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So beliebt war die Hamburger SPD seit 30 Jahren nicht mehr. Zuletzt kamen die Sozialdemokraten bei der Bürgerschaftswahl 1982 auf mehr als 50 Prozent der Stimmen. Wenn die Hamburger am Sonntag wählen dürften, würden 51 Prozent der SPD ihre Stimme geben. Die sozialdemokratische Alleinregierung baut damit laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Aufrag von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal in der laufenden Wahlperiode ihre absolute Mehrheit weiter aus.
63 Prozent sind mit der Arbeit des Senats zufrieden. Nicht überraschend findet der SPD-Senat mit 82 Prozent die größte Zustimmung in den eigenen Reihen. Bei den Anhängern der Oppositionsparteien ist das Bild nicht so eindeutig. Während 58 Prozent der CDU-Anhänger an der bisherigen Arbeit SPD-Regierung nichts auszusetzen haben, ist im grünen Lager knapp jeder zweite mit der Arbeit der SPD-Regierung zufrieden. In den Reihen der Linken und der Piraten ist dann nur noch deutlich weniger als die Hälfte mit der Arbeit des Senats zufrieden.
Die Hamburger geben Olaf Scholz beste Noten.
Bürgermeister Olaf Scholz konnte offenbar die vor der Wahl in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Waren im Februar 2011 noch 60 Prozent der Hamburger mit ihm zufrieden, sind es heute 74 Prozent. Ein absoluter Rekordwert, keiner seiner Vorgänger war beliebter. In einer ersten Reaktion sagte Scholz im Gespräch mit NDR 90,3: "Ich bin von solchen Umfragezahlen beeindruckt und empfinde das als Ansporn, auf dem beschrittenen Weg weiterzugehen."
Neben Scholz und der SPD konnte sich die Opposition bislang offenbar nicht recht in Szene setzen. Nur eine Minderheit der 1.000 Befragten konnten mit den Namen der vier Fraktionsvorsitzenden Dietrich Wersich (CDU), Jens Kerstan (GAL), Katja Suding (FDP), Dora Heyenn (Die Linke) etwas anfangen.
Während die SPD die absolute Mehrheit ausbaut, verharrt die CDU weiter im Umfragetief und käme nur noch auf 20 Prozent der Stimmen, wenn am Sonntag Wahl wäre. Ein Verlust von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Februar 2011.
Die Grünen kämen auf 14 Prozent und könnten ihr Ergebnis um drei Prozentpunkte verbessern. Die Linke würde an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, ebenso die FDP. Die Piraten würden mit fünf Prozent der Stimmen erstmals ins Stadtparlament einziehen.
Haben Unterstützer in der Stadt: Die Initiatoren des Volksbegehrens "Unser Hamburg - Unser Netz".
Die 1.000 Hamburger wurden auch nach der Zukunft der Energienetze befragt. Im kommenden Jahr soll voraussichtlich per Volksentscheid darüber abgestimmt werden, ob das Strom-, Gas- und Fernwärmenetz für rund zwei Milliarden Euro wieder in den Besitz der Stadt übergehen soll. Jeder dritte Hamburger unterstützt laut infratest dimap diese Forderung der Volksinitiative "Unser Hamburg - unser Netz".
Noch mehr Zustimmung bekam der Plan des Senats, mit 25,1 Prozent eine Sperrminorität an den Energienetzen zu kaufen. 43 Prozent der Hamburger unterstützen diesen Vorschlag. Gegen den Rückkauf der Netze sind nur 17 Prozent.
In der Frage der Energienetze sind die CDU und ihre Anhänger nicht auf einer Welle. Die CDU spricht sich gegen den Rückkauf der Netze aus, die Mehrheit der CDU-Anhänger ist dafür.
Die Hamburger blicken positiv in die Zukunft. 60 Prozent gehen davon aus, dass ihre persönliche finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten stabil bleibt. Jeder fünfte erwartet sogar, in einem Jahr besser dazustehen als heute. Nur 17 Prozent rechnen damit, dass es wirtschaftlich mit ihnen bergab gehen wird.
Der Anteil der Pessimisten hat damit im Vergleich zur Erhebung von vor zwei Jahren deutlich abgenommen. Damals erwarteten noch 27 Prozent, dass alles schlechter wird.
Infratest dimap hat im Auftrag von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal vom 13. bis um 18 Januar 1.000 wahlberechtigte Hamburgerinnen und Hamburger per Telefon befragt.
Die Hamburger blicken optimistisch in persönliche wirtschaftliche Zukunft. 60 Prozent rechnen damit, dass sich ihre wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten nicht wesentlich verändern wird. Ein Fünftel glaubt sogar, dass es ihnen ökonomisch besser gehen wird. Nur jeder Sechste rechnet damit, dass es ihm künftig schlechter gehen wird.