-Buch "Besser die Wahrheit" bezahlt haben soll. Das Buch soll im Landtagswahlkampf 2007 eine Rolle gespielt haben. Der Bundespräsident lässt über seine Anwälte mitteilen, nichts von den Zahlungen gewusst zu haben.

20.12.2011 - Ältestenrat befasst sich nicht mit der Causa Wulff

Der Ältestenrat des niedersächsischen Landtags. Landtagspräsident Dinkla Mitte. © NDR Online Fotograf: Birgit Reichardt Detailansicht des Bildes Der Ältestenrat des Niedersächsischen Landtags befasst sich nicht mit der Causa Wulff. Die mit Spannung erwartete Sitzung des Ältestenrats des Niedersächsischen Landtags wird nach nur 15 Minuten beendet - mit dem Ergebnis, dass sich der Ältestenrat nicht mit dem Thema befassen muss. Am Abend bestätigt Wulffs Anwalt der Zeitung "Die Welt", dass Egon Geerkens an den Verhandlungen zum Privatkredit beteiligt war.

22.12.2011 - Wulff bricht sein Schweigen

Zwei Tage vor Weihnachten überschlagen sich die Ereignisse: Zuerst kommt die Meldung, dass Wulffs langjähriger Sprecher Olaf Glaeseker entlassen worden ist. Kurz darauf wird eine "persönliche Erklärung" des Bundespräsidenten im Berliner Schloss Bellevue angekündigt. Kommt nun der Rücktritt? Nein. In den gut vier Minuten seiner Stellungnahme entschuldigt sich Christian Wulff für seinen Umgang mit der Kredit-Affäre und bittet die Deutschen um Vertrauen. Wulff bleibt im Amt. Zu den Gründen für die Entlassung Glaesekers äußert er sich nicht.

23.12.2011 - Spekulationen über Verstoß gegen die Verfassung

Am Freitag berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" darüber, dass die niedersächsische Staatskanzlei eine Landtagsanfrage der SPD im März 2010 falsch beantwortet haben könnte. Es geht um den Nord-Süd-Dialog, eine private Unternehmer-Party in Hannover, an der sich das Land Niedersachsen - so vermutet die SPD - finanziell und organisatorisch beteiligt hat. Im Landtag hatte die Staatskanzlei eine entsprechende Förderung der Veranstaltung abgestritten. Erstmals gibt es Verdächtigungen, dass die Entlassung von Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker im Zusammenhang mit dem Nord-Süd-Dialog und dessen Veranstalter Manfred Schmidt steht.

30.12.2011 - Details zur Kredit-Finanzierung

Die BW-Bank äußert sich erstmals zum umstrittenen Privatkredit des Bundespräsidenten. Demnach hat der den neuen Vertrag zur Abwicklung des Hausdarlehens erst kurz vor Weihnachten unterschrieben. In einer zuvor veröffentlichten schriftlichen Erklärung erweckte Wulff jedoch den Anschein, dass der neue Kredit bereits laufe. Dies ist allerdings erst ab Mitte Januar der Fall. Zudem bestätigt die Bank, dass Egon Geerkens den Kontakt zwischen Wulff und dem Geldinstitut vermittelt hat.

31.12.2011 - Frühere Verbindung zur BW-Bank

In einem Vorabbericht legt der "Spiegel" am Sonnabend nahe, dass Wulff den zinsgünstigen Kredit bei der BW-Bank als Dankeschön für seinen Einsatz im Zusammenhang mit dem VW-Porsche-Deal erhalten hat. Sowohl das Geldinstitut als auch Wulff selbst bezeichnen die Vorwürfe als absurd.

