Sendedatum: 25.02.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Gefährlicher Feinstaub aus Laserdruckern

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In der Tonerkartusche befindet sich der feine Staub, der nach Ansicht von Experten krank machen kann.

Sie sind in den meisten Büros im Einsatz. Und auch für den Privatgebrauch werden sie immer beliebter. Doch der Boom der Laserdrucker hat eine Schattenseite: Viele dieser Geräte stoßen im Betrieb Milliarden kleinster Teilchen aus, sogenannte Nanopartikel. Und die können krank machen, sagen Umweltexperten und Toxikologen. Markt erhielt Einblick in eine Laserdrucker-Studie, die das Bundesamt für Materialprüfung (BAM) unter Verschluss hält. Demnach weisen viele der getesteten Geräte hohe Emissionen auf.

Ergebnisse unter Verschluss

Die Partikel gelangen auf zwei Wegen in die Raumluft:

  • als Nebenprodukt beim Drucken
  • direkt aus der Kartusche, die den Toner enthält.

Vor etwas mehr als einem Jahr begannen die Wissenschaftler der BAM, zehn Laserdrucker zu untersuchen. Ziel der BAM war es herauszufinden, wie viele Nanopartikel die Geräte beim Drucken ausstoßen. Auftraggeber der Studie: das Umweltbundesamt, das Kriterien für die Vergabe des Umweltzertifikates "Blauer Engel" entwickeln wollte. Über Umwege besorgte sich Markt die Studie sowie die Namen der Hersteller und Drucker. Das Ergebnis: Viele der getesteten Drucker haben hohe Emissionen. Oft sind es gasförmige flüchtige Stoffe, die nicht weiter untersucht wurden. Vier der Geräte stießen aber mit teils giftigen Substanzen beladene Nanopartikel aus. Chrom, Eisen, Nickel, Silizium, Zink, Titan und Brom ermittelten die Laborinstrumente.

Weitere Informationen

So viele Partikel kommen aus Laserdruckern

Hier geht's zur kompletten Tabelle mit den zehn Druckern, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums untersucht wurden. mehr

Wie gefährlich sind die freigesetzten Nanopartikel?

Markt fragte bei Umweltmedizinern und Toxikologen nach, die als Experten für die Bundesregierung arbeiten oder gearbeitet haben. Sie bestätigten, dass die gefundenen Nanopartikel gefährlich sind.  Studien belegen, dass Nanopartikel aus Laserdruckern menschliche Lungenzellen schädigen können. Betroffene berichten uns von starken Beschwerden und allergischen Reaktionen, wie Husten, tränende Augen, Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Asthma. Die ersten Gerichtsurteile bestätigen die Reaktion auf Druckerstäube als Berufskrankheit. Trotzdem gibt es keine gesetzlich geregelten Grenzwerte für Nanopartikel in Innenräumen. Wer glaubt, durch Drucker im Büro krank geworden zu sein, der kann sich zum Beispiel an die Stiftung Nano-Control wenden.

"Laserdrucker gehören nicht auf den Schreibtisch"

Es gibt lediglich Empfehlungen wo Laserdrucker stehen sollten - möglichst nicht auf dem Schreibtisch, sondern mindestens fünf Meter vom Arbeitsplatz entfernt. Kopierer, die nach der gleichen Methode wie Laserdrucker funktionieren, sind dagegen schon seit einigen Jahren aus Büroräumen verbannt und sollten nur in speziell belüfteten Räumen betrieben werden. Der sicherste Weg ist laut Experten, auf Laserdrucker zu verzichten. Ein großer Druckerhersteller erklärte gegenüber Markt, künftig keine Laserdrucker mehr herstellen zu wollen. Neu entwickelte Tintenstrahldrucker seien ebenso schnell und sparsam.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 25.02.2013 | 20:15 Uhr

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