Sendedatum: 27.05.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Stilles Mineralwasser mit Keimen belastet

von Saskia Engels
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In einer der untersuchten Wasserproben fand das von Markt beauftragte Labor mehr als 10.000 Keime pro Milliliter.

Wie gesund ist stilles Mineralwasser aus der Flasche? Im Auftrag von Markt wurden fünf verschiedene stille Mineralwässer von günstig bis teuer untersucht. Das Ergebnis: Das stille Mineralwasser Vittel von Nestlé ist stark mit Keimen belastet. Für ältere Menschen und Kleinkinder können diese hohen Keimzahlen gefährlich sein, warnen Wissenschaftler und Verbraucherschützer.

Das von Markt beauftragte Labor untersuchte folgende stille Mineralwässer: Volvic, Vittel, St. Leonhardsquelle und die Mineralwässer Saskia von Lidl und Quellbrunn von Aldi. Alle waren in Ordnung, bis auf Vittel. In den Proben von Vittel fand das Labor mehr als 10.000 Keime pro Milliliter.Mögliche Gefahr für ältere Menschen und Kleinkinder.

Mineralstoffe und Keime im Mineralwasser (Stichprobe)
AnbieterProduktPreis pro 1,5 LiterMineralstoffe in Milligramm pro LiterKeime pro Milliliter
AldiQuellbrunn Claudiusquelle0,19 Euro3410
LidlSaskia Naturis Quelle Leissling0,19 Euro5620
St. LeonhardsquelleLeonhardsquelle1,49 Euro5760
NestléVittel0,79 Euro50210.000
DanoneVolvic0,89 Euro13657
Stadt KielLeitungswasser0,003 Euro5070

"Es besteht die Gefahr, dass unter diesen vielen unspezifischen Keimen, die dort gefunden wurden, auch welche dabei sind, die krank machen können. Es kann sein, dass ältere Personen oder Kleinkinder darauf empfindlicher reagieren und dass bei solchen Keimgehalten nachteilige gesundheitliche Auswirkungen möglich sind", warnt Dr. Jürgen Holst, Chemiker des Labors Agrolab in Kiel.

Um zu verhindern, dass Keime in Getränke gelangen, müssen Hersteller bei allen Produktionsschritten auf strikte Hygiene achten. Rein rechtlich muss der Abfüller aber nur bis maximal zwölf Stunden nach der Abfüllung garantieren, dass der Keimgehalt im Wasser unterhalb des Grenzwertes bei 100 Keimen pro Milliliter liegt. Das verlangt die Mineral- und Tafelwasserverordnung. Über die Keimbelastung danach gibt es keine Regelung.

Kritik von Verbraucherschützern

Auf Anfrage von Markt schreibt der Hersteller Nestlé: "Laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung bezieht sich der Grenzwert von 100 Kolonien je Milliliter auf die Untersuchung, die innerhalb von 12 Stunden nach Abfüllung vorgenommen wird. Bei Vittel sind wir zum Zeitpunkt der Abfüllung ohne Befund."

Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert: "Die Verbraucher geben viel Geld aus für abgepacktes Mineralwasser, weil sie denken, es hat eine höhere Qualität als normales Trinkwasser, und darin dürfen natürlich keine Keime vorkommen, die Säuglinge oder auch gerade ältere Menschen gefährden."

Dieses Thema im Programm:

Markt | 27.05.2013 | 20:15 Uhr

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