01.01.2012 - Wulff soll dem "Bild"-Chef gedroht haben

Kai Diekmann, Bild-Chefredakteur © picture-alliance/dpa Fotograf: Gero Breloer Detailansicht des Bildes Auf der Mailbox des "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann soll Wulff eine Nachricht hinterlassen haben. Vor dem "Bild"-Bericht über die Finanzierung von Wulffs Haus in Burgwedel soll der Bundespräsident versucht haben, die Veröffentlichung des Artikels zu verhindern. In einer Nachricht auf der Handymail-Box von "Bild"-Chef Kai Diekmann soll Wulff mit den Worten "Krieg führen" und "Rubikon" gedroht haben, berichtet die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

04.01.2012 - Wulff bricht sein Schweigen im Fernseh-Interview

Christian Wulff äußert sich am Mittwochabend in einem Interview von ARD und ZDF zu den Vorwürfen der vergangenen Wochen. Gleich am Anfang stellt er klar, dass er weiter im Amt bleiben will. Die "Bild" widerspricht im Deutschlandfunk Wulffs Aussagen zur Mailbox-Affäre. Wulff selbst hatte gesagt, er habe mit seinem Anruf bei Chefredakteur Kai Diekmann die kritische Berichterstattung lediglich verschieben wollen. "Bild" spricht weiter von einer versuchten Unterbindung des Berichts.

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Die Fraktion der Grünen hat ihre Fragen und die Antworten der Landesregierung zur "Causa Wulff" im Internet veröffentlicht (PDF-Datei).

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06.01.2012 - Grüne legen Fragenkatalog vor

Am Freitag legt Stefan Wenzel, Fraktionschef der niedersächsischen Grünen, dem Landtag einen Fragenkatalog zur "Causa Wulff" vor. Damit wollen die Grünen aufklären, ob Wulff in seiner Amtszeit als Ministerpräsident gegen das Ministergesetz verstoßen hat. Im Mittelpunkt des 100 Fragen umfassenden Papiers stehen der Hauskredit von Unternehmergattin Edith Geerkens sowie die Verbindungen von Wulff zur Wirtschaft.

11.01.2012 - Nord-Süd-Gipfel ist Thema im Rechtsausschuss

Nach den Grünen sieht auch die niedersächsische SPD noch viel Klärungsbedarf: Die Sozialdemokraten kommen mit einem umfangreichen Katalog von mehr als 60 Fragen in die Sitzung des Rechtsausschusses in Hannover. Im Fokus der Fragen steht der Nord-Süd-Dialog - vor allem die Finanzierung der umstrittenen Treffen zwischen Vertretern aus Baden-Württemberg und Niedersachsen.

12.01.2012 - Niedersachsens CDU drängt Wulff zur Transparenz

Im Fernseh-Interview von ARD und ZDF hat Wulff Transparenz versprochen - ist sie jedoch bislang schuldig geblieben. Sein Anwalt Gernot Lehr hat anstelle aller 400 Journalistenfragen und der Antworten darauf nur eine sechsseitige Zusammenfassung im Internet veröffentlicht. Gegen diese Praxis regt sich auch in Niedersachsens CDU Widerstand. Fraktionschef Björn Thümler fordert Wulff auf, die Unterlagen zu veröffentlichen.

14.01.2012 - Einladung zum Oktoberfest

Am Sonnabend berichtet "Spiegel Online", Wulff habe sich in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident von Film-Finanzier David Groenewold zum Oktoberfest einladen lassen. Laut Groenewolds Anwalt hat Wulff von der Finanzierung jedoch nichts gewusst.

15.01.2012 - McAllister fordert Aufklärung

David McAllister © dpa Fotograf: Julian Stratenschulte Detailansicht des Bildes Der amtierende niedersächsische Ministerpräsident David McAllister drängt Wulff zur Aufklärung. So langsam scheint auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister die Geduld mit seinem Amtsvorgänger zu verlieren. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" fordert er von Wulff eine vollständige Aufklärung der Vorwürfe und verspricht, falsche Auskünfte der Landesregierung gegenüber dem Parlament richtigzustellen.

16.01.2012 - Kein Anfangsverdacht gegen Wulff

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Hannover gibt es "keinen strafprozessualen Anfangsverdacht" gegen Wulff. Die neuen Vorwürfe im Zusammenhang mit Wulffs Aufenthalt beim Münchener Oktoberfest 2008 sollen aber noch geprüft werden.

18.01.2012 - "Zeit": Landesregierung suchte Sponsoren

Die Wochenzeitung "Zeit" berichtet, dass sich die niedersächsische Landesregierung doch an der Sponsorensuche für den "Nord-Süd-Dialog" beteiligt haben soll. Die Affäre um Christian Wulff ist zudem zum ersten Mal Thema im niedersächsischen Landtag. Der Bundespräsident gibt dem öffentlichen Druck nach und veröffentlicht den Katalog mit Journalistenfragen und entsprechenden Antworten.

19.01.2012 - Razzia bei Glaeseker und Schmidt

Wegen des Verdachts auf Korruption durchsucht die Staatsanwaltschaft Hannover zusammen mit dem Landeskriminalamt Privat- und Geschäftsräume von Wulffs einstigem engen Vertrauten Olaf Glaeseker und von Eventmanager Manfred Schmidt.

20.01.2012 - Glaeseker in Nord-Süd-Dialog verwickelt

Der ehemalige Sprecher des Bundespräsidenten Olaf Glaeseker. Aufgenommen am 13.12.2011 in Kuwait (noch im Amt als Sprecher). © dpa-Bildfunk Fotograf: Wolfgang Kumm Detailansicht des Bildes Der ehemalige Wulff-Vertraute Olaf Glaeseker steht unter Korruptionsverdacht. Glaeseker soll einem Bericht der hannoverschen "Neuen Presse" zufolge aktiv an der Organisation des Nord-Süd-Dialogs verwickelt gewesen sein. 44 Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover sollen auf Anfrage Glaesekers bei der privaten Veranstaltung geholfen haben. Auch finanziell soll das Land, das zuvor eine Beteiligung abgestritten hatte, an der privaten Veranstaltung beteiligt gewesen sein.

21.01.2012 - Land zahlte Kochbücher für Veranstaltung

Hände halten das Buch "Raspers Rezepte". © dpa-Bildfunk Fotograf: Wolfgang Duveneck Detailansicht des Bildes Das Kochbuch "Raspers Rezepte" ließ die Landesregierung auf dem Nord-Süd-Dialog verteilen. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet, dass das Land Niedersachsen dem Madsack-Verlag knapp 3.500 Euro für Kochbücher zahlte, die an Gäste auf dem Nord-Süd-Dialog verteilt wurden. Für dieses Präsent soll Glaeseker den Anstoß gegeben haben. Dessen Frau soll laut "Bild am Sonntag" an dem Buch mitgearbeitet haben.

22.01.2012 - Niedersachsens SPD will gegen Wulff klagen

Die SPD in Niedersachsen will in der "Causa Wulff" den Staatsgerichtshof in Bückeburg einschalten. Mit einer Individualklage will Heiner Bartling gegen die Regierung des früheren Ministerpräsidenten vorgehen. Der Vorwurf lautet, dass die Landesregierung das Parlament falsch über die Finanzierung des "Nord-Süd-Dialogs" informiert haben soll.

24.01.2012 - Sponsorenwerbung in Wulffs Namen

Das NDR Magazin Menschen und Schlagzeilen berichtet, dass Sponsorengelder für den Nord-Süd-Dialog 2009 im Namen des damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff durch die Staatskanzlei eingeworben wurden. Das erhärtet den Verdacht, dass Wulff von dem Vorgang gewusst haben muss - entgegen den Beteuerungen des Bundespräsidenten in den Tagen zuvor.

26.01.2012 - Staatsanwaltschaft durchsucht Glaeseker-Büro

Im Zuge ihrer Ermittlungen gegen Wulffs ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker durchsucht die Staatsanwaltschaft Hannover dessen früheres Büro im Bundespräsidialamt. Ein einmaliger Vorgang in der bundesrepublikanischen Geschichte. Die Behörde hat einen gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss und stellt Computerdateien und Unterlagen sicher.

30.01.2012 - Weitere Geschäftsbeziehungen zu Geerkens

Tagesschau.de berichtet, dass Wulff weitergehende geschäftliche Beziehungen zu Egon Geerkens hatte als bislang eingeräumt. Der Unternehmer soll Mandant der Rechtsanwaltskanzlei gewesen sein, in der auch Wulff über Jahre tätig war. Außerdem soll er die Räume vermietet haben. Im Landtag hatte Wulff 2010 Geschäftsbeziehungen zu Geerkens verneint.

01.02.2012 - Wusste das Bundespräsidialamt früher Bescheid?

Medienberichten zufolge war das Bundespräsidialamt bereits seit Monaten über die umstrittenen Reisen von Wulffs ehemaligem Sprecher Glaeseker informiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Glaeseker aufgrund von Gratis-Reisen wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit.

02.02.2012 - Schon wieder der Wagen

Der Privatwagen des Ehepaars Wulff macht Schlagzeilen: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sich der Bundespräsident eventuell einer Vorteilsnahme schuldig gemacht haben könnte. Denn der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" zufolge durften die Wulffs den Audi schon ab Sommer 2011 offenbar kostenlos fahren - einige Monate, bevor das Modell überhaupt in den Handel kam. Wulffs Anwalt Lehr dementierte einen "Prominentenrabatt".

04.02.2012 - Noch ein Auto und eine Gästeliste

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU, mi.) posiert am 11.12.2009 mit seiner Frau Bettina (2. v. li.) und dem VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn (re.) beim "Nord-Süd-Dialog". Im Hintergrund der damalige Regierungssprecher Olaf Glaeseker (li.). dpa-Archivbild © dpa-Bildfunk Fotograf: Wolfgang Kumm Detailansicht des Bildes Zur Party "Nord-Süd-Dialog" soll Bettina Wulff eine private Gästeliste vorgelegt haben. (Archiv) Ministerpräsidenten-Gattin Bettina Wulff hatte einem "Spiegel"-Bericht zufolge veranlasst, dass auch private Freunde zur umstrittenen Lobby-Veranstaltung "Nord-Süd-Dialog 2009" im Flughafen Hannover eingeladen wurden. Entsprechende E-Mails von Bettina Wulff an das Büro ihres Mannes seien auf dem Computer von Christian Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker in einem gesicherten Ordner gefunden wurden. Zudem soll der damalige Ministerpräsident vom VW-Konzern einen Škoda zu vergünstigten Konditionen erhalten haben.

08.02.2012 - Wulffs Sylt-Urlaube und die Hilfe des Filmemachers

Und jetzt geht es wieder um die Reisen des Ex-Ministerpräsidenten. Nachdem der NDR bereits Ende Januar vom Engagement des Filmunternehmers Groenewold bei Wulffs Sylt-Urlauben 2007 und 2008 berichtet hat, legt nun die "Bild"-Zeitung nach. Das Blatt will herausgefunden haben, dass Groenewold vor wenigen Wochen versucht hat, entsprechende Hotel-Unterlagen an sich zu bringen.

10.02.2012 - Kommt jetzt noch eine "Handy-Affäre"?

Am Freitag wird bekannt, dass Wulff 2005 ein Firmenhandy von Filmfinanzier Groenewold benutzt hat. Für das Handy gab es laut Groenewolds Anwalt einen Überlassungsvertrag, nach dem Wulff die Kosten für die Rechnung übernahm. Wofür Wulff ein Mobiltelefon brauchte, das auf Groenewolds Namen lief, ist noch unklar - über die Vereinbarung sollte aber "aus privaten Gründen geschwiegen werden", wie Groenewolds Anwalt dem NDR sagte.

11.02.2012 - Landesregierung hat eine Rechnung offen

Am Sonnabend teilt Regierungssprecher Franz Rainer Enste mit, das Land Niedersachsen wolle die Hotelkosten für die Teilnahme der Wulffs am Deutschen Filmball 2010 in München übernehmen. Die Staatskanzlei habe bei der Firma Zentis die Rechnung angefordert, so Enste. Der Marmeladenhersteller hatte für den damaligen Ministerpräsidenten und seine Frau den Eintritt sowie die Hotelkosten beim Filmball übernommen.

Christian Wulff (l.) und David Groenewold bei einem Filmpreis-Dinner. © picture alliance / Eventpress Fotograf: Eventpress Herrmann Detailansicht des Bildes Über die Kontakte zwischen Christian Wulff und David Groenewold (re.) kommen immer mehr Details ans Licht. Die "Bild am Sonntag" meldet zudem, die Landesregierung unter Ministerpräsident Wulff habe für eine Briefkasten-Firma gebürgt: Das Unternehmen Waterfalls Productions von Filmproduzent Groenewold habe keine Mitarbeiter oder Büros gehabt. Die damalige Landesregierung hatte der Firma eine Bürgschaft über vier Millionen Euro zugesagt.

16.02.2012 - Staatsanwaltschaft beantragt Aufhebung der Immunität

Jetzt wird es richtig eng für den Präsidenten: Am Donnerstag teilt die Staatsanwaltschaft Hannover mit, dass sie die Aufhebung der Immunität von Christian Wulff beantragt habe. Nach Prüfung und Auswertung von Medienberichten gebe es einen Anfangsverdacht. Jetzt muss der Bundestag entscheiden, ob gegen Wulff strafrechtlich ermittelt werden darf.

17.02.2012 - Die kürzeste Amtszeit eines Bundespräsidenten endet

Am Freitag um 11 Uhr verkündet der Bundespräsident seinen Rücktritt. Der Antrag der Staatsanwaltschaft hat sich damit erledigt: Nach der Aufgabe seines Amtes genießt Wulff von Sonnabend an auch keine Immunität mehr. Das förmliche Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Wulff beginnt um Mitternacht.

29.02.2012 - Wulff soll Ehrensold bekommen

Gleich nach Wulffs Rücktritt entbrennt eine Debatte um die Frage, ob er das für ehemalige Bundespräsidenten vorgesehene Ehrensold bekommen soll. Immerhin 199.000 Euro pro Jahr und bis zum Lebensende. Das Bundespräsidialamt prüft und sieht schließlich die Voraussetzungen dafür erfüllt: Wulff sei aus politischen Gründen aus seinem Amt ausgeschieden. Schließlich geben auch die Haushaltsexperten des Bundestages grünes Licht. Nicht nur die Opposition sieht das anders, sondern - laut Umfragen - auch die Mehrheit der Deutschen. Sie fordert einen Verzicht auf das Ehrensold.

02.03.2012 - Staatsanwaltschaft durchsucht Wulffs Haus

Das Haus des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff in Großburgwedel wird durchsucht. Vor dem Grundstück filmen Journalisten. © dpa/Bildfunk Fotograf: Jochen Lübcke Detailansicht des Bildes Die Staatsanwaltschaft ist bei Wulffs in Großburgwedel "zu Besuch". Einsatz in Großburgwedel: Die Staatsanwaltschaft Hannover nimmt sich das Privathaus von Wulff vor. "Der Herr Bundespräsident a.D. ist kooperativ", betont die Ermittlungsbehörde. Unter anderem werden Computer beschlagnahmt. Einen Tag zuvor waren bereits Wohn- und Geschäftsräume des Filmproduzenten David Groenewold durchsucht worden. Gegen Wulff und Groenewold wird wegen möglicher Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung ermittelt.

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Christian Wulff (CDU, l.) wird von Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten in einem TV-Interview befragt. © dpa Fotograf: Pool/ Bundesregierung/Jesco Denzel
 
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Der Bundespräsident befragt von Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten.

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Bundespräsident Christian Wulff © dpa Fotograf: Robert Schlesinger
 

